Das Schöne an wechselnden Wohnorten überall auf der Welt ist, dass ich immer wieder neue Obst- und Gemüsesorten und auch Heilpflanzen kennenlerne. Wobei letzteres aufgrund der Sprachbarriere eine ganz schöne Herausforderung ist. Zitronengras war mir nicht unbekannt, ich habe früher schon ab und an mit gefrorenen Stängeln aus dem Asia-Laden gekocht und kenne das ätherische Öl. Doch hier in Vietnam, wie auch in anderen asiatischen Ländern, kann man die frischen Stängel auf dem Markt kaufen und sie kosten fast nichts. Ich bevorzuge den Bioladen, wo 16 Stängel um die 0,30€ kosten. Zitronengras hat eine Reihe spannender Eigenschaften, die in der Forschung im Zusammenhang mit Gesundheit und Wohlbefinden untersucht werden. Deshalb widme ich dieser tollen Heilpflanze nun einen Artikel. Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Wenn du über einen dieser Links etwas buchst oder kaufst, erhalten wir eine Provision. Für dich entstehen dadurch keine zusätzlichen Kosten.
- 1. Zitronengras: ein kurzer geschichtlicher Abriss
- 2. Botanische Merkmale
- 3. Verwendung
- 4. Inhaltsstoffe von Zitronengras und ihre Wirkungen
- 4. 1. Ätherische Öle
- 4. 1. 1. Ätherisches Zitronengrasöl in der Aromatherapie
- 4. 1. 2. Entzündungshemmende Wirkung
- 4. 1. 3. Ätherisches Öl wirkt fungizid
- 4. 1. 4. Antimikrobielle Wirkung
- 4. 1. 4. 1. Forscher empfehlen das ätherische Öl zur Desinfektion in Krankenhäusern
- 4. 1. 5. Antivirale Wirkung
- 4. 1. 6. Ätherisches Zitronengrasöl zeigt Aktivität gegen HI-Virus und Krebszellen
- 4. 1. 7. Antikanzerogene Eigenschaften von ätherischem Zitronengrasöl
- 4. 1. 8. Antikanzerogene Wirkung auf diverse Krebszellarten
- 4. 1. 9. Antioxidative Wirkungen
- 4. 1. 10. Gastroprotektive und magenheilende Eigenschaften
- 4. 1. 11. Ätherisches Zitronengrasöl ist gut für die Darmflora
- 4. 1. 12. Weitere Verwendungen
- 4. 2. Weitere Inhaltsstoffe
- 4. 1. Ätherische Öle
- 5. Kochen mit Zitronengras
- 6. Ich wurde zum Zitronengras-Fan
1. Zitronengras: ein kurzer geschichtlicher Abriss
Cymbopogon citratus scheint seinen Ursprung in Malaysia und sich von dort aus nach Asien verbreitet zu haben. Die frühesten Belege für seine Verwendung wiederum stammen aus China und sind 2000 Jahre alt. Auch im alten Indien wurde Zitronengras in der ayurvedischen Medizin verwendet. In beiden Heilkünsten wurde es bei verschiedenen Beschwerden wie Magen-Darm-Problemen, Erkältungen, Kopfschmerzen oder Hautirritationen sowie im Rahmen der Zyklusregulation eingesetzt und ist auch heute noch Bestandteil von TCM und Ayurveda.
Im 16. Jahrhundert wurde Zitronengras von den Portugiesen und Spaniern nach Europa gebracht und zunächst nur als Zierpflanze, später auch als Heilpflanze kultiviert. Im 18. Jahrhundert gelangte es in die USA und wurde anfangs nur in den südlichen Bundesstaaten angebaut, später dann in anderen Landesteilen.
Dieser Tage wird Zitronengras in vielen Ländern der Welt kultiviert, darunter Indien, Thailand, Malaysia, Vietnam, Sri Lanka, China, Brasilien oder die USA. Die wichtigsten Exporteure von Zitronengras sind Indien, Thailand und Vietnam. Die wichtigsten Importeure sind die Vereinigten Staaten, Europa und Japan.
Die Pflanze ist pflegeleicht, verträgt jedoch keine Temperaturen unter 7°C, weshalb der Anbau in mitteleuropäischen Gefilden nur um Gewächshaus oder Wintergarten gelingen kann.
