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Erosive Gastritis mit Phytotherapeutika, Hausmitteln und Mikronährstoffen behandeln

Erosive Gastritis natürlich behandeln
Anja

Anja

Ich gehe den schamanischen Weg, bin Bewusst-SEINS-forscherin, (Welten)Reisende und gesundheits-VER-rückt.

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Hello Pachamama

In meinem Artikel zu Kurkuma-Honig hatte ich bereits erzählt, dass ich vor einiger Zeit eine erosive Gastritis entwickelt habe. Die Magenspiegelung ist jetzt achteinhalb Wochen her und mein Magen hat sich sehr gut erholt. Ich merke ab und an noch die betroffene Stelle und beobachte weiter, wie sie sich entwickelt. Meinen persönlichen Behandlungs-Mix führe ich auch weiterhin durch. Auf die übliche Chemie, die die Ärzte bei einer Gastritis verschreiben, habe ich verzichtet. An Medikation wird niemals etwas aktiv entzündungslinderndes verschrieben, sondern immer nur Protonenpunpenhemmer (PPI) und evtl. zusätzliche Chemie gegen Krämpfe und Verdauungsstörungen. Naturheilmittel liefern dir all das und mehr ohne die schädlichen Nebenwirkungen. In diesem Artikel verrate ich dir die wirksamen Phytotherapeutika, Hausmittel und Mikronährstoffe zur Behandlung gegen erosive Gastritis inklusive genauer Indikation. Denn nicht alles ist in jeder Krankheitsphase geeignet. Die Behandlungen eignen sich natürlich sowohl für die erosive als auch „normale” Gastritis.

1. Ich habe Fehler gemacht und wieder dazu gelernt

Es gibt verschiedene Arten der Gastritis und dann dann gibt es auch noch die erosive, eine fortgeschrittene Form der Gastritis. Warum es so weit kam? Das war in diesem Fall eine Mischung aus großem Stress aufgrund einer schlaflosen Zeit in Kuala Lumpur, falschen chinesischen Kräutern, trotziger Nichtbeachtung eines angeschlagenen Magens (schuldig im Sinne der Anklage) und einem Experiment mit ätherischen Ölen. Ich hatte einfach Hoffnung, dass sich die Symptome von selbst wieder einrenken, was leider nicht der Fall war. Es war schlicht zu viel auf einmal. 

Wir müssen die Signale unseres Körpers einfach IMMER ernst nehmen. Auch, wenn man denkt „Das kenne ich doch schon / nicht schon wieder / meh, nervt!” Denn mal ehrlich – so geht es doch uns allen, die wir schon so viele Jahre mit Symptomen und Ungleichgewichten zu tun haben. Das ist normal und menschlich und keiner von uns ist perfekt. Es hilft dennoch nichts, denn Vorbeugen ist IMMER besser als Behandeln. 

Das Gute daran: Ich habe mal wieder dazu gelernt und mein Wissen um Behandlungsmöglichkeiten, auch mangels verfügbarer Heilmittel, erweitert (Kurkuma-Honig). Und ich habe die Erfahrung gemacht, dass auch eine solche Diagnose nicht der Weltuntergang ist, wenn man sich an bestimmte Regeln hält und die Natur zurate zieht. Es braucht auch hier keine Chemiekeule. 

2. Unterschied erosive Gastritis und Gastritis / Arten von Gastritis

2. 1. Erosive Gastritis

Erosive Gastritis bedeutet, dass die Magenschleimhaut nicht nur oberflächlich gereizt und gerötet, sondern bereits bis ins Gewebe geschädigt ist. Von leichten Schädigungen in den oberen Schichten, wie bei mir, bis hin zu tieferen. Diese Schädigungen nennen sich Erosionen und können mit oder ohne Blutungen, akut oder auch chronisch verlaufen. Ein chronischer Verlauf ist insofern gefährlich, als dass sich daraus ein Magengeschwür entwickeln kann, was unbedingt zu vermeiden ist. 

