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Der goldene Schnitt, Bitcoin und der menschliche Verstand. Ein Gedankengang.

Der goldene Schnitt gilt seit der Antike als die mathematische Formel für wahre Ästhetik und damit Schönheit. Sie versinnbildlicht perfekte Symmetrie, das perfekte Verhältnis der Teile zum Ganzen und des Ganzen zu seinen Teilen. Von Euklid (325 – 270 v. Chr.) stammt die erste genaue Beschreibung dieses allgemeingültigen ästhetischen Prinzips. Seither übernehmen die Menschen es in Kunst, Kunsthandwerk oder Architektur. 

Ganz kurze Erklärung zum Prinzip: Ein Punkt teilt eine Strecke im Goldenen Schnitt, wenn das Verhältnis von der Gesamtstrecke zum größeren Abschnitt genau gleich zum Verhältnis des größeren Teilabschnittes zum kleineren ist. Das Ergebnis ist die immergleiche Zahl „Phi”: 1,618033988749 …

Quelle: Wikipedia
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Goldene_Spirale.svg 
Mabit1, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons 
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In der Wissenschaft ist man sich offensichtlich noch uneins darüber, ob der goldene Schnitt wirklich DIE Formel für maximale Ästhetik ist, doch wenn wir einen Blick in die Natur werfen, sind diese Zweifel für mich unbegründet. Hier gibt es unzählige Beispiele für natürliche Formationen, die haargenau dem goldenen Schnitt entsprechen und wahre Augenschmeichler sind. Die Blüte einer Rose, ein Schneckenhaus, die Artischocke, die Blüte der Sonnenblume und auch unser eigener Körper folgen den idealen des goldenen Schnittes. An unserem Bauchnabel ist unser Körper ebenfalls nach dem goldenen Schnitt teilbar und selbst die Doppelhelix unserer DNA folgt diesem Prinzip. Das sind nur sehr wenige Beispiele. Das bekannteste Beispiel ist wohl da Vinci’s vitruvianischer Mensch, der mit seinen Finger- und Zehenspitzen ein Quadrat und einen Kreis berührt und die idealen menschlichen Proportionen vorgibt. 

Quelle: Wikipedia 
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Vitruvian_Man_by_Leonardo_da_Vinci.jpg Paris Orlando, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons
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In enger Beziehung und Verwandtschaft zum goldenen Schnitt steht die Fibonacci-Zahlenfolge, die ein universelles Wachstumsmuster in der Natur wiedergibt. Sie ist eine Folge natürlicher Zahlen, bei der die Summe zweier aufeinanderfolgender Zahlen immer die folgende Zahl ergibt: 0, 1, 1, 2, 3, 5, 8, 13, 21, 34, usw. Je weiter man in dieser Zahlenfolge fortschreitet, desto mehr nähert sich der Quotient aufeinanderfolgender Zahlen dem Goldenen Schnitt (1,618033…) an (beispielsweise 13:8 = 1,6250; 21:13 ≈ 1,6154; 34:21 ≈ 1,6190; 55:34 ≈ 1,6176; etc.). (Wikipedia)

Wachstum scheint also ebenfalls den Gesetzen der Ästhetik zu folgen. 

Und was hat das nun mit Bitcoin und dem menschlichen Verstand zu tun?

Ich befasse mich seit einiger Zeit intensiver mit dem Thema Trading; welche Theorien, Mechanismen und Gesetze eigentlich hinter diesem Markt stehen. In den Programmen zur technischen Chartanalyse finden sich einige Tools, die auf der Fibonacci-Zahlenreihe und dem goldenen Schnitt basieren. Erstaunlicherweise bewegt sich Bitcoin immer ziemlich bis sehr exakt innerhalb der, von den Zahlen vorgegeben, Bereiche. Dasselbe gilt für den Aktienmarkt.

Das Fibonacci-Retracement-Tool zeigt haargenau die Bereiche, in denen sich Bitcoin bewegt. Der Bereich um 0,65 gilt als „golden pocket”, ein sehr entscheidender Support- oder Resistance-Bereich.
Die Fibonacci-Spirale vom niedrigsten Wer zum zuletzt höchsten Wert oder anders herum gezogen. Daraus ergibt sich ein einheitliches Muster, das sich wiederholt. Quelle: Tradningview. UnknownUnicorn468659

Schmerzlich musste ich lernen, dass der gesamte Finanzmarkt im Grunde auf menschlicher Manipulation basiert. Die Wale, also die milliardenschweren Trader (Institutionen, Personen) geben hier den Takt vor. Sie wollen, dass der Preis fällt: Der Preis fällt. Sie wollen, dass der Preis steigt: Der Preis steigt. Sie steuern den Geldfluss nach ihren persönlichen Wünschen und Vorstellungen, die natürlich nur das eine Ziel haben, ihr persönliches Vermögen in höhere Höhen zu treiben. Auf Kosten aller Leicht- und Mittelgewichte am Markt. 

Vor diesem Hintergrund lässt sich erst einmal feststellen, dass der Markt keinen natürlich Verlauf aus sich selbst heraus hat, sondern komplett vom menschlichen Verstand gesteuert wird. Mit all seinen hässlichen Abgründen, die Geschichten von Gier, Habsucht, Ungerechtigkeit, Missgunst und Herrschsucht erzählen. Die Leidtragenden sind die Retail-Investors (Normalos wie du und ich), die nur versuchen können, auf der Nase dieser sog. „Market Maker” herumzutanzen, wenn sie das Spielchen durchschaut haben. Daneben ist dieses System natürlich nicht als isolierte Insel zu betrachten, sondern greift in alle wirtschaftlichen Prozesse ein. Anderes Thema.

Folgen menschliche Abgründe dem goldenen Ideal?

Als all diese Infos gesackt sind war ich umso erstaunter, dass die Märkte trotz dieses verstandesgesteuerten menschlichen Eingriffs der Fibonacci-Folge und damit dem goldenen Schnitt folgen. Der Formel für die vollkommene Ästhetik und Schönheit. Kann das bedeuten, dass selbst unser Verstand mit dieser Formel berechnet werden kann? Dass selbst diese hässlichen, dunklen Abgründe von der Idee hin zur Tat den Vorgaben des goldenen Schnittes folgen? Sind also diese menschlichen Verstandes- und Handlungsabgründe ebenso Teil der universellen Ästhetik, die uns alle umgibt? Kann, darf und sollte man sie dem Großen und Wunderbaren, das sich unserem Verstand weitgehend entzieht, als einen notwendigen Teil zurechnen? Was für ein mathematisches Muster würde wohl herauskommen, wenn man unsere Verstandes- und Gedankenmuster, die nur auf feinstofflicher und quantenmechanischer Ebene zugänglich sind, ausgemessen würden?

Es kann kein Gut ohne Böse geben, kein Licht ohne Dunkelheit. Unsere Welt ist voll von Gegensätzen, die sich bedingen. Solange beide Seiten im Gleichgewicht sind, ist die Welt sozusagen in Ordnung. Erst, wenn eine Seite die Oberhand gewinnt und das Gleichgewicht kippt, kommt es zu Störungen im gesamten System. Daraus wiederum lässt sich schlussfolgern, dass auch der menschliche Verstand Abgründe und Schatten braucht, um seine lichte Seite zu kultivieren. In der Arbeit mit dem Selbst geht es auch darum, seine Schatten anzusehen und anzunehmen. Nicht darum, sie auszulöschen und zu unterdrücken. Letztlich erfolgt die Heilung durch das so geschaffene Gleichgewicht beider Elemente. 

Dennoch finde ich es sehr überraschend und auch faszinierend, dass selbst die tiefsten Abgründe einem Muster der vollkommenen Ästhetik zu folgen scheinen. Das mathematisch berechenbar ist. 

Die universelle göttlichen Energie, die uns umgibt, ist eine Energie der Liebe und Fülle. Hier gibt es keinen Hass, keinen Neid, keine Gier und keine Negativität. All das sind Produkte des Menschen, dem „intelligentesten” (zumindest auf den Verstand bezogen) Lebewesen auf der Erde. So als ob die göttliche Intelligenz sich selbst etwas entgegensetzen musste, um ein diffiziles Gleichgewicht aufrechtzuerhalten um dessen Verstehen die Menschheit bis heute ringt. Oder kann das Alles nur Zufall sein? Hat der Mensch sich in seinem Programm irgendwann mal einen Virus eingefangen und läuft seitdem nicht mehr rund? Dieser Tage frage ich mich umso mehr, welchen Sinn es hat, nicht eine Welt zu erschaffen, die rein auf Liebe, Fülle, Güte und Barmherzigkeit basiert. 

Braucht es die gegensätzliche Dunkelheit denn unbedingt? Zumal sie – in meiner Wahrnehmung der Welt – eindeutig zu übermächtig ist und ein nicht enden wollendes Hamsterrad aus Aktion und Reaktion erschafft. Bis diesen tief eingefahrenen und übermächtigen dunklen Mechanismen ein echtes Gewicht entgegengesetzt werden kann, muss noch viel Bewusstseinsarbeit geschehen und in die Tat umgesetzt werden. 

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