2. Botanische Merkmale
Es gibt zwei Zitronengras-Arten, die angebaut und verwendet werden: Cymbopogon citratus und Cymbopogon flexuosus, westindisches und ostindisches Zitronengras. Sie werden bis zu 2 m hoch und fühlen sich bei Temperaturen von 18 – 29°C und auf sandigen Böden wohl. Das Klima sollte feucht sein, auch volle Sonneneinstrahlung ist für glückliche Pflanzen nötig.


3. Verwendung
Sowohl C. citratus als auch C. flexuosus werden in der Heilkunde als auch als Gewürz und in der Kosmetikindustrie verwendet. C. citratus wird allerdings weltweit häufiger kultiviert als C. flexuosus. C. flexuosus enthält einen höheren Anteil am ätherische Öl Citral, weshalb es für die Kosmetikindustrie interessanter ist. Die ätherischen Öle beider Zitronengrassorten sind im Rahmen der Aromatherapie erhältlich.
Es werden die oberirdischen Pflanzenteile, also die linealisch geformten Blätter, verwendet.
4. Inhaltsstoffe von Zitronengras und ihre Wirkungen
Kommen wir nun zum spannenden Teil des Artikels – den guten Inhaltsstoffen von Zitronengras (C. citratus)! 🙂
4. 1. Ätherische Öle
Die ätherischen Öle in Zitronengras verleihen ihm seinen charakteristischen zitronigen Geruch. Die beiden wichtigsten ätherischen Öle sind Citral, mit einem Anteil von bis zu 80% und Limonen, mit einem Anteil von bis zu 20%. Citral und Limonen wirken unter anderem antibakteriell, antiviral, fungizid, antioxidativ und entzündungshemmend. Limonen wirkt zudem schleimlösend.
Im ätherischen Öl sind auch die Flavonoide, unter anderem Apigenin, Luteolin, Quercetin und Kaempferol enthalten. Sie tragen sowohl zum charakteristischen Geruch und Geschmack als auch zum Wirkprofil bei.
4. 1. 1. Ätherisches Zitronengrasöl in der Aromatherapie
In der Aromatherapie wird sowohl das ätherische Öl von C. citratus als auch C. flexuosus verwendet. Möglich sind Einreibungen und Massagen, die Nutzung in der Duftlampe und Bäder.
Wirkungen: In niedrigen Dosierungen beruhigend, in hohen Dosen anregend, entzündungshemmend, gefäßerweiternd, antimikrobiell, immunstimulierend, insektenabwehrend, geruchsmindernd.
Typische Einsatzgebiete in der Aromatherapie: Nervöse Erschöpfung, gedrückte Stimmung, Schwäche, Infektanfälligkeit und Erkältungskrankheiten.
4. 1. 2. Entzündungshemmende Wirkung
Bei Mäusen, denen ein Pfotenödem induziert wurde, zeigte das ätherische Öl in einer Dosis von 10mg/kg Körpergewicht eine stark entzündungshemmende Wirkung. 90 Minuten nach der oralen Verabreichung war die entzündungshemmende Wirkung auf das Ödem mit den beiden Dosen 10 und 100 mg/kg Körpergewicht ähnlich (82,75% bzw. 86,2%) und vergleichbar mit dem Referenz-Medikament Diclofenac, das eine 86,2%-ige Wirksamkeit aufweist. Nach vier Stunden zeigte das ätherische Öl sogar eine stärkere Hemmung des Ödems von 96,8% und 95,2% bei oralen Dosen von 10 und 40 mg/kg Körpergewicht. Die Dosis 50 mg/kg Diclofenac kam auf 88,9%. Diese Daten stammen aus einem Tiermodell mit induziertem Ödem; inwiefern sich Dosierung und Effekte auf den Menschen übertragen lassen, ist bislang offen und muss klinisch untersucht werden.
Wie genau die entzündungshemmende Wirkung funktioniert ist nicht ganz klar, doch es ist nachgewiesen, dass Citral diverse entzündungsfördernde Interleukine hemmt. *
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4. 1. 3. Ätherisches Öl wirkt fungizid
Im in-vitro-Versuch zeigte das ätherische Öl des Zitronengrases eine sehr gute fungizide Wirkung gegen Candida albicans und Candida tropicalis (Hefepilze) sowie Aspergillus niger und Penicillium sp. (Schimmelpilze). Die getesteten Stämme umfassten mehrere Candida‑, Aspergillus‑, Penicillium‑ und Mucor-Arten. Für andere Pilzarten liegen bislang deutlich weniger Daten vor. Die Hauptkomponenten im Öl des, im Versuch verwendeten, Zitronengrases waren Geranial (42,2%) und Neral (31,5%), zwei Monoterpene, aus denen das ätherische Öl Citral besteht. Der Hauptinhaltsstoff ist also Citral. *
👉Info: Je nach Standort und Bedingungen (Boden, Nährstoffe, Sonne, Temperatur, Niederschlag, Pflege) unterscheidet sich die Zusammensetzung der Wirkstoffe in Heilpflanzen. Ein ein Deutschland angebauter Rosmarin hat eine andere chemische Zusammensetzung als einer aus der Provence.
