Hast du seit Jahren oder sogar fast dein ganzes Leben lang mit chronischen Magen-Darm-Beschwerden zu kämpfen und kennst Arztpraxen von innen besser, als dir lieb ist? Ich weiß, wie du dich fühlst, denn ich war bis vor sechs Jahren genau dort. Mein halbes Leben lang bin ich von Gastroenterologe zu Gastroenterologe gerannt, habe verschiedenste Untersuchungen und vermeintliche Diagnosen über mich ergehen lassen und bin doch all die Jahre kein Stück weitergekommen. In diesem Bericht teile ich meine persönlichen Erfahrungen mit dir. Du bist nicht allein und es gibt einen Weg aus dem Reizdarm-Dschungel, denn die Diagnose Reizdarm ist keine Diagnose, sondern eine Ausrede!
- 1. Wann hat mein Reizdarm angefangen?
- 2. Gastroenterologen und die Diagnose Reizdarm: „Damit müssen Sie leben”
- 3. Diagnose Reizdarm und der Test, der meinen Fall besiegeln sollte
- 4. Diagnose Reizdarm: Warum diese Diagnostik keine echte Grundlage hat
- 5. Der Test, der alles für mich verändert hat: Darmflorastatus
- 6. Darmsanierung bei Reizdarm: Der wichtigste Baustein?
- 7. Die Diagnose Reizdarm ist keine Endstation – mein Fazit
1. Wann hat mein Reizdarm angefangen?
Ich habe mit etwa 13 Jahren eine Essstörung (Magersucht und Bulimie) entwickelt, die sich bis zu meinem 16. Lebensjahr zog. Ich selbst habe damals den Entschluss gefasst, zum Psychologen zu gehen, um mein Leben zurückzubekommen. Natürlich hat es jahrelang gedauert, bis ich in einen einigermaßen normalen Essensrhythmus zurückgefunden habe und damals habe ich mich auch nicht so ausgefeilt ernährt, wie heute. Anfang der 2000er wusste man einfach noch nicht so gut Bescheid, was an normalen Lebensmitteln eigentlich kontraproduktiv für die Darmgesundheit ist, Stichwort Milchprodukte und Gluten, was beides seit meiner Kindheit an der Tagesordnung war.
Jedenfalls hat sich mein Verdauungstrakt seit der Essstörung nie mehr richtig erholt und ich litt seither an chronischer Verstopfung, träger Verdauung und Tendenz zu Magenschleimhautentzündungen. Natürlich habe ich damals den Zusammenhang nicht erkannt und mir hat leider auch niemand gesagt, dass meine Probleme hier den Ursprung haben, denn eine Essstörung verändert natürlich das gesamte Nervensystem und das Mikrobiom nachhaltig. Die ausführliche Geschichte zu meinem Reizdarm liest du in meinem Artikel „Reizdarm Erfahrungsbericht”.
2. Gastroenterologen und die Diagnose Reizdarm: „Damit müssen Sie leben”
Für ca. 15 Jahre saß ich also regelmäßig in gastroenterologischen Praxen, um meine anhaltenden Beschwerden abklären zu lassen. Es wurden Tests gemacht, Darmspiegelungen, ich wurde angehört und habe mich ständig wiederholt, nur, um immer wieder die gleiche Erklärung zu bekommen: „Sie haben eben einen Reizdarm”. So, als ob das das normalste von der Welt wäre. Und natürlich wurde mir auch immer wieder gesagt, dass man da nichts machen könne, außer, die Ernährung anzupassen. Die einzige konkrete Maßnahme, die mir ziemlich am Ende meiner Reise von meinem letzten Gastroenterologen empfohlen wurde, war die Low-FODMAP-Diät, die – wie ich heute weiß – nur eine Intervention, aber keine Behandlung des Reizdarm-Syndroms ist. Warum die Low-FODMAP-Diät deinen Reizdarm nicht heilt lies du im verlinkten Artikel zum Thema.