2. 2. Typ A-Gastritis

Hierbei handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der der Körper die eigene Magenschleimhaut bekämpft. Sie tritt in der Regel im Korpus des Magens auf und betrifft vor allem ältere Frauen. Typ A-Gastritis kann alleine oder aber im Zusammenhang mit Hashimoto Thyreoiditis auftreten, einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüse. Ca. 40 – 60% der Betroffenen entwickeln im Lauf ihres Lebens eine Typ A-Gastritis und 40% aller Betroffenen von Typ A-Gastritis haben eine Hashimoto Thyreoiditis. *

2. 3. Typ B-Gastritis

Typ B-Gastritis wird durch das Bakterium Helicobacter pylori verursacht, das als erstes anerkanntes bakterielles Karzinogen gilt. Helicobacter pylori kann eine chronische, aktive Gastritis ohne klinische Symptome bis hin zu Magengeschwüren, Magen-Adenokarzinom und Magenschleimhaut-assoziierten Lymphgewebe-Lymphomen (bösartige Geschwüre im Lymphgewebe) verurschen. Mehr als 50% aller Menschen sollen dieses Bakterium in sich tragen. ** 

Helicobacter pylori ist nicht invasiv. Es schädigt die Magenschleimhaut durch seine Ausscheidungen (Zytotoxine, Proteasen, Katalase, Urease), die eine akute oder auch chronische immunologische Reaktion auslösen können. ***

Von Helicobacter pylori bin ich zum Glück nicht betroffen.

2. 4. Typ C-Gastritis

Die Typ C-Gastritis entsteht durch den Einfluss chemisch-toxischer Reize, die entweder körpereigene (endogen) oder äußere Faktoren (exogen) sein können. Endogene Faktoren sind z. B. dauerhafter Reflux, der durch die Überproduktion von Galle und Bauchspeichel oder vermehrte Magensäureproduktion verursacht wird. Exogene Ursachen sind vor allem bestimmte Medikamente (Nicht steroidale Antirheumatika (NSAR), Aspirin, Ibuprofen), Alkohol, Zigaretten, Kaffe, Scharfes, zu viel Säure, etc. ***

2. 5. Typ-D-Gastritiden

Hierunter werden verschiedene Gastritis-Arten zusammengefasst:

  • Lymphozytäre Gastritis: Meist durch Medikamente ausgelöst. Kan auch mit Sprue (Zöliakie) zusammenhängen
  • Eosinophile Gastritis: Gastritis unbekannter Ursache. Es wird eine Neigung zu Allergien vermutet
  • Kollagene Gastritis: Sehr seltene Form, die häufig zusammen mit einer kollagenen Kolitis (Entzündung des Grimmdarms) auftritt.
  • Crohn-Gastritis: Veränderungen des Magenkorpus durch Morbus Crohn ***

2. 6. Typ „zu wenig Magensäure”-Gastritis

In der Liste fehlt mir eine weitere Art der Gastritis. Und zwar diese aufgrund von zu wenig Magensäure. Ärzte wollen das nicht hören und ich frage mich, ob man hier im deutschsprachigen Raum mittlerweile offener ist. Doch funktionelle Magenbeschwerden und auch Gastritis aufgrund von zu wenig Magensäure sind dieser Tage ein zunehmendes Problem und werden von Ärzten, die an überholten Lehren festhalten, nur zu gern verlacht und nicht ernst genommen.

Die Symptome von zu wenig oder zu viel Magensäure sind praktisch dieselben: Aufstoßen, Reflux, Unwohlsein, Blähungen, eine gereizte Magenschleimhaut bis hin zu Gastritis. Dadurch, dass bei einer verminderten Magensäureproduktion die Nahrung zu lange unverdaut im Magen verbleibt, reizt und schädigt sie die Magenschleimhaut. Zudem kommt es zu Nährstoffdefiziten, vor allem von Vitamin B12, da die Nahrung nicht richtig aufgespalten wird. Auch können schädliche Keime leichter in den Darm und von dort aus isn System gelangen, die die Magensäure normalerweise unschädlich macht. Das wiederum kann zu Infekten und zu schadhaften Veränderungen am Mikrobiom führen. 