4. 1. 4. Antimikrobielle Wirkung
Auch die antimikrobielle Wirkung von ätherischen Zitronengrasöl ist gut untersucht und bestätigt. Die Nutzung das ätherischen Öls als Ganzes zeigt eine bessere Wirkung als eine Mischung aus einigen isolierten Komponenten. Ich spreche das in meinen Artikeln ja immer wieder an, dass die ganze Pflanze um ein vielfaches wirksamer ist, als die Anwendung isolierter Bestandteile. Die Natur hat sich da schon etwas bei gedacht. In den in‑vitro‑Versuchen führten niedrigere Konzentrationen des ätherischen Öls vor allem zur Hemmung von Wachstum und Entwicklung verschiedener Mikroorganismen, während höhere Konzentrationen je nach Keim zu einer ausgeprägten Schädigung bis hin zum Absterben der Zellen führten. Das ätherische Öl ist auch in der Lage bakterielle Biofilme zu zerstören, was in diversen Studien nachgewiesen wurde. **
4. 1. 4. 1. Forscher empfehlen das ätherische Öl zur Desinfektion in Krankenhäusern
Forscher diskutieren, dass verdampftes Zitronengrasöl aufgrund seiner starken Wirkung als Grundlage für Desinfektionskonzepte – etwa in Gesundheitseinrichtungen – interessant sein könnte. *
Hierfür eignen sich übrigens und unter anderem auch Beifuß, und weißer Salbei als Räucherbündel sowie die ätherischen Öle von Lavendel, Thymian, Teebaum, Eukalyptus und Nelke.
4. 1. 5. Antivirale Wirkung
Die antivirale Wirkung von ätherischem Zitronengrasöl wurde gegen das Herpes-Simplex- und das murine Norovirus getestet. Schon Konzentrationen von 0,1 % und 2% waren stark genug, um die Vermehrung der beiden Viren zu hemmen. Das humane Mastadenovirus verursacht zahlreiche Erkrankungen, wie Atemwegsinfektionen, Gastroenteritis, Hepatitis, Meningoenzephalitis, Lungenentzündung und mehrere andere. Zitronengras-Extrakte zeigten hier eine zytotoxische Wirkung. Diese Ergebnisse stammen aus Zellkulturmodellen. Ob und in welcher Form sich vergleichbare Effekte im menschlichen Körper erzielen lassen, ist bislang nicht geklärt. **
4. 1. 6. Ätherisches Zitronengrasöl zeigt Aktivität gegen HI-Virus und Krebszellen
Sogar gegen das HI-Virus zeigt ätherisches Zitronengrasöl eine bestimmte Wirkung: Es beeinflusst die Virus-Transkription und die Virus-Reaktivierung und vermindert dadurch dessen Aktivität (in-vitro). Die Versuche wurden in Zelllinien durchgeführt, nicht am Menschen; für eine therapeutische Anwendung wären umfangreiche klinische Studien notwendig. **
4. 1. 7. Antikanzerogene Eigenschaften von ätherischem Zitronengrasöl
Lau der WHO war im Jahr 2020 einer von sechs Todesfällen krebsbedingt. Seit 2008 und bis 2030 schätzt man, dass die Krebssterblichkeitsrate um 45% ansteigen wird. **
Meiner Meinung nach sind diese immensen Raten vor allem den Toxinen geschuldet, denen wir täglich ausgesetzt sind. Sie befinden sich in der Luft, im Boden, im Essen, im Wasser, in Möbeln – einfach überall. Dazu kommen eine ungesunde Ernährungsweise, Elektrosmog, etc. Die Zahlen sind jedenfalls erschreckend. Entgiftung und Mikrobiompflege sind hier die Zauberworte (komm gern auf mich zu, wenn du Hilfe brauchst), eine gesunde und ausgewogene Ernährung (so gut es eben geht …) nicht zu vergessen.
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4. 1. 8. Antikanzerogene Wirkung auf diverse Krebszellarten
Jedenfalls wirkt ätherisches Zitronengrasöl zytotoxisch auf diverse menschliche Krebszellarten. Im Fokus steht Citral, das unter anderem antiproliferativ und zytotoxisch gegen zwei Prostatakrebszelllinien, Eierstockkrebszellen, bestimmte Gebärmutterhalskrebszelllinien, zwei Darmkrebszelllinien, Lungenkrebszelllinien, eine bestimmte Brustkrebszelllinie und zwei Bauchspeicheldrüsenkrebszelllinien (in-vivo) wirkt. Dabei wirken die verschiedenen Bestandteile des ätherischen Öls alle auf unterschiedlichen Wegen, führen jedoch letztlich immer zum Zelltod der Krebszellen. In diesem Fall wurden mehr Proben mit C. flexuosus durchgeführt, da es einen höheren Anteil Citral besitzt. Die antikanzerogenen Effekte wurden überwiegend an Krebszelllinien und in Mausmodellen untersucht. Klinische Daten zur Wirksamkeit beim Menschen liegen bislang kaum vor. **
Eine in-vivo-Studie an Mäusen bestätigte die antikanzerogene Wirkung des ätherischen Öls von C. flexuosus an diversen aggressiven und schnell wachsenden Tumorarten. Die jeweiligen Wachstumshemmungen der Tumorzellen bewegten sich in Bereichen von 36,97 – 97,34% und letztlich führte die Behandlung mit dem Öl zum Zelltod. ***
4. 1. 8. 1. Heilpflanzen vs. Chemotherapie
Spannend ist, dass viele Pflanzenextrakte in Labor- und Tierstudien selektiv stärker auf Tumorzellen als auf gesunde Zellen zu wirken scheinen – im Gegensatz zu klassischer Chemotherapie, die oft auch gesunde Gewebe belastet. jedoch Aus diesen präklinischen Ergebnissen lassen sich noch keine direkten Therapieempfehlungen für Menschen ableiten, denn Fragen zu Dosierung, Sicherheit und Wirksamkeit sind klinisch noch nicht ausreichend untersucht. Dass hier oft weniger geforscht wird als bei patentierbaren Wirkstoffen, ist ein strukturelles Problem unseres Medizin- und Wirtschaftssystems. Es wäre wünschenswert, dass die Forschung hier nicht stehenbleiben würde, doch Big Pharma hat den Daumen auf allem, was wirklich hilft und keine Milliardenumsätze bringt.
Für die Pharmaindustrie sind nur kranke Kunden gute Kunden. Logisch, oder?
4. 1. 9. Antioxidative Wirkungen
Ätherisches Zitronengrasöl wirkt auf verschiedene Weisen als natürliches Antioxidans. Es hemmt beispielsweise die Lipidperoxidation, also die Schädigung von Fetten durch freie Radikale, und ist wirksam gegen reaktive Sauerstoffspezies. Es kann sogar die antioxidative Kraft unserer Makrophagen erhöhen, indem es die Aktivität von Superoxid-Dismutase sowie die Glutathionbildung erhöht. In der Lebensmittelindustrie wird das Öl gegen die Oxidation von Fetten eingesetzt.
Citral moduliert speziell in Krebszellen den oxidativen Stress derart, dass die Zellen an der Vermehrung gehindert werden. Interessant, wenn man bedenkt, dass es ansonsten im Körper unsere Zellen gegen freie Radikale schützt. Das ätherische Öl ist bzgl. der antioxidativen Wirkung wesentlich potenter als alkoholische oder wässrige Extrakte aus Zitronengras. **
Aufgrund der ausgeprägten antioxidativen und entzündungsmodulierenden Effekte in Labor- und Tierstudien diskutieren Forscher, ob Zitronengras-Extrakte perspektivisch auch im Rahmen der Prävention oder als ergänzende Maßnahme bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder neurodegenerativen Erkrankungen interessant sein könnten. Für belastbare Empfehlungen in diesen Bereichen braucht es jedoch deutlich mehr klinische Daten.
4. 1. 10. Gastroprotektive und magenheilende Eigenschaften
Im Fokus dieser Studie stehen ätherisches Zitronengrasöl als ganze Mischung und isoliertes Geraniol, das neben Citral, Limonen, Myrcen und Linalool eines der enthaltenen ätherischen Öle ist, die die Mischung in Zitronengras ausmachen.
Die Studie wurde an Mäusen durchgeführt, denen mit Alkohol und Essigsäure akute Magengeschwüre induziert wurden. Die mit Essigsäure behandelten Mäuse waren die Kontrollgruppe.
Im ethanol-induzierten Magengeschwür betrug die minimale, effektive orale Dosis des ätherischen Öls im Gemisch, Citral und Geraniol 10, 100 und 3 mg/kg Körpergewicht. Diese Dosen reduzierten die Geschwürfläche um 51,67 %, 96,57 % bzw. 55,74 % im Vergleich zur Kontrollgruppe. Ätherisches Zitronengrasöl (10 mg/kg) und Geraniol (3 mg/kg) beschleunigten zudem die Magenheilung um 34, 25 und 80,57% im Vergleich zur Kontrollgruppe. Citral (100 mg/kg) zeigte diesbezüglich keine Wirkung. Die Ergebnisse wurden histologisch per Untersuchung der Geschwüre bestätigt und zeigen, dass das ätherische Öl von Zitronengras als Gesamtmischung vor allem aufgrund des enthaltenen Geraniols gastroprotektive und magenheilende Wirkung hat. Zitronengrasöl und Geraniol zeigen gastroprotektive und magenheilende Eigenschaften im Mausmodell. Für den Menschen kann Zitronengrastee als begleitende Maßnahme bei gereizter Magenschleimhaut in Betracht kommen. Ich habe Zitronengras in meine eigene Behandlung von (erosiver) Magenschleimhautentzündunge eingesetzt. ****
4. 1. 11. Ätherisches Zitronengrasöl ist gut für die Darmflora
Eine Studie an 200 japanischen Wachteln im Alter von einer Woche untersuchte die Auswirkungen von ätherischem Zitronengrasöl auf deren Wachstum, Leber- und Nierenfunktion, Immunität, Antioxidantien-Indizes und das Mikrobiom im Vergleich zu einer Kontrollgruppe. Die Gabe von ätherischem Zitronengrasöl erhöhte das Körpergewicht schneller und verbesserte die Futterumwandlung. Immunität, Leber- und Nierenwerte sowie Antioxidantien-Indizes wurden ebenfalls verbessert.
Daneben reduzierte ätherische Zitronengrasöl die Anzahl an Schadbakterien im Darm, wie z. B. E. coli und Salmonellen, regulierte Cäkale Coliformen und erhöhte wiederum die Gesamtzahl der Bakterien im Mikrobiom und auch die essenziellen Lactobazillen. Auch die Aktivität der Verdauungsenzyme im Darm nahm deutlich zu. All diese Effekte steigerten die Gesundheit der Wachteln. *****
Es liegt nahe zu vermuten, dass bestimmte Effekte, wie die Verschiebung der Darmflora zugunsten von Laktobazillen, teilweise auch beim Menschen auftreten können. Bisher gibt es dazu aber hauptsächlich Daten aus Tiermodellen. Ich meine: Dass Schadbakterien im Darm zumindest teilweise auch bei uns Menschen abgetötet werden können, zeigen die antibakteriellen Eigenschaften.
4. 1. 12. Weitere Verwendungen
Es sei noch kurz erwähnt, dass das ätherische Zitronengrasöl auch in der Kosmetikindustrie Verwendung findet und unter anderem zur Haarpflege eingesetzt wird. Es ist außerdem ein wirksames Schutzmittel gegen Mücken und Co. Hierfür kannst du alle zitronigen ätherischen Öle verwenden und auch Lavendel.


4. 2. Weitere Inhaltsstoffe
Zitronengras enthält viele weitere interessante und nahrhafte Inhaltsstoffe, darunter sekundäre Pflanzenstoffe wie Saponine, Tannine und Alkaloide, Makronährstoffe (Proteine, Kohlenhydrate, Fette) und Mikronährstoffe (Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente). Besonders reich ist es an Eisen und Vitamin C mit 8,17mg und 2,6mg auf 100g Zitronengras. Die Werte schwanken natürlich immer. Weitere sind unter anderem:
- Kalzium
- Magnesium
- Phosphor
- Kalium
- Zink
- Kupfer
- Selen
- B-Vitamine
Die ganze Liste gibt es beim U.S. Department of Agriculture. ******
Neben der Verwendung des ätherischen Öls und der Zubereitung als Tee macht es für mich Sinn, die ganzen Stängel zu essen, was ich auch mache. Ich koche damit und knabbere hier und da mal ein Stückchen roh, da Kochen die Inhaltsstoffe natürlich auch schädigt.
5. Kochen mit Zitronengras
Zitronengras verleiht deinen Gerichten eine feine zitronige Note und passt vor allem gut zu Knoblauch, Zwiebeln, Ingwer und Kurkuma. Das ist eine super leckere Power-Basis für dein nächstes Essen! Ich brate alles Zutaten zusammen in der Pfanne an, das Zitronengras stampfe ich zuvor etwas, damit das ätherische Öl austritt. In Asia-Läden in Deutschland gibt es das eingefroren.
6. Ich wurde zum Zitronengras-Fan
Es hat etwas gedauert, bis ich hier auf die frischen Stängel aufmerksam wurde, doch nun gehören sie zum Kücheninventar. Ich trinke den Tee und verwende sie für meine Gerichte.
Wenn du dir das ätherische Öl kaufen möchtest, dann achte auf hohe Qualität. Die kostet natürlich auch etwas mehr, doch das lohnt sich. Lass es dir schmecken, wenn du das nächste Mal asiatisch angehaucht kochst!
💡Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Ich bin keine Ärztin. Die Informationen basieren auf wissenschaftlicher Recherche und persönlichen Erfahrungen, stellen jedoch keine Therapieempfehlung dar. Bei gesundheitlichen Beschwerden konsultiere immer medizinisches Fachpersonal.
*Lemon grass (Cymbopogon citratus) essential oil as a potent anti-inflammatory and antifungal drugs
**Lemongrass Essential Oil Components with Antimicrobial and Anticancer Activities
***Anticancer activity of an essential oil from Cymbopogon flexuosus
FAQ: Häufige Fragen zu ätherischem Zitronengrasöl
Was ist Zitronengrasöl und woraus wird es gewonnen?
Zitronengrasöl ist ein ätherisches Öl, das durch Wasserdampfdestillation aus den frischen Blättern des Zitronengrases (Cymbopogon citratus) gewonnen wird. Es enthält vor allem Citral und Geraniol als wirksame Bestandteile.
Welche gesundheitlichen Wirkungen hat Zitronengrasöl?
Zitronengrasöl zeigt in Studien antibakterielle, antivirale, entzündungshemmende und antioxidative Eigenschaften. Es kann das Wachstum bestimmter Keime hemmen, Entzündungsprozesse in Zellen und Tiermodellen modulieren und dazu beitragen, oxidativen Stress zu reduzieren.
Wie kann Zitronengrasöl angewendet werden?
Das Öl wird vor allem äußerlich oder über die Raumluft eingesetzt. z. B. in der Aromatherapie, als Massageöl (verdünnt), Badezusatz oder zur Raumdesinfektion. Die innerliche Einnahme von ätherischem Zitronengrasöl ist nicht zu empfehlen, hier greifst du besser auf Tee oder die frische Pflanze zurück.
Hilft Zitronengrasöl bei bakteriellen oder viralen Belastungen?
Ja. Das Öl zeigt in Labor- und Tierstudien Wirkung gegen verschiedene Bakterien und Viren und kann sogar bakterielle Biofilme schwächen oder auflösen. In Krankenhäusern wird es teils bereits zur Desinfektion der Raumluft eingesetzt.
Wirkt ätherisches Zitronengrasöl antikanzerogen?
In präklinischen Studien hat sich gezeigt, dass ätherisches Zitronengrasöl zytotoxische Effekte auf verschiedene menschliche Krebszelllinien entfalten kann. Vor allem der Bestandteil Citral wirkt in Zellkulturmodellen antiproliferativ und zytotoxisch gegen unterschiedliche Tumorzelltypen, etwa aus Prostata, Darm oder Lunge. Belastbare Daten zur Wirksamkeit beim Menschen liegen dazu jedoch noch kaum vor.
Was muss man bei der Anwendung beachten?
Ätherisches Zitronengrasöl ist stark konzentriert und sollte niemals unverdünnt auf die Haut aufgetragen werden. Vor allem bei empfindlicher Haut ist eine Verdünnung mit einem Trägeröl wichtig. Es ist nicht zur inneren Einnahme geeignet, dafür eignen sich Tee oder die frische Pflanze deutlich besser.
Gibt es Risiken oder Gegenanzeigen?
Menschen mit sensibler Haut oder Duftstoffallergien sollten vorsichtig sein. In Schwangerschaft und Stillzeit ist die Anwendung nur nach Rücksprache mit Fachpersonen zu empfehlen.