3. Diagnose Reizdarm und der Test, der meinen Fall besiegeln sollte
Besiegelt wurde mein Fall dann bei einen Krankenhausaufenthalt 2017, um einige Tests in der angeblich besten Magen-Darm-Klinik in Hamburg durchzuführen. Mal wieder konnte nichts außergewöhnliches festgestellt werden und dann kam dieser eine Test, der das Non-Plus-Ultra zur „Reizdarm-Diagnostik” sein sollte: Ein physikalischer Reiztest.
Ich bekam einen kleinen Ballon in den Pops gesteckt, den die Schwester über eine Apparatur langsam aufgeblasen hat. Je früher ich schreie „Halt! Ich habe Stuhldruck”! desto mehr sollte das für Reizdarm sprechen. Scheinbar habe ich nach einem Millimeter Luft im Ballon schon das Stop-Signal gegeben, denn die Schwester sah mich besorgt an und sagte „Das ist schon sehr früh”. Somit war das Ende meiner Arzt-Odysee besiegelt. Mein Gastroenterologe konnte sich zurücklehnen, nun, da das Thema endlich schwarz auf weiß geklärt war und er mich einordnen konnte, wo ich hingehörte: Reizdarm. Austherapiert. Und ich sag´s dir ganz ehrlich: Ich war sogar ein bisschen erleichtert, weil ich damals wirklich dachte, dass der Test valide ist und ich jetzt endlich weiß, dass mein Darm nunmal empfindlich ist und ich Wege finden muss, ihn zu schonen. Ich bin mir sehr sicher, dass das noch immer sehr vielen Betroffenen genauso geht. Dir vielleicht auch?
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4. Diagnose Reizdarm: Warum diese Diagnostik keine echte Grundlage hat
Dass dieser Test eine einzige Farce war, habe ich dann drei Jahre Jahre später festgestellt, als ich wegen meines Burnouts einen ganzheitlich praktizierenden Arzt aufgesucht habe. Heute weiß ich noch viel mehr, nämlich dass es für meine Reaktion auf den Ballontest eine ganz simple, physiologische Erklärung gibt, die mittlerweile (oder damals vielleicht auch schon, doch den Ärzten nicht bekannt …) zu den Grundlagen jeder Reizdarmforschung gehört: Bei Reizdarm ist das enterische Nervensystem, also das Darmnervensystem, durch verschiedene Faktoren chronisch überreizt, was zu den gängigen Symptomen wie Durchfall, Verstopfung, Schmerzen und erhöhter Sensibilität für Dehnung führt. Dies steht wiederum in Zusammenhang mit dem vegetativen Nervensystem, vor allem dem Vagusnerv, der Darm und Gehirn verbindet und beide Seiten mit steuert. Es geht also um die Funktion oder besser gesagt Fehlfunktion der Darm-Hirn-Achse, die einen ganz entschiedenen Beitrag zum Reizdarmsyndrom leistet. Es heißt ja nicht umsonst „Syndrom”, was schlicht bedeutet, dass mehrere Faktoren zum Krankheitsbild beitragen. Mehr zur Darm-Hirn-Achse liest du in meinem Artikel „Ist deine Darm-Hirn-Achse gesund?”.
5. Der Test, der alles für mich verändert hat: Darmflorastatus
Zurück zum Arzt, der mein Burnout betreut hat. Er sagte mir damals: „Reizdarm? Das ist mir zu exotisch. Wir machen einen Florastatus.” Neben vielen weiteren Tests und Maßnahmen. Das hat wirklich alles für mich verändert und mich genau dorthin gebracht, wo ich heute bin. Bis zu diesen Zeilen, die ich hier jetzt schreibe. Der Darmflorastatus hat endlich gezeigt, was wirklich los war: Alle Leitkeime haben mir gefehlt, Schleimhautimmunität am Boden. Dafür keine Fäulniskeim-Überwucherung, keine Pilze, keine direkte Entzündung. Na immerhin.