3. Gallensaft und Bauchspeichel ausreichend?

Es ist richtig, dass im Zwölffingerdarm noch der Gallensaft und Bauchspeichel zur Verdauung von Fetten, Proteinen und Kohlenhydraten hinzukommen, was so manchen Wissenschaftler dazu veranlasst zu sagen, dass das reichen würde. Doch wir haben doch aus gutem Grund einen sauren Magen, in dem die Nahrung gesammelt und vorverdaut wird, oder was meinst du? Die Verdauung beginnt übrigens bereits im Mund, mit gutem Kauen in Verbindung mit Speichel. Auch hier muss das richtige Milieu herrschen. Langes, gründliches Kauen ist immer wichtig und bei einer Gastritis oder anderen Dysfunktionen des Magens noch mehr. 

4. Erosive Gastritis natürlich und holistisch behandeln

Was für die erosive Gastritis gilt, gilt natürlich auch für die hier aufgezählten Typen A – C und den Typ „zu wenig Magensäure”. Bei den speziellen D-Typen müssen vor allem die Ursachen angegangen werden.

4. 1. Magenreizende Medikamente austauschen oder weglassen

Wenn du Medikamente einnimmst, die die Magenschleimhaut reizen (Beipackzettel) solltest du diese in Absprache mit einem kompetenten und holistisch bewanderten Arzt entweder austauschen oder, wenn möglich, weglassen. Sonst hängst du in einem Teufelskreis fest. Übrigens können Protonenpumpenhemmer, die bei Gastritis immer verschrieben werden, als wären es Bonbons, eine Gastritis auslösen. 

4. 2. Nahrungskarenz oder Schonkost?

Bei diesem Thema scheiden sich ein wenig die Geister. Die übliche Empfehlung lautet zu Beginn der Gastritis eine Nahrungskarenz von ein bis zwei Tagen einzulegen, damit die Schleimhaut sich regenerieren kann.

Andere Empfehlungen zielen darauf ab, dass der Magen auf keinen Fall leer sein sollte, damit die (überschüssige) Magensäure nicht die Magenschleimhaut angreift. Stattdessen wird zu 4 – 5 kleinen, leichten Mahlzeiten pro Tag geraten. Falls man diese überhaupt schafft. Ich gehe mit dieser Methode, egal, ob zu viel oder zu wenig Magensäure, da eine Nahrungskarenz immer auf den Magen geht und zudem auch Stress verursacht, wenn man Hunger hat, der wiederum auf den Magen schlägt. Bei einem tatsächlichen Überschuss von Magensäure würde diese zudem die Schleimhaut angreifen, wenn der Magen zu lange leer ist. Es spricht nichts dagegen, eine leichte Gemüsesuppe zu essen. Am besten mehr Brühe als Einlage, natürlich mild gewürzt und mit wenig Salz. Außer, dir ist schlecht, du musst brechen und hast keinen Hunger. Dann natürlich nichts essen. Ich sollte laut Ärztin drei mal täglich essen, damit der Magen nicht leer ist. Mehr als drei kleine Suppenmahlzeiten habe ich die ersten Wochen auch gar nicht geschafft. Diesen Rat hat sie mir allerdings nur gegeben, weil sie davon ausging, ich hätte zu viel Magensäure. Die übliche Annahme von Ärzten. Meine Erklärungen, dass ich ganz im Gegenteil zu wenig Magensäure habe, sind auf zwei taube Ohren gestoßen.

Nach den ersten Tagen ist weiter Schonkost angesagt, also am besten leichte Gemüsesuppen oder gekochtes Gemüse, Reis und Kartoffeln. Haferschleim oder Porridge bitte nur mit glutenfreien Haferflocken. Wie lange du diese Diät einhältst hängt individuell von der Schwere der Entzündung und ihrem Verlauf ab. Achte darauf, dass du nur warmes isst und trinkst, denn Kälte triggert die Entzündung.

4. 3. Diese Lebensmittel und Substanzen streichen

Diese Lebensmittel solltest du erst einmal von deinem Speiseplan streichen: Fleisch, Fisch, Zucker (Honig ist in Ordnung und sogar heilsam), Süßwaren, Zitrusfrüchte, Eis, Fett und Frittiertes, Hülsenfrüchte, schwer verdauliches. 

Alkohol und Zigaretten sind selbstredend tabu. Generell gilt, Alkohol als gelegentliches Genuss- und nicht als ständiges Rauschmittel zu gebrauchen. (E)-Zigaretten solltest du aus deinem Leben verbannen. 

4. 4. Stress vermeiden

Jetzt mal Hand aufs Herz – das allgegenwärtige Mantra, das manchmal wirklich nervig wird! Denn wie soll man denn immer Stress vermeiden, wenn von außen die Stressoren nur so auf einen einprasseln und der „mute”-Knopf fehlt? Eine wahrlich schwere Aufgabe und dieser Tage mehr als noch vor vier Jahren. Das eigene Stressbewältigungs und -verarbeitungs-System zu trainieren kann eine langwierige Aufgabe sein. Trotzdem ist es unerlässlich für unsere geistige und seelische Gesundheit, Ausgleich zu finden und Techniken in unseren Alltag zu integrieren, die uns eine bessere Stressbewältigung ermöglichen.

Mir helfen am besten Meditation, schamanische Arbeit, Sport, Yoga, Spazierengehen und Natur. Vor allem verlasse ich ganz schnell Situationen und Menschen, die für mich toxisch sind. Diese Grenzen zu setzen, auch, wenn andere das meist nicht verstehen, habe ich mir seit dem Burnout antrainiert. Hör auf dein Bauchgefühl. Es sagt dir immer, was gut für dich ist. Und dafür ist es auch wichtig, dass dein Magen-Darm-System gesund und munter ist. 

4. 5. Erosive Gastritis mit Phytotherapeutika behandeln

Phytotherapeutische Maßnahmen sind altbewährt und kraftvolle Helfer bei der Behandlung von (erosiver) Magenschleimhautentzündung. Teekräuter sammelst du am besten selbst oder kaufst sie lose in der Apotheke. Beuteltees aus dem Supermarkt empfehle ich nicht. Außer, es gibt gerade keine andere Möglichkeit. Dass man lose Kräuter in Arzneimittelqualität in Deutschland in der Apotheke kaufen kann, ist übrigens Luxus. Schon in Spanien ist das nicht mehr üblich.

4. 5. 1. Kamillenrollkur

Kamille ist das wohl beste Heilkraut gegen Gastritis. Auch, wenn diese mit Krämpfen und erhöhter Säurebildung einhergeht, wirkt die Kamille heilsam. Daneben ist sie indiziert bei Reizmagen, Übelkeit, Erbrechen, Blähungen, Magen-Darm-Krämpfen, Menstruationsbeschwerden und Wunden. Wenn du kannst, verwende frische Kamille für deinen Tee, da durch die Trocknung leider wichtige Inhaltsstoffe abgebaut werden. Ansonsten empfiehlt es sich unbedingt aus den frisch gesammelten Blüten eine alkoholische Tinktur anzusetzen, um die Wirkstoffe zu bewahren. Diese kannst du nämlich auch in den Tee mischen, um die Gesamtwirkung zu verstärken. Du kannst sie natürlich auch in der Apotheke kaufen. 

Die Kamillenrollkur ist für mich also immer das Mittel erster Wahl und so geht sie:

4 EL getrocknete Kamillenblüten (8 EL frische Blüten) mit 1 Liter nicht mehr kochendem Wasser übergießen und 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen. 

Der Tee kann mit 10 ml Kamillentinktur verstärkt werden. Da diese jedoch Alkohol enthält, der den Magen reizt, ist dieser Schritt individuell abzuwiegen. 

Eine Tasse (300 – 400 ml) morgens auf nüchternen Magen trinken. Dann jeweils 5 Minuten auf dem Bauch, Rücken, der linken und der rechten Körperseite liegen, damit der Tee den Magen gut umspülen und einwirken kann. Für eine stärkere Wirkung empfiehlt sich danach ein feucht-heißer Wickel auf dem Bauch. Den Rest des Tees am Vormittag trinken. So viele Tage wiederholen, bis die Gastritis verschwunden oder wesentlich besser ist. Ich habe die Rollkur sechs Wochen lang durchgeführt und sie hat, wie immer, sehr gut geholfen. Nach etwa sechs bis acht Wochen müssen Kräutergaben pausiert oder durch einen anderen Wirkstoff ersetzt werden, da ein Gewöhnungseffekt eintritt. 

4. 5. 2. Schafgarbe

Auch die Schafgarbe kannst du bei Gastritis verwenden. Wirkspektrum: ​​krampflösend, entzündungshemmend, appetitanregend, sekretionssfördernd, antibakteriell, wundheilungsfördernd.

Aber Achtung: Sie regt Gallenfluss und Magensäureproduktion an, was kontraproduktiv ist, wenn die Gastritis entweder noch akut ist oder durch zu viel Magensäure ausgelöst wurde. Sie eignet sich also nach Abklingen der akuten Symptome und bei zu wenig Magensäure.

4. 5. 3. Süßholz

Auch Süßholz eignet sich bei Gastritis und du kannst dir z. B. eine kleine Menge unter deinen Gastritis-Tee mischen. Süßholz enthält allerdings Saponine, die die Magenschleimhaut auch reizen können und ist somit im akuten Stadium und für die erosive Gastritis nicht zu empfehlen. Auch hier gilt: Erst verwenden, wenn die akuten Symptome abgeklungen sind und immer auch auf individuelle Verträglichkeit achten. Süßholz hat sich auch bei Befall mit Helicobacter pylori bewährt. 

4. 5. 5. Pfefferminze

Pfefferminztee wird bei Gastritis, die mit Krämpfen einhergeht, verwendet. Das enthaltene ätherische Öl Menthol und Flavonoide bringen diese Wirkung mit. Sie wirkt außerdem blähungstreibend, entzündungslindernd aber auch wieder sekretionsfördernd. Zudem reizt das Menthol auch die angegriffene Schleimhaut, so dass auch hier gilt: Individuell abschätzen und erst nach Abklingen der akuten Symptome verwenden. 

4. 5. 6. Melisse

Eine schonendere Alternative zur Pfefferminze ist die Melisse. Sie enthält zwar auch ätherisches Öl, ist aber milder. Sie ist vor allem zu empfehlen, wenn die Gastritis aufgrund von Stress ausgelöst wurde, da sie beruhigend auf das Nervensystem und krampflösend wirkt. Auch bei Blähungen ist sie das Mittel der Wahl. Melisse ist auch gut geeignet zur Anwendung bei Kindern.

4. 5. 7. Leinsamen und Leinsamentee / Flohsamenschalen

Leinsamen gehören zu den Quellstoffen oder auch Schleimstoffdrogen. Sie quellen in Flüssigkeit stark auf und setzen den enthaltenen Schleim frei, der entzündungslindernd auf die Schleimhäute in unserem Verdauungstrakt wirkt. Zudem wirken sie über den Quell-Effekt abführend oder stopfend bei Durchfall und binden schädliche Erreger und Toxine. Auch Flohsamenschalen gehören zu dieser Gruppe. 

Leinsamen-Dekokt: 2 EL Leinsamen 10 Minuten lang in 500 ml Wasser leicht köcheln lassen. So tritt der Schleim aus. Du musst nicht abseihen und kannst die Leinsamen mittrinken. 

Möchtest du Leinsamen oder Flohsamenschalen nicht als Tee trinken, mische 1 TL Saat mit 250 ml Wasser und trinke es sofort. Weitere 250 ml nachtrinken. 1 Stunde Abstand zu Medikamenten und Mikronährstoffen einhalten. 

4. 5. 8. Bittertee

Ein Tee aus Bitterkräutern (z. B. gelber Enzian, Engelwurz, Löwenzahn, Bitterklee, Tausendgüldenkraut) bietet sich erst an, wenn die Magenschleimhautentzündung abgeklungen ist und du Peristaltik und Sekretionsausschüttung fördern möchtest. Wenn dein Magen also träge ist, zu wenig Magensäure produziert oder Bauchspeicheldrüse und Galle angeregt werden sollen. Am besten kaufst du dir eine Mischung in der Apotheke. Wenn du Schmerzen aufgrund vermehrter Säureproduktion spürst, bitte keine Bitterstoffe einnehmen.

4. 5. 9. Rezeptvorschlag Tee bei Gastritis

Zu Beginn der (erosiven) Gastritis empfehle ich immer nur Kamillentee in Form der Kamillenrollkur. Wenn die Symptome abgeklungen sind und vor allem keine offenen Läsionen mehr vorliegen, kannst du weitere Heilkräuter integrieren. Hier ein Rezeptvorschlag:

  • 50 g Kamillenblüten
  • 30 g Pfefferminzblätter
  • 30 g Melissenblätter
  • 20 g Süßholzwurzel
  • 20 g Fenchelfrüchte

M. f. spec. 

1 TL mit 250 ml kochendem Wasser übergießen, 8 Minuten ziehen lassen. 3 x täglich eine Tasse. 

4. 5. 10. Grüner Tee

Wenn du nicht auf Koffein verzichten kannst und normalerweise Kaffee trinkst, steig bei Gastritis auf grünen Tee um. Die enthaltenen Antioxidantien wirken entzündungslindernd auf die Magenschleimhaut ein. Zudem hält die aufputschende Wirkung von Grüntee auch länger an, als die von Kaffee, ist dabei aber milder.

4. 5. 11. Zitronengras

Da ich gerade im Ausland lebe bin ich auf die Hilfe hier heimischer Kräuter angewiesen und Zitronengras ist eine perfekte Ergänzung zur Kamille oder die Ablösung, wenn ein Reizwechsel folgen muss. Zitronengras besitzt stark anti-entzündliche, antimikrobielle, fungizide, schmerzlindernde, entkrampfende und beruhigende Heilwirkung. Studien an Ratten belegen, dass Zitronengras wirksam gegen Gastritis und Magengeschwür ist. Ich trinke das frische Heilkraut als Tee, denn wir können die Stängel hier auf dem Markt kaufen. Sie kosten fast nichts. ****

4. 5. 12. Kurkuma

Alle wichtigen Infos zu Kurkuma und Kurkuma-Honig bei erosiver Gastritis findest du in meinem Artikel „Kurkuma – Power-Rhizom gegen Magenschleimhautentzündung und Magengeschwür”.

4. 5. 13. Ingwer

Trotz seiner entzündungslindernden Eigenschaften ist Ingwer nur bedingt zur Behandlung einer Gastritis geeignet. Er gehört zu den Bittermitteln mit Scharfstoffen und wirkt daher auch reizend auf die Magenschleimhaut. Nutze ihn in Form von Tee oder als Gewürz erst, wenn die akuten Symptome vorüber sind und beobachte genau, ob du ihn verträgst. Wenn du Schmerzen spürst, lass ihn weg. 

4. 5. 14. Natives Kokosöl

Auch natives Kokosöl in Bioqualität eignet sich zur Unterstützung der Gastritis-Behandlung. Die in Kokosöl enthaltene Laurinsäure wirkt antibakteriell (auch gegen H. pylori) und entzündungshemmend. Eine Studie an Mäusen mit induziertem Magengeschwür zeigte, dass Kokosöl sogar potenter in der Behandlung als Omeprazol ist. ***** Täglich 2 Teelöffel Kokosöl sind eine mögliche Dosis.

4. 6. Hausmittel gegen erosive Gastritis

4. 6. 1. Natron

Wenn die Gastritis aufgrund von zu viel Magensäure aufgetreten ist oder du unter saurem Reflux leidest, bietet sich eine Begleitbehandlung mit Natron an. Es neutralisiert die Magensäure und verhindert dadurch auch das saure Aufstoßen. Wenn du merkst, dass dein Magen zu sauer wird, nimm einen halben TL Natron mit 200 ml Wasser ein. Du wirst rülpsen müssen, das gehört dazu. Solltest du dauerhaft Protonenpumpenhemmer einnehmen überlege dir, diese durch die Einnahme von Natron zu ersetzen. Es hat denselben Effekt, allerdings keine unerwünschten Nebenwirkungen. Individuelle Unverträglichkeiten sind allerdings immer möglich. Lass vor und nach dem Essen ca. 30 Minuten Abstand zur Einnahme, damit dein Magen ordentlich verdauen kann.

4. 6. 1. 1. Test auf Magensäuremangel mit Natron

Mit Natron kannst du auc testen, ob dein Magen zu wenig Säure produziert. Nimm 1 TL Natron mit 250 ml Wasser morgens auf nüchternen Magen ein. Wenn du innerhalb von 0,5 – 1 Minute nicht oder nur sehr verhalten rülpsen musst, hast du zu wenig Magensäure. Das kannst du mit Betain HCL-Präparaten beheben. Während der Gastritis bitte nicht einnehmen.

4. 6. 2. Haferschleim / Porridge

Der Klassiker. Meine Anmerkung dazu: Nimm unbedingt glutenfreie Haferflocken, lass sie über Nacht in leicht gesalzenem Wasser einweichen und schütte das Wasser vor dem Verzehr ab. So bilden die Haferflocken Phytase und die enthaltene Phytinsäure wird abgebaut. Die Flocken sind jetzt leicht fermentiert, verträglicher und der Körper kann die enthaltenen Nährstoffe besser aufnehmen. Gerade für Menschen mit (chronisch) entzündlichen Darmerkrankungen kann das sehr wichtig sein.

4. 6. 3. Zwieback bei Gastritis?

Dieser Tipp kommt aus Urgroßmutters Zeiten und ist meiner Meinung nach überholt. Damals war Zwieback vielleicht noch eine gute Wahl, doch heute nicht mehr. Stichwort Gluten. Gluten wirkt immer entzündlich im Magen-Darm-Trakt und das auch, wenn du aktiv nichts merkst. (Stille) mikro-Entzündungen im Magen-Darm-Trakt sind grundsätzlich gesundheitsschädlich, weshalb du Gluten meiden solltest und umso mehr bei einer Gastritis. Lass den Zwieback also im Regal und bereite dir lieber ein Porridge oder eine schöne Gemüsesuppe zu.

4. 6. 4. Apfelessig bei Magenschleimhautentzündung?

Auch auf Lebensmittel, die die Magenschleimhaut zusätzlich reizen, wie scharfes oder saures, solltest du unbedingt verzichten. Manchmal wird Apfelessig mit Honig zur Behandlung einer Gastritis empfohlen, doch davon rate ich ab, da Essig den Magen reizt. Vor allem bei erosiver Gastritis ist es noch wichtiger, solche Nahrungsmittel zu vermeiden, da es bereits zu Gewebeschäden gekommen ist. