Darmfreundliche Rezepte im Check: 4 virale Food-Mythen entzaubert

Darmfreundliche Rezepte
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Anja

Gesundheits-VER-rückte Beraterin, Schamanismus, Bewusst-SEINS-forscherin, (Welten)Reisende.

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Ich begleite dich auf dem Weg, deinen Darm ins Gleichgewicht zu bringen!

Ich stöbere super gern durch Instagram, um mich für Rezepte inspirieren zu lassen. Mittlerweile gibt es ja unheimlich viele darmfreundliche Rezepte. Der Darm ist im Trend, ganz klar. Doch wie bei jedem Trend kursiert auch hier eine Menge gefährliches Halbwissen dazu, was angeblich besonders gut für den Darm sein soll. Bei so manchen „darmfreundlichen” Rezepten kräuseln sich mir die Zehennägel, weshalb ich in diesem Artikel mit einigen viralen Mythen aufräumen möchte. Denn nicht alles, was erstmal gut für den Darm klingt, ist es auch. Es kommt – wie immer – auf die Details an. Ließ weiter, wenn du gefährliches Halbwissen gegen fundierte Tipps tauschen möchtest. Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Wenn du über einen dieser Links etwas buchst oder kaufst, erhalten wir eine Provision. Für dich entstehen dadurch keine zusätzlichen Kosten.

1. Warum darmfreundliche Rezepte gerade viral gehen

Wenn es um Chiapudding, Haferflocken, Leinsamen, zuckerfrei, Proteinpulver und Co. geht, scheinen den Creators auf Instagram die Ideen wirklich nicht auszugehen. Dabei wird gleichzeitig auch jeder von ihnen zum Experten für Darmgesundheit. Und selbst so mancher Heilpraktiker oder Ernährungsberater überrascht mich mit Aussagen zu vermeintlich besonders darmfreundlichen Rezepturen, die so einfach nicht zutreffen. Und damit meine ich gar nicht grobe Schnitzer, sondern die Feinheiten, derer man sich bewusst ist, wenn man sich mit einer Thematik wirklich tiefergehend befasst. Weil ich es leid bin räume ich in diesem Artikel mit den gängigsten viralen Mythen für angeblich superduper darmfreundliche Rezepte auf. Sende mir mir Rezepte, bei denen du es genauer wissen möchtest! 🙂

2. Mythos 1: Kalter Chiapudding ist gut für den Darm

Sie begegnen uns seit Jahren immer noch: Vermeintlich gesunde Kaltspeisen, die uns den besten Start in den Tag versprechen. Chiapudding aus dem Kühlschrank, Haferflocken, die eine Stunde in Haferdrink im Kühlschrank ziehen, Jogurt-Chia-Kreationen und was einem nicht alles einfällt. grundsätzlich natürlich gut und sicher auch lecker, doch jetzt kommt das große ABER: Kalte Speisen am Morgen bringen deinem Verdauungssystem Kummer und Sorgen. Das war jetzt für den Reim, denn eigentlich sind kalte Speisen immer bealstend für das Verdauungssystem. 

2. 1. Warum kalte Speisen deine Verdauung bremsen

Kalte Speisen und Getränke legen die Verdauung lahm und dieser Effekt beginnt bereits im Mund. Im Speichel sind Verdauungsenzyme vertreten, um die Nahrung vorzuverdauen. Dann geht es weiter im Magen und im Dünndarm. Verdauungsenzyme können ihre Arbeit nur regelrecht verrichten, wenn die Nahrung wenigstens Zimmertemperatur hat. Körpertemperatur ist noch besser. Sehen wir uns die wissenschaftliche Datenlage an.

2. 2. Was sagt die Wissenschaft zu Verdauungsenzymen, Darm und Kälte?

Verdauungsenzyme: Schon im Mund arbeitet Speichelamylase, das Verdauungsenzym zur Verdauung von Kohlenhydraten, bei kalten Temperaturen suboptimal und dieser Effekt setzt sich durch das gesamte Verdauungssystem fort. Die optimale Temperatur für Speichelamylase liegt bei 32 – 37°C, was der normalen Körpertemperatur entspricht. Bei dieser Temperatur ist das Enzym am aktivsten und benötigt die kürzeste Zeit, um Stärke in kleinere Zuckermoleküle aufzuspalten. (1)

Magen-Darm-Motilität: Die Temperatur von Nahrung und Getränken hat nachweisbare Auswirkungen auf die Magenentleerung und die Motilität des gesamten oberen Verdauungstrakts. Kalte Nahrung verlangsamt die Magenentleerung, verändert die Motilitätsmuster und kann zu Beschwerden führen. (2)

Reizdarmsymptome: Eine Untersuchung zeigte, dass Kältestress durch die Gabe von kaltem Wasser über 14 Tage reizdarmähnliche Symtome bei Mäusen auslöst. Der Kältestress störte die Darmfunktion, erhöhte die Darmpermeabilität und induzierte eine verringerte bakterielle Diversität. Die Studie identifizierte erhöhte Pathogene und eine Überexpression von Kerngenen im Zusammenhang mit Immunantworten. Die Schlussfolgerung ist, dass Kältestress ein möglicher Risikofaktor für die Entwicklung von entzündlichen Darmerkrankungen sein könnte. (3)

Kältestress allgemein kann die Darmbarriere schädigen, das Mikrobiom destabilisieren und Entzündungsprozesse fördern. (4)

Durchblutung: Kälte verengt die Blutgefäße. Das reduziert die Nährstoff- und Sauerstoffversorgung des Verdauungstrakts. Kalte Speisen und Getränke signalisieren dem Körper: „Es wird kalt!” Die erste Reaktion ist eine Überlebensstrategie: Der Körper zieht das Blut von den inneren Organen (einschließlich des Verdauungssystems) ab und leitet es zur Hautoberfläche, um dort Wärmeverlust zu minimieren. Die Blutgefäße in Magen, Darm und der Bauchspeicheldrüse werden enger, so dass weniger Blut die Organe erreicht. Wenn weniger Blut ankommt, sinkt die Energieversorgung dieser Organe. Gleichzeitig spannt sich das ganze System bis auf Zellebene an, was sogar Leaky gut fördern kann, eine durchlässige Darmwand. Das passiert aufgrund der Anspannung, die die Stabilität der Darmwandzellen vermindert. (5)

2. 3. Fazit: Darmfreundliche Rezepte sind nicht kalt

Mit diesen Erkenntnissen möchte ich keine Panik verbreiten, sondern darauf aufmerksam machen, was dem Verdauungstrakt wirklich gut tut. Sicher wirst du ihn nicht schädigen, wenn du mal ein Eis oder deinen Chiapudding aus dem Kühlschrank isst. Aber überleg dir einfach, was bei einer deiner täglichen Hauptmahlzeiten besser für Magen und Darm wäre, sich noch dazu angenehmer im Bauch anfühlt und wie du deinen Körper bewusst unterstützen kannst. Denn darum geht es: Bewusstsein entwickeln. Dann fügt sich der Rest von allein. Die alten Lehren sind auch ohne große Studien weise: Im Ayurveda und auch in der TCM wird warm gegessen, weil man schon vor tausenden Jahren um die positiven Effekte warmer Speisen und Getränke wusste. Auch mein Akupunkteur in Hoi An hat mir gesagt, dass ich nichts Kaltes essen und trinken soll, weil das den Magen reizt und Blähungen verursacht. Damals hatte ich noch mit meiner Gastritis zu tun.

3. Mythos 2: Haferflocken sind automatisch darmfreundlich

Rezepte mit Haferflocken gibt es zu genüge. Ob Porridge, baked oats, verschiedene Kuchen oder Bowls. Sogar Haferflocken aus der Mikrowelle. 😵‍💫 Doch bei den meisten dieser Rezepte fehlen leider ein, zwei wichtige Details, die Haferflocken erst zu einer wirklich darmfreundlichen Mahlzeit machen. 

3. 1. Wie werden Haferflocken richtig zubereitet?

Bei Haferflocken geht die Diskussion ja schon damit los, ob man sie überhaupt essen sollte, weil sie eigentlich ungesund seien. Manche behaupten sogar, sie würden den Darm verkleben, weil sie auch äußerlich zur Wundheilung eingesetzt werden. Diese Aussage entbehrt übrigens jeder wissenschaftlichen Grundlage. Meine Meinung dazu: Haferflocken sind sehr darmfreundlich, wenn sie richtig zubereitet gegessen werden. Und dazu gehört unbedingt, sie über Nacht einzuweichen und das übrige Wasser wegzuschütten. Wer auf Nummer sicher gehen möchte oder einen empfindlichen Darm hat, wäscht sie nach dem Einweichen noch unter fließendem Wasser ab. Danach werden sie gut aufgekocht.

Durch das lange Einweichen werden Nährstoffe wie Zink und Eisen bioverfügbar, da Phytinsäure abgebaut wird. Zudem werden Lektine abgebaut, die bei einem empfindlichen Darm (z. B. bei Reizdarm, bzw. Dysbiose) reizend wirken können. (6)

Haferflocken zu fermentieren und dann zu kochen ist eine sehr effektive Möglichkeit, um sie verträglicher zu machen. Ich habe hier ein darmfreundliches Rezept für eine fermentierte Frühstücks-Bowl für dich. (7)

4. Mythos 3: Zuckerfreie Rezepte sind immer gesund

Hauptsache zuckerfrei – dieses Mantra wird gebetsmühlenartig durch Instagram (und sicher auch TikTok) getragen. Daran ist erstmal nichts verkehrt, denn versteh mich nicht falsch. Ich bin ebenfalls für einen sehr, sehr moderaten Konsum von zusätzlichen Zucker. Doch nicht um jeden Preis und schon gar nicht zum Tausch gegen Zuckerersatzstoffe. Maltit, Sucralose, Acesulfam-K, Erythrit – das sind die Namen, die einem immer wieder unterkommen, wenn es um die angeblich ach so gesunden zuckerfreien Süßungsalternativen in den viral gehenden Rezepten geht. Alle wollen weg vom Zucker, aber alle wollen trotzdem den süßen Geschmack. Das ist wie bei Veganern, die trotzdem Fleischgeschmack auf der Zunge möchten und zu ungesundem Laborfutter greifen. Die Wahrheit ist: Diese Stoffe sind alles andere als gesund oder darmfreundlich. 

4. 1. Bestätigen Studien, dass Sucralose dem Darm schadet?

Sucralose verändert die Zusammensetzung der Darmflora nachweislich: Schon bei niedrigen Dosierungen und selbst innerhalb der behördlich angegebenen täglichen Aufnahmegrenze. Besonders betroffen sind nützliche Bakterienstämme wie Lactobacillus und Lachnospiraceae, deren Anteil sinkt. Gleichzeitig steigen potenziell problematische Bakterien wie Allobaculum oder Staphylococcus.​ (8)

Langzeit-Konsum von Sucralose führt zu Dysbiose und fördert entzündliche Prozesse: Studien an Mäusen zeigen nach sechs Monaten einen Anstieg pro-inflammatorischer Gene und Störungen des Mikrobiom-Stoffwechsels, was zu chronischer Gewebeentzündung und erhöhtem Risiko für Stoffwechselerkrankungen und Darmerkrankungen, z.B. Reizdarm oder Colitis ulcerosa, führen kann.​ (9)

Schädigung der Darmbarriere: Sucralose verschlechtert die Barrierefunktion des Darms und fördert die Entstehung von Leaky Gut. Dadurch können Giftstoffe, Endotoxine und Bakterienbestandteile leichter ins Blut gelangen und systemische Entzündungen auslösen.​ (10)

Veränderung des Glucose und Insulin-Stoffwechsels: Eine langfristige Einnahme ist mit einer Erhöhung des Insulinspiegels und veränderten Glucosewerten verbunden, was Diabetes begünstigen kann. Hinweise auf mögliche Beeinträchtigung der Krebsimmuntherapie durch Sucralose gibt es ebenfalls.​ (11)

Erhöhte Tumorbildung im Tiermodell: In einem Mausmodell für Colitis-assoziierten Darmkrebs verstärkte Sucralose die Tumorbildung durch Mikrobiom-Verschiebung, Entzündungsförderung und Barriereschäden.​ (12)

4. 2. Warum Acesulfam-K deinem Darm schadet

Acesulfam-K beeinflusst das Darmmikrobiom ebenfalls negativ: Es erhöht pro-inflammatorische Bakterien wie Bacteroides und aktiviert bakterielle Gene, die Entzündungsfaktoren produzieren.​ (13)

Erhöhte Durchlässigkeit und Entzündlichkeit: Die Aufnahme von Acesulfam-K führt zu verstärkter Migration von Immunzellen in die Darmwand, zu Dysbiose und verändertem Gallensäurestoffwechsel, was systemische Entzündung begünstigen kann.​ (13)

Störung wichtiger Schutzbakterien: Die Menge an nützlichen Bakterienfamilien wie Clostridiaceae und Ruminococcaceae wird durch Acesulfam-K verringert, was die Barrierefunktion des Darms und das Immunsystem schwächt.​ (13)

Beeinflussung von Stoffwechsel und Immunantworten: Mehrere Studien dokumentieren, dass Acesulfam-K entzündungsfördernde Signalwege aktiviert, was insbesondere für Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen problematisch ist.​ (14)

4. 3. Welche Gemeinsamkeiten haben Sucralose und Acesulfam-K?

  • Beide Süßstoffe fördern Dysbiosen, pro-entzündliche Prozesse, erhöhte Durchlässigkeit des Darms (Leaky Gut) und systemische Entzündungen
  • Es gibt Hinweise auf Langzeitfolgen wie einen gestörten Zuckerstoffwechsel, erhöhtes Risiko für Darmerkrankungen und – in Tiermodellen – gesteigerte Tumorbildung.
  • Die schädlichen Effekte treten teilweise bereits bei kleinen Dosierungen im Bereich der empfohlenen Tageshöchstmengen auf

Anmerkung: Tiermodelle überwiegen bisher, doch erste Humanstudien bestätigen die negativen Effekte dieser beiden künstlichen Süßstoffe beim Menschen. 

4. 5. Welche Auswirkungen hat Erythrit auf das Herz-Kreislauf-System?

Auch Erythrit ist ein beliebter Zuckerersatzstoff, der jedoch auch nur in Ausnahmefällen konsumiert werden sollte. 

Schwerwiegende Herzprobleme: Bei mehreren tausend Studienteilnehmern wurde festgestellt, dass Menschen mit erhöhten Erythrit-Werten im Blut öfter schwerwiegende Herzprobleme erleiden. Das Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall lag z.B. bei den höchsten Erythrit-Spiegeln rund 50 – 60 % über dem Durchschnitt und zwar unabhängig davon, ob andere klassische Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes oder Übergewicht vorlagen.​

Erythrit wirkt direkt im Blut: Es fördert das Zusammenkleben und die Aktivierung von Blutplättchen. Das kann die Bildung von Blutgerinnseln begünstigen, die im schlimmsten Fall ein Gefäß im Herz oder Gehirn verstopfen und so einen Infarkt auslösen. Außerdem wird durch Erythrit die Durchblutung feiner Gefäße gestört, und es bilden sich eher Entzündungsmarker, die das Herz zusätzlich belasten.​

Vor allem Menschen mit bereits bestehenden Herz-, Stoffwechsel- oder Gefäßproblemen tragen hier ein höheres Risiko, weil genau ihnen oft Zuckerersatzstoffe empfohlen werden. (15)

4. 6. Ist Maltit schädlich für den Darm? 

Maltit kist nicht schädlich für den Darm, kann jedoch bei empfindlichen Mescnhen schon in kleinen Mengen Krämpfe, Blähungen oder Durchfall verursachen. Beim Verzehr von Maltit kommt es zu einer intensiveren Fermentation im Dickdarm, was diese Symptome auslöst. Extrem selten kommen allergische Reaktionen auf Maltit vor. Normalerweise macht es aber nichts, wenn du mal einen Riegel oder ein paar Kekse mit Maltit isst. In höheren Dosierungen (individuell abhängig) kann es abführend wirken. Das ist auf Verpackungen von Nahrungsmitteln, die Maltit enthalten, oft verzeichnet. Studien haben sogar positive Effekte auf das Mikrobiom beobachtet, da es leicht präbiotisch wirkt und Bifidobakterien fördert. Das ist aber nicht relevant für eine Einstufung als echtes Präbiotikum. Lass dich von solchen Marketingversprechen nicht blenden. (16)

4. 7. Fazit: Darmfreundliche Rezepte mit künstlichen Süßstoffen gibt es nicht

Hast du jetzt noch Lust, dir ständig irgendwelche modernen, bunten und angepriesenen Zuckerersatz-, Geschmacks- und Proteinpulver zu holen? Die sind nämlich so gut wie alle mit Sucralose oder Acesulfam-K gesüßt. Erythrit wird ja eher separat verwendet. Wenn ich mir vorstelle, dass so viele da draußen unter dem angeblichen Deckmantel „gesund” quasi den Wolf im Schafspelz essen … Dann lieber einen Löffel braunen bio-Rohrohrzucker oder gleich einen Block Panela kaufen. Panela ist wirklich naturbelassen und liefert Mineralien und Spurenelemente. Es kommt auch drauf an, welchen Zucker man isst. Dattelsüße ist eine richtig gute Option, Honig ist gesund  und auch Stevia eignet sich als Ersatz. Oder du machst eine längere Pause vom Zucker und lernst, auch mal auf süßen Geschmack zu verzichten. 

5. Mythos 4: High Protein-Rezepte sind immer darmfreundlich

Wo man hinsieht, sieht man nur noch Proteine. Der Vermerkt „High Protein” starrt einen aus jedem Supermarktregal an und alle Rezepte müssen jetzt high protein sein. Oder kommt nur mir das so vor? Abgesehen davon, dass die angepriesenen Proteinpulver alle mit Sucralose und Acesulfam-K gesüßt sind, hat der Protein-Trend noch eine weitere Schattenseite. 

Ja, Proteine sind Treibstoff für den Körper und wir brauchen die Aminosäuren, da wir aus ihnen bestehen (Anmerkung: Nur tierische Proteinquellen sind hochgradig bioverfügbar für unseren Körper! Einzig Tofu kommt an die Bioverfügbarkeit von tierischen Proteinen ran). Ich achte auch auf meine Proteine. Doch auch hier macht die Dosis das Gift. Individuelle Höchstgrenzen für Proteinen variieren genauso, wie die von Zucker, Kohlenhydraten oder Fetten. Es geht hier um Stoffwechsel, Gene, Verbrauch und Ziele. Eine durchschnittlich-konservative Rechnung für den täglichen Proteinbedarf zur Erhaltung bewegt sich zwischen 1,2 – 1,8 g pro kg Körpergewicht. Bei aktivem Muskelaufbau braucht man mehr. Du siehst, dass man sich hier recht uneins ist. Zu viele Proteine beeinflussen jedenfalls das Mikrobiom ungünstig. 

5. 1. Beeinflusst zu viel Eiweiß das Mikrobiom?

Kurz gesagt: ja. Eine konstant zu hohe Proteinzufuhr stört das Gleichgewicht des Mikrobioms und verändert die Zusammensetzung der Darmbakterien ins ungünstige Milieu. 

Veränderung der Darmflora: Hoher Proteinkonsum führt zu einer Verschiebung der Darmmikrobiota weg von nützlichen Bakterien (Bifidobacterium, Lactobacillus) hin zu proteolytischen Spezialisten (bestimmte Bacteroides und Clostridium-Arten, die am liebsten Proteine essen). Diese produzierten vermehrt toxische Abbauprodukte wie Ammoniak, was die Darmgesundheit belastet. (17)

Entzündungen im Darm: Eine dauerhafte hohe Proteinzufuhr kann die Darmbarriere schwächen, systemische Entzündungen fördern und die Entwicklung von Darmkrankheiten begünstigen.​ (17)

Gesamtdiversität sinkt: Die mikrobielle Diversität insgesamt nimmt ab. Es gibt weniger verschiedene Arten, dafür mehr von den proteolytischen Arten. (17)

Proteinverdauung meist gestört: Bei den Darmflorabefunden meiner Klienten, einschließlich mir selbst, habe ich bisher ausschließlich eine verminderte Verdauungsleistung gesehen. Ich kann nur mutmaßen, dass das an Stress und Umweltfaktoren liegt, denn ich persönlich achte z. B. auch auf Bitterstoffe. Das jedenfalls bedingt eine verminderte Proteinverdauung, wodurch unverdaute Proteinreste in den Darm gelangen und das Wachstum von Fäulnisbakterien, die selbige essen, fördern. Jetzt stell dir vor, du gibst immer noch mehr Proteine in den Darm, die nicht verdaut werden können. Mit Verdauungsenzymen kannst du die Proteinverdauung gezielt ankurbeln, doch das ist kein Freifahrtschein für ein Übermaß an Eiweiß.

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5. 2. Welche Proteinmenge ist gut für den Darm? Hör auf deinen Bauch

Auch bei den Proteinen gilt: Gestalte deine Ernährung bewusst und danach, was dir gut tut. Nicht, was der Trend vorgibt. Proteine gehören zu einer ausgewogenen Ernährung dazu, doch spätestens, wenn dein Darm rebelliert oder deine Pupse anfangen zu stinken, würde ich den Konsum mal überdenken. Ich versuche möglichst intuitiv zu essen und merke z. B., dass ich zu wenig Proteine hatte, wenn ich mehr naschen möchte. Manchmal habe ich auch schlicht keine Lust auf eine ordentliche Portion Proteine und esse mehr Gemüse mit Beilage. Nicht jeder Tag ist gleich und deinem Magen-Darm-Trakt geht es auch nicht jeden Tag gleich. 

6. Darmfreundliche Rezepte? Der Zauber liegt im bewussten Essen

Ich hoffe, ich konnte etwas Licht ins Dunkel bringen, was es mit den Hypes, die uns zyklisch begleiten, auf sich hat. Es ist alle paar Jahre etwas anderes und wie immer springt natürlich auch die Lebensmittelindustrie auf den Zug auf und bewirft die Konsumenten mit vermeintlich gesunden Alternativen oder etwas, das wir alle jetzt gleich unbedingt brauchen. Mein Ziel ist es, dich mit diesem Artikel besser zu wappnen und ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass nicht alles gut ist, was als gut angepriesen wird. Und dass nicht alles korrekt ist, was die ganzen Creator auf Instagram und TikTok behaupten. Ich habe übrigens keinen Anspruch, die Weisheit gepachtet zu haben. Niemand von uns hat das, nicht einmal die Wissenschaft. Doch ich bin immer bestrebt, die bestmöglichen und aktuellsten Informationen zu vermitteln und das mit einem guten Gewissen meinen Lesern und Klienten gegenüber. 

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(1)The Effects of Temperature and PH On The Enzyme Activity of Salivary Amylase

Rate of digestion

Pancreatic Function in Hypothermia

(2) Effect of meal temperature on gastric emptying of liquids in man.

Effect of drink temperature on antropyloroduodenal motility and gastric electrical activity in humans

(3) Cold stress induces colitis-like phenotypes in mice by altering gut microbiota and metabolites

(4) Hypothermia-mediated oxidative stress induces immunosuppression, morphological impairment and cell fate disorder in the intestine of freshwater drum, Aplodinotus grunniens

(5) Temperature as a modulator of the gut microbiome: What are the implications and opportunities for thermal medicine?

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(6) The Role of Oat Nutrients in the Immune System: A Narrative Review

(7) Nutritional Value Improvement of Oats by Solid-State Fermentation with Monascus purpureus

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(9) Gut Microbiome Response to Sucralose and Its Potential Role in Inducing Liver Inflammation in Mice

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(10) Gut Microbiome Response to Sucralose and Its Potential Role in Inducing Liver Inflammation in Mice

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(11) Ten-Week Sucralose Consumption Induces Gut Dysbiosis and Altered Glucose and Insulin Levels in Healthy Young Adults

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(13) The artificial sweetener acesulfame potassium affects the gut microbiome and body weight gain in CD-1 mice

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(15) The artificial sweetener erythritol and cardiovascular event risk

Plasma levels of polyols erythritol, mannitol, and sorbitol and incident coronary heart disease among women

Serum Erythritol and Risk of Overall and Cause-Specific Mortality in a Cohort of Men

Role of erythritol in coronary heart disease, ischemic stroke, and venous thromboembolism: A Mendelian randomization analysis

Erythritol, Erythronate, and Cardiovascular Outcomes in Older Adults in the ARIC Study

(16) Effects of Sweeteners on the Gut Microbiota: A Review of Experimental Studies and Clinical Trials

A human volunteer study to assess the impact of confectionery sweeteners on the gut microbiota composition

(17) Dietary protein and the intestinal microbiota: An understudied relationship

Prebiotics Inhibit Proteolysis by Gut Bacteria in a Host Diet-DependentManner: a Three-Stage Continuous In Vitro Gut Model Experiment

Do high-protein diets have the potential to reduce gut barrier function in a sex-dependent manner?

FAQ: Welche Rezepte sind wirklich darmfreundlich?

Kalte Speisen können die Verdauungsenzyme weniger effizient arbeiten lassen und die Magenentleerung verlangsamen. Zudem reagiert der Darm auf ständige Kälteexposition mit reizdarmähnlichen Symptomen. Warm oder zumindest zimmerwarm ist für den Verdauungstrakt günstiger.

Nein. Darmfreundlich fokussiert auf Verträglichkeit, Mikrobiomunterstützung und -aufbau und Barrierefunktion, während „zuckerfrei“ oft Süßstoffe nutzt, die das Mikrobiom negativ beeinflussen und auf Dauer schädigen können. Priorität hat die Darmverträglichkeit, nicht allein der Zuckerverzicht.

Diese Zuckerersatzstoffe können das Mikrobiom in ein ungünstiges Milieu verschieben, Entzündungsprozesse fördern und die Barrierefunktion des Darms verschlechtern. Für darmfreundliche Rezepte sollten Sucralose und Acesulfam-K auf jeden Fall vermieden werden. Und auch sonst.

Erythrit kann bei bestimmten Personengruppen kardiometabolische Risiken verstärken und die Thrombozytenaktivierung beeinflussen. Für Alltagsrezepte besser nur gelegentlich verwenden oder auf natürliche Alternativen ausweichen.

Maltit kann in höheren Mengen oder bei Unverträglichkeit fermentationsbedingte Blähungen und Durchfall auslösen, zeigt aber teils präbiotische Effekte. In Maßen verwenden und individuell testen statt als Standard-Süße nutzen.

Haferflocken über Nacht einweichen, Einweichwasser entsorgen, ggf. abspülen und anschließend gut aufkochen. Optional über Nacht fermentieren, um Antinährstoffe weiter abzubauen und die Verträglichkeit noch weiter zu erhöhen.

Eine zu hohe Proteinzufuhr kann die mikrobielle Zusammensetzung hin zu eiweißabbauenden Spezies verschieben und mehr potenziell schädliche Abbauprodukte erzeugen. Die individuell passende Menge ist entscheidend.

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