Und das trotz gesunder, ausgewogener Ernährung, Sport, bewusstem Lifestyle und allen Bemühungen, meinen nicht funktionierenden Darm endlich wieder auf Spur zu bringen. Der Darm ist nicht immer ausschließlich mit Ernährung und Lifestyle zu richten, vor allem nicht, wenn man das Leben viele tiefe Spuren hinterlassen hat. Es geht hier vor allem auch um Langzeitfolgen (Essstörung und weitere Lebensergeignisse), die emotionale Stressbelastung und frühe kindliche Prägungen. Stichwort Darm-Hirn-Achse. Auch ein Burnout kann nicht eindimensional über Psychotherapie behandelt werden. Es gehört weit mehr dazu, angefangen bei einem gründlichen, ganzheitlichen Gesundheits-Checkup und auch der Darmgesundheit, denn Dysbiosen, Darmerkrankungen und Burnout hängen eng zusammen!
Mein Gastroenterologe hatte mir ein Jahr zuvor auf meinen Wunsch hin einen Florastatus ausgeredet und ich habe mich blenden lassen. Wie so viele andere Patienten auch. Hätte mein Burnout verhindert werden können? Zumindest stark abgeschwächt, denke ich.
6. Darmsanierung bei Reizdarm: Der wichtigste Baustein?
Neben dem Darm war mein ganzer Körper aus dem Gleichgewicht, es wurden eine systematische Entzündung, leichte Mitochondriopathie und weitere Mängel festgestellt. Die systematische Entzündung und die schlappen Mitochondrien sind eine direkte Folge eines Darms aus dem Gleichgewicht und auch von Dauerstress, der damals sehr prägnant war. Zudem war die Schleimhautbarriere meines Darms stark geschwächt, was auch Leaky Gut nicht ausgeschlossen hat, doch darauf wurde nicht weiter getestet. Basierend auf dem Darmflorastatus und weiteren Tests habe ich also ein Jahr lang eine gezielte Darmsanierung durchgeführt. Ich hätte das noch länger gemacht, doch wir haben dann Deutschland verlassen. Ein erneuter Darmflorastatus nach einem Jahr zeigte bereits eine sehr prägnante Besserung meines Mikrobioms. Die Leitkeime waren wieder da, die Darmbarriere wiederhergestellt. Nun wäre es unbedingt nötig gewesen, die Stabilität aufrechtzuerhalten und die Sanierung planvoll weiterzuführen, doch das Leben hatte eben andere Pläne für mich und uns und so ging meine Reise weiter, doch davon profitierst du jetzt umso mehr.
7. Die Diagnose Reizdarm ist keine Endstation – mein Fazit
So anstrengend und beschwerlich mein Weg auch war, bin ich neben viel Frust sehr dankbar, dass ich so meine Sinne schärfen, mein Wissen erweitern und meine Kompetenz im Bereich Darmgesundheit auf- und ausbauen konnte. Deshalb kann ich heute auch mit gutem Gewissen sagen, dass Reizdarm keine Diagnose, sondern eine Ausrede ist. Eine Ausrede von Ärzten, die ihr Fach nicht beherrschen, die trantütig alles nach Schema F und Prägung durch Big Pharma abarbeiten. Die sich nicht eigenständig weiterbilden und für die man nur ein Symptom und kein individueller Mensch ist. Meine Geschichte zeigt auch ganz klar, wie eng Burnout (und andere Erkrankungen) mit der Darmgesundheit zusammenhängen oder auch eine direkte Folge davon sein können. Bei allen tollen Zertifikaten, die die ganzen Burnout-Coaches da draußen haben: Ich weiß genau, dass ihnen dieser wichtige Zusammenhang unbekannt ist, weil sie nur die mentale Ebene behandeln. Woher ich das so genau weiß? Von LinkedIn, wo dieses Thema bei den Coaches niemals eine Rolle spielt. Ich sollte eigentlich einen Obolus dafür verlangen, wenn ich meine Geschichte erzähle und diese Erkenntnis kostenlos teile.
