Reizdarm Erfahrungsbericht: Ursachen, Trigger, was mir geholfen hat

Reizdarm Erfahrungsbericht
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Anja

Gesundheits-VER-rückte Beraterin, Schamanismus, Bewusst-SEINS-forscherin, (Welten)Reisende.

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Ich begleite dich auf dem Weg, deinen Darm ins Gleichgewicht zu bringen!

Ich war jahrelang die klassische Reizdarm-Patientin. Bin von einem Gastroenterologen zum nächsten gerannt, habe mich mit dieser Ausschlussdiagnose abspeisen lassen und quasi akzeptiert, dass ich chronische Darmprobleme habe. Bis ich vor einigen Jahren eines besseren belehrt wurde und mich auf den Weg der echten Darmregeneration begeben habe. Reizdarm ist ein Syndrom, ein Symptom, das verschiedene Ursachen hat. Mit meinem persönlichen Reizdarm Erfahrungsbericht möchte ich dich ermutigen, dich auch auf den Weg zu machen, anstatt dich mit einem Ungleichgewicht abzufinden, das ganzheitlich betrachtet werden muss.

Inhaltsverzeichnis

1. Reizdarm Erfahrungsbericht: Meine persönliche Geschichte

Meine Geschichte ist vielleicht auch deine Geschichte oder zumindest ähnlich. So oder so ist es angeraten, bei allen Konstitutionen, die chronisch werden, nach den Ursachen zu forschen. Ich kann sehr genau festmachen, was zu meinen Symptomen und Problemen im Verdauungstrakt geführt hat. Vielleicht findest du dich in so manchem wieder. 

2. Hatte ich in meiner Kindheit Probleme mit dem Darm?

Ich kann mich nicht erinnern, in meiner Kindheit und frühen Jugend Verdauungsbeschwerden oder spezielle Probleme mit bestimmten Nahrungsmitteln gehabt zu haben. Obwohl ich mit Milch, Milchprodukten, sowie den Klassikern „Mischbrot” und Weizentoast aufgewachsen bin. Von glutenfreien Alternativen hatte man damals noch nichts geahnt. Genauso, wie von vielen anderen Dingen. Heute weiß man, dass diese Lebensmittel vor allem in der frühen Kindheit eher schädlich für die Entwicklung des Darms sind und Kuhmilch bei Säuglingen Allergien auslösen kann. Diese sind auch ein Thema bei mir. Ich wünschte, damals wäre das Wissen um wirklich gesunde und nährende Lebensmittel bereits verbreiteter oder leichter verfügbar gewesen. 

3. Reizdarm-Trigger, die ich bei mir identifiziert habe

3. 1. Hochsensibilität und Traumata als Trigger für Reizdarm

Dass ich hochsensibel bin wurde mir erst mit Ende 20 klar, als meine Mutter mir ein Buch zum Thema geschenkt hat. Ich dachte immer, dass mit mir etwas nicht stimmt. Ich habe die Welt nie so wahrgenommen wie andere. Mochte nicht mit lebhaften Kindern spielen, hatte immer nur eine sehr enge Freundin, was mir teils auch zum Verhängnis wurde. Ich war nie die klassische Socializerin, entfalte mich nur, wenn ich mich wirklich wohl fühle und mir ging alles schon immer sehr nah und tief. 

3. 2. Traumata setzen sich im Nervensystem fest: Es kommt zur Dysregulation

Dementsprechend haben mich auch Erlebnisse geprägt, die an anderen wohl spurlos vorbeigegangen wären. Es gab leider einige sehr traumatische Erlebnisse in meiner Kindheit, die tiefe Kerben in meiner Seele hinterlassen haben und die ich teils noch immer aufarbeite, da sich tiefere Ebenen und Erkenntnisse erst Stück für Stück zeigen. Das Nervensystem ist ein sehr wichtiger Faktor bei Reizdarm und es wird bereits im Bauch der Mutter geprägt. Je nach Konstitution ist man anfälliger für die Ausprägung des Reizdarmsyndroms oder nicht. Traumata speilen eine große Rolle. Bei hochsensiblen Menschen ist es überaktiv und muss gezielt reguliert werden. Weitere Traumata im Erwachsenenalter, wie der Suizid meines Vaters 2016, der einige Themen erst so richtig gezeigt, aufgewirbelt, klar gemacht und das Familiensystem einmal komplett umgekrempelt hat, haben mir weitere Seelenaufgaben geschenkt.

3. 3. Magersucht und Bulimie während der Jugend: Der erste Darm-Crash

In meiner Jugend habe ich eine Essstörung entwickelt – Magersucht und Bulimie. Die Bulimie zog sich noch bis in meine frühen 20er. Dass jahrelanges Hungern zum einen und künstlich herbeigeführtes Erbrechen zum anderen weder für den Magen noch den Darm gut sind, war mir damals nicht bewusst und natürlich auch egal. Denn was bei einer Essstörung zählt, ist ja das Abnehmen. Da ist nichts anderes mehr wichtig. In der Psychotherapie, die ich nach ein paar Jahren freiwillig begonnen habe, wurden die Auswirkungen auf den Magen-Darm-Trakt, bis auf die Speiseröhre, leider auch nicht thematisiert. Ein richtiger Darmaufbau nach Essstörung, der eigentlich so wichtig ist, blieb aus und ich schätze, dass das heutzutage auch nicht gemacht wird. Studien haben die Auswirkungen von Magersucht auf das Mikrobiom natürlich untersucht und es ist ja kein Wunder, dass die nützlichen Mikroben im Darm verhungern und das Spielfeld für Schadkeime frei gemacht wird. 

3. 4. Alles austesten mit der Volljährigkeit: Techno war mein Lebenselixier

Jep, there you have it. Ich habe es viele Jahre so richtig krachen lassen und war eine Techno-Mieze, wie sie im Buche steht. 😽 Techno war mein Herzschlag und meine liebste Freizeitbeschäftigung. Mit allem, was dazu gehört. Dass diese Leidenschaft weder der physische Körper noch der Darm besonders toll finden, bedarf wohl keiner Erklärung. Was mir aus dieser Zeit bis heute geblieben ist, ist meine Plattensammlung, ein Plattenspieler, Fotos sowie viele Erinnerungen und Erfahrungen, für die ich sehr dankbar bin. Diese Zeit war sehr prägend für mich und hat mich enorm vorangebracht. Gerade auch, was die seelisch-spirituelle Entwicklung betrifft. Natürlich gab es auch Dinge, die nicht gut waren, doch wann gibt es die nicht?

3. 4. 1. Von der Chemie zu den Pflanzen

Mit Ende 20 bin ich bin von der Künstlichkeit in die Natürlichkeit gekommen. Von der Chemie zu den Pflanzen. So, wie das bei vielen anderen auch ist. Ich war nie eine von den Verlorenen, hatte immer Ziele, habe mein Studium durchgezogen, habe praktisch in zwei Welten gelebt. Wie ich das auf irgendeine Art schon immer getan habe und zwar bis heute. Nur, dass ich diese Welten jetzt kenne und weiß, warum meine Seele diesen Weg geht. 

Ob diese Zeit bleibende Auswirkungen auf meinen Darm hatte kann ich nur mutmaßen. Der Körper ist sehr resilient, vor allem bis Ende 30. Ich schließe es jedoch nicht aus. Ich habe keine chronisch-entzündliche Darmerkrankung und auch nicht mit Leaky Gut zu tun und schätze, dass meine Ernährung, Sport und meine sonstige Lebensweise schon damals auf das Positivkonto eingezahlt haben. Wenn sie auch nicht so ausgetüftelt war wie heute. 

3. 5. Ursache für Reizdarm und Killer für die Darmflora: Antibiotika gegen Akne

Mit Anfang 20 verschrieb mir ein Hautarzt Antibiotika gegen Akne. Tatsächlich verschwand die Akne fast gänzlich, doch höchstwahrscheinlich auch mein Mikrobiom. Woher sollte ich es damals besser wissen? Dass die Akne hauptsächlich von meinem angeschlagenen Darm kommt, wusste ich damals dementsprechend nicht.

3. 6. Mehrere Schleudertraumata: Vagusnerv traumatisiert

Das erste Schleudertrauma mit 16 Jahren, das zweite mit 20 Jahren, das dritte mit 36 Jahren. Die ersten beiden wurden aufgrund unfähiger Ärzte gar nicht behandelt, das dritte konnte ich erst verspätet behandeln lassen, da es im Dschungel in Kolumbien passiert ist. Mit einer speziellen Therapie in Hoi An bei Hieu. Das Ergebnis all dieser Unfälle sind zwei verschobene Bandscheiben in der HWS und chronische Probleme. Das ist sehr schlecht für das Nervensystem, besonders für den Vagusnerv, da dieser ja durch die HWS verläuft. Es ist bekannt, dass solche Verletzungen sich auf Dauer negativ auf den restlichen Körper, das Gehirn und vor allem auch auf das Verdauungssystem auswirken. Ich mache seit meiner Behandlung bei Hieu täglich Übungen, um meine HWS zu stärken und zu entlasten und hoffe, dass ich in Zukunft innovative Ansätze für mich nutzen kann.

4. Während der Essstörung kamen die ersten Symptome

4. 1. Verstopfung und Abführmittel

Okay, dass man während einer Essstörung Verstopfung hat, ist wohl klar. Das bisschen, das man ab und zu isst, reicht einfach nicht, um den Darm in Bewegung zu bringen. Der ganze Körper ist auf Sparen und Mangel eingestellt und der Darm zudem gereizt und grantig. Also habe ich auch sehr oft Abführmittel höher dosiert genommen. Das reizt den Darm ebenfalls, spült Darmbakterien aus, bringt den Elektrolythaushalt durcheinander und es stellt sich ein Gewöhnungseffekt ein. 

An dieser Stelle der wichtige Hinweis: Laxanzien sind ausschließlich für die kurzzeitige Anwendung gedacht! In der Packung steht deshalb auch max. eine Woche Anwendungszeit, was schon viel ist. 

5. Was ist ausgewogene Ernährung? Gesund gedacht muss nicht gesund sein

Was ich noch vor vielen Jahren als gesunde und ausgewogene Ernährung empfand, ist aus heutiger Sicht für mich mehr als unzulänglich. Wenngleich ich seit meinem Auszug aus dem Elternhaus selbst gekocht und auf frische Zutaten geachtet habe. Ich wollte mit ca. 11 Jahren Kochen lernen und so brachte meine Mutter mir in den Sommerferien die Grundlagen bei. Ich hatte natürlich Gewohnheiten aus meinem Elternhaus, wie normales Brot und Brötchen (morgens und abends), Weizenmehl und verarbeitete Produkte übernommen. Versteh mich nicht falsch – meine Mam hat jeden Mittag frisch gekocht, doch das alleine macht ja noch keine ausgewogene Ernährung. Typisch Deutsche Essgewohnheiten mit Brot als Kernelement sind eben nicht gesund. 

6. Kann man Reizdarm testen? Meine Erfahrungen

6. 1. Darmprobleme? Reizdarm? Rennen von Arzt zu Arzt

Mit 26 Jahren, als ich Martin kennengelernt hatte, wurde mein Leben dann allmählich ruhiger. Ich hatte weiterhin ständig Magen-Darm-Probleme, vor allem einen trägen Darm mit Neigung zu Verstopfung und öfter Magenschleimhautentzündung. Und so begann ich allmählich, der Sache auf den Grund zu gehen. Wenn auch damals zunächst über den schulmedizinischen Weg.

6. 2. Sinnvoll bei Reizdarm: Test auf Laktose- und Fruktoseintoleranz 

Mein erster Schritt waren Tests sowohl auf Laktose- als auch auf Fruktoseintoleranz. Diese machen auf jeden Fall Sinn, da es zwei einfache Ausschlussmethoden für Lebensmittel sind. Sie waren beide positiv, wenn Fruktose auch nur gering ausgeschlagen hat. Obst kann ich  in gemäßigten Mengen essen. So habe ich schon damals die Milch aufgegeben und bin von laktosefrei zu Pflanzendrinks gewechselt. Da ich vor der Essstörung keine Probleme mit Milch und Obst hatte (jedenfalls nicht bewusst …), gehe ich davon aus, dass mein Mikrobiom hier bleibenden Schaden genommen hat. Mit der Zeit habe ich jedenfalls gemäßigte Mengen Laktose und auch Obst wieder besser vertragen.

6. 3. Esse ich Milchprodukte? Ja – aber welche?

Ich esse trotzdem auch mal ein Eis oder Süßspeisen, die Milch enthalten. Käse habe ich nie aufgegeben und konsumiere ihn in Maßen. Fester Käse ist übrigens auch fermentiert und es gilt: Je reifer der Käse, desto weniger Laktose. Jogurt gehört ebenfalls zu den fermentierten Lebensmitteln und den esse ich auch ab und zu oder dann Kokosjoghurt. Der ist allerdings wieder stark verarbeitet und sollte auch nicht ganz unkritisch betrachtet werden. Butter vertrage ich und sie ist in Maßen genossen ein hochwertiges Nahrungsmittel, genau wie Ghee. Kefir steht sowieso auf dem Speiseplan, sowohl aus Soja als auch aus Milch. Ich setze unseren Kefir selbst an und unsere Kefirkultur reist mit uns um die Welt. 😄 Wichtig ist auch die Qualität der Milch- und Sojaprodukte und diese sollte vom Hof oder bio sein. 

6. 4. Laktoseintoleranz ist der natürliche Zustand des Darms

Laktoseintoleranz ist übrigens der natürliche Urzustand des Darms, der nicht dafür geschaffen wurde, nach dem Stillen weiterhin Milch von anderen Lebewesen zu verwerten. Dass Laktose vertragen wird, liegt an einer genetischen Mutation im Laufe der Evolution. Wirf einen Blick nach Asien, wo die meisten Menschen „noch” laktoseintolerant sind und die Milchindustrie ordentlich Druck macht. Auch in Teilen Afrikas sind die Menschen noch großflächig laktoseintolerant. Laktoseintoleranz kann jedoch auch durch entzündliche Darmerkrankungen oder eine Dysbiose erworben sein. 

6. 4. 1. Wissenschaftliche Evidenz: Evolutionärer Hintergrund zur Laktoseintoleranz

Die genetische Grundausstattung des Menschen sieht vor, dass die Laktaseproduktion nach dem Abstillen abnimmt. Das betrifft etwa 70 – 80% der Weltbevölkerung. Die Fähigkeit, auch als Erwachsener Milch verdauen zu können entstand erst vor ca. 3.000 – 7.500 Jahren, nachdem bestimmte Bevölkerungsgruppen mit Viehzucht begannen und Milch als Nahrungsquelle nutzten. Dort hat sich ein Gen-Polymorphismus entwickelt, der eine dauerhafte Laktaseproduktion im Dünndarm ermöglicht. (1) Wieviel Blähungen und Durchfall haben diese Menschen wohl erstmal ertragen und sich nicht gewundert???

6. 5. Fruktoseintoleranz: Genetisch bedingt oder erworben?

Fructoseintoleranz kann ebenfalls genetisch bedingt und auch durch entzündliche Darmerkrankungen oder eine Dysbiose erworben sein. Kleiner Trost: Du solltest sowieso nicht so viel Obst essen, da auch der Fruchtzucker auf Dauer nicht gut für Leber, Darm und Organismus ist. Es gibt fruktosearmes und fruktosereiches Obst. Zu viel Obst kann auf Dauer durch den enthaltenen Fruchtzucker die Entstehung einer nicht alkoholische Fettleber fördern. Obst ist ein Snack und vor allem Frutarier sollten sich hier besser informieren.

6. 6. Reizdarm? Darmspiegelungen ohne Ergebnis, Ärzte ohne Rat und Lösung

Weil meine Probleme auch ohne Laktose und Fructose nicht gelöst waren, hatte ich mit Mitte / Ende 20 meine erste Darmspiegelung. Natürlich ohne Ergebnis und somit war das für den Arzt mit der Diagnose Reizdarm auch erledigt. Magenspiegelungen aufgrund von Gastritis hatte ich bereits ein paar und mit Anfang 30 dann die nächste Darmspiegelung. Denn ich hatte weiterhin Probleme und wusste ja nicht weiter. Wieder ohne Ergebnis, was einerseits natürlich super ist. 

Eine Darmspiegelung eignet sich, um Krebs, Polypen, Entzündungsherde und chronisch-entzündliche Darmerkrankungen zu diagnostizieren sowie um zu sehen, ob der Darm rein oberflächlich in einem guten Zustand ist. Nicht jedoch, um Dysbiosen oder körperliche Ungleichgewichte auszumachen. Insofern war ich mit der Ausschlussdiagnose Reizdarm wieder auf mich gestellt. Ein paar tage Analyse in der Spezialabteilung eines Krankenhauses brachten keine weitere Informationen, außer, dass der Reizdarm per reizauslösendem Test bestätigt wurde. Der Test ist übrigens sehr fragwürdig.

7. Reizdarm verstehen: Forschung nach Ursachen und Hilfe

Etwa ab diesem Zeitpunkt habe ich mich mehr und mehr von Schulmedizinern verabschiedet, um meinen eigenen Weg zu gehen. Kein Arzt hatte mir wirklich tiefergehend geholfen, weshalb ich begann selbst sehr viel zu recherchieren. So lernte ich auch neue Menschen kennen, die mir diverse Lösungen anboten. Ich habe sie ausprobiert und hatte teils kurzfristige Erfolge, teils nicht. Kein Ansatz griff ganzheitlich oder langfristig. Auch nicht der einer Heilpraktikerin.

8. Eine Dünndarmentzündung und ein Burnout später: Das Blatt wendet sich

Mit 34 Jahren hatte ich eine Dünndarmentzündung, mit 35 dann das Burnout. Das war 2020. Weil die Situation diesmal präkar war, brauchte ich doch einen Arzt. Es sollte aber ein guter, ganzheitlich denkender sein und den habe ich tatsächlich auch gefunden. Er hat wirklich umfassend analysiert und nur mit natürlichen Methoden gearbeitet. 

Seine Worte zum Thema Reizdarm waren: „Reizdarm? Das ist mir zu exotisch”  und das hat sich mir eingebrannt. 

Bei meinem Gastroenterologen bin ich mit meiner Forderung nach einem Florastatus wegen der Dünndarmentzündung gegen Wände gerannt und dieser Arzt hat ihn ganz von selbst angeordnet. Das geht auch auf Kassenkosten. Er hat sich damals sofort auf den Darm und eine entsprechende Sanierung sowie Mikronährstoffe konzentriert, was für mich der erste Baustein zur Besserung und zu meiner jetzigen Berufung wurde. 

8. 1. Was ich damals verstanden habe: Darmgesundheit und Burnout sind eng verbunden

Damals habe ich verstanden, dass der Darm ein ausschlaggebender Faktor für die Ausbildung eines Burnout ist. Der Florastatus hat natürlich nichts Gutes gezeigt und so habe ich meinen Darm ein Jahr lang saniert mit einem sehr guten Ergebnis, sowohl auf dem Papier als auch direkt spürbar. Mehr Infos ließt du in diesem Artikel zu Probiotika und Darmfloratests. Ich hätte die Darmsanierung noch länger gemacht, um das Milieu gut zu stabilisieren, doch wir hatten festgelegte Pläne, Deutschland zu verlassen, weil wir das schon lange tun wollten und das Leben dort für uns einfach nicht mehr erträglich war. Am 1. September 2021 sind wir nach Paraguay geflogen und als im Winter 2021 alle wegen PCR-Tests, Impf*ng und C*r*na durchgedreht sind, lebten wir frei im kolumbianischen Dschungel mit Menschen, die auf die Kraft der Natur setzen. 

8. 2. Ich habe gelernt: „Reizdarm” ist ein Symptom und muss holistisch behandelt werden

Der Florastatus damals war der Startschuss für meinen Weg, meinen Darm endlich zu verstehen, noch genauer zu beobachten, trigger zu identifizieren und dementsprechend regulierend auf ihn einzuwirken. Meine standard-Maßnahmen, um meinen Darm im Gleichgewicht zu halten, sind:

  • Mikronährstoffe
  • Schlaf (großer pain point auf Reisen!!!)
  • Entzündungslinderung (Mikronährstoffe, Ernährung)
  • Regelmäßige, gezielte Darmsanierung (pain point auf Reisen!)
  • Ausgewogene Ernährung, die meinen Bedürfnissen gerecht wird 
  • Stressmanagement (Was mir hilft: Natur, Earthing, Sport, schamanische Arbeit, spirituelle Arbeit, Meditation, Kräutersachen, Kochen)
  • Vagusstimulation (Was mir hilft: Natur, Earthing, schamanische Arbeit, spirituelle Arbeit, Meditation, bestimmte Vagus-Übungen, Yoga)

Anhand der pain points siehst du, wo meine persönlichen Baustellen liegen und dass auch bei mir nicht alles perfekt ist. Es kommen auch immer mal wieder Trigger-Events, die mich aus der Bahn werfen, wie z. B. die erosive Gastritis 2023. Wir können uns nicht vor allem schützen, aber wir können verstehen, handeln und regulieren. Die Alternative in meinem Fall wäre ein stationäres Leben, doch das ist für uns in Deutschland einfach nicht vorstellbar und so suchen wir weiter eine Base. In Deutschland hätte ich anderen Stress, der meinen Körper beeinflusst. Ich kann dir jedoch ehrlich sagen, dass Stabilität bei einem sensiblen Magen-Darm-System ein sehr entscheidender Faktor ist. Du musst für dich abwägen, wie du dein Leben leben möchtest und was das größere Opfer wäre: Verharren, der bohrende Gedanke, dass da noch mehr kommen muss und jede Menge Stress, oder die Veränderung, die du dir wünschst und die damit verbundenen Risiken und Nebenwirkungen?

9. Mein Reizdarm Erfahrungsbericht: Erkennst du dich wieder?

In welchen Teilen meiner Geschichte erkennst du dich wieder, weil du das selbst so erlebt hast oder erlebst? Reizdarm ist kein Symptom, das sich von heute auf morgen aufbaut. Es spielen sehr viele Faktoren mit rein und ein ganz wichtiger davon ist unser Nervensystem, das bereits im Bauch der Mutter geprägt wird. Je nach Konstitution ist man anfälliger für die Ausprägung des Reizdarmsyndroms oder nicht. Dementsprechend langwierig kann die dauerhafte Wiederherstellung werden. 

9. 1. Reizdarm und weitere Ungleichgewichte sind die Regel

Die allermeisten Menschen haben heutzutage aufgrund der modernen Lebensweise, Stress, Toxinen, Schwermetallen, Luft- und Wasserverschmutzung, Elektrosmog, ungesunder Ernährung, etc. mit Dysbiosen, Reizdarm und chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen zu kämpfen. 

Ich habe noch keinen Florastatus gesehen, der gut war. Wirklich nicht. Um den Darm gesund und im Gleichgewicht zu halten ist es notwendig, sich täglich bewusst um ihn zu kümmern und am besten einmal jährlich einen Florastatus oder eine Mikrobiomanalyse zu machen, um bei Ungleichgewichten schnell intervenieren zu können. Kein Darm bleibt gesund, wenn man sich nicht konsequent und gezielt um ihn kümmert. 

10. Was du aus meinem Erfahrungsbericht mitnehmen kannst

Mein Erfahrungsbericht zeigt, dass Reizdarm nicht zufällig entsteht. In meinem Fall war es das Zusammenspiel verschiedener Faktoren: Traumata, Stress, Essstörung, Lebensweise, Antibiotika. Entscheidend für den Weg zur Regeneration waren nicht eine einzelne, „bahnbrechende Methode” oder ein Produkt, das alles verspricht, sondern das Verständnis für meine persönlichen Auslöser und Trigger.

  • Jeder Reizdarm hat individuelle Auslöser. Was anderen hilft, muss nicht automatisch für dich funktionieren
  • Besserung entsteht nicht durch radikale Diäten, sondern durch gezielte Schritte und Beobachtung
  • Sobald man versteht, welche Faktoren den Darm belasten, kann man gezielt gegensteuern
  • Der Darm reagiert sensibel auf Stress und Lebensumstände, nicht nur auf Lebensmittel

Es geht nicht darum, perfekt zu sein oder alles auf einmal zu ändern. Es geht darum, Zusammenhänge zu erkennen und den eigenen Weg zu finden.


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Gast
Mesalunita
10 Stunden zuvor

Ein wirklich interessanter Artikel. Ich denke schon seit einer Weile, dass ich auch einen leichten Reizdarm habe. Die Laktoseintoleranz habe ich schon und meine Kinder haben Zöliakie, also irgendwas wird wohl in den Genen drin stecken. Wobei ich oft denke, dass es auch der Stressfaktor ist und natürlich das viele Brot *lach*
ES ist im Alltag manchmal gar nicht so leicht seine alten Gewohnheiten abzulegen und seine Ernährung komplett umzustellen. Ich habe auch mal versucht Ketogen zu leben, um von dem vielen Brot wegzukommen, aber das ist gar nicht so einfach. Eine Darmsanierung habe ich tatsächlich auch schon hinter mir, ob sie was gebracht hat?keine Ahnung. Spannend wäre das Thema bestimmt

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