Dein Takeaway: Lass dich nicht mit der Ausschlussdiagnose „Reizdarm” abspeisen! Gehe den Ursachen auf den Grund und wenn du Begleitung möchtest, dann kontaktiere mich und wir sprechen miteinander. Oder hol’ dir meinen Darmstabiliserungs-Guide bei Reizdarm und chronischen Magen-Darm-Beschwerden, in den ich mein geballtes Wissen auf Basis neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse gepackt habe.
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FAQ: Diagnose Reizdarm
Was bedeutet die Diagnose Reizdarm eigentlich?
Die Diagnose Reizdarm – medizinisch Reizdarmsyndrom – ist keine eigenständige Erkrankung mit klar definierbarer Ursache, sondern eine sogenannte Ausschlussdiagnose. Das bedeutet: Sie wird gestellt, wenn alle anderen organischen Erkrankungen ausgeschlossen wurden, die eigentlichen Ursachen aber ungeklärt bleiben. Genau darin liegt das Problem.
Wie wird Reizdarm diagnostiziert?
Die Standarddiagnostik umfasst Bluttests, Stuhluntersuchungen und eine Darmspiegelung. Zeigen diese keinen Befund, gilt Reizdarm oft als gesichert. Tiefergehende Tests wie ein Darmflorastatus, eine Analyse des Mikrobioms oder eine Überprüfung der Darm-Hirn-Achse gehören in der Regel nicht dazu, obwohl sie in vielen Fällen entscheidende Hinweise liefern würden.
Ist Reizdarm heilbar?
Die konventionelle Medizin bezeichnet Reizdarm als chronisch und nicht heilbar. Ganzheitliche Ansätze zeigen jedoch, dass sich die Beschwerden durch gezielte Maßnahmen wie eine Darmsanierung, die Stärkung des Mikrobioms und die Behandlung der Darm-Hirn-Achse deutlich verbessern und in vielen Fällen stark reduzieren lassen, wenn die eigentlichen Ursachen gefunden und angegangen werden.
Welche Ursachen kann Reizdarm haben?
Die Ursachen sind vielfältig: Ein gestörtes Darmmikrobiom (Dysbiose), eine geschwächte Darmschleimhaut, chronischer Stress, eine überreizte Darm-Hirn-Achse, frühere Erkrankungen oder Essstörungen sowie emotionale Belastungen. Da oft mehrere Faktoren zusammenwirken, spricht man von einem Syndrom, was deutlich macht, dass eine eindimensionale Behandlung nicht ausreicht.
Was bringt eine Darmsanierung bei Reizdarm?
Eine gezielte Darmsanierung auf Basis eines Darmflorastatus oder einer Mikrobiomanalyse hilft, das Mikrobiom gezielt wiederaufzubauen, die Darmschleimhaut zu stärken und Entzündungsprozesse zu reduzieren. Sie ist keine Garantie, aber ein zentraler Baustein, besonders dann, wenn Fehlbesiedlungen, fehlende Leitkeime oder eine geschwächte Schleimhautimmunität als Ursache identifiziert wurden.
Was ist der Unterschied zwischen Reizdarm und Leaky Gut?
Reizdarm beschreibt vor allem funktionelle Beschwerden wie Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall oder Verstopfung. Leaky Gut bezeichnet eine erhöhte Durchlässigkeit der Darmschleimhaut, durch die Stoffe in den Blutkreislauf gelangen können, die dort nicht hingehören. Beide Zustände können gleichzeitig auftreten und bedingen sich häufig gegenseitig.
Wann sollte ich einen Darmflorastatus machen lassen?
Ein Darmflorastatus ist sinnvoll, wenn du chronische Magen-Darm-Beschwerden hast, wenn du eine Low-FODMAP-Diät oder andere Maßnahmen bereits ausprobiert hast ohne nachhaltigen Erfolg, oder wenn du den Verdacht hast, dass dein Darm nach belastenden Lebensphasen nie wieder richtig in Balance gekommen ist. Meine Empfehlung: Einmal jährlich einen Darmflorastatus machen, denn Darmgesundheit ist eine tägliche Aufgabe und die Belastungen zu hoch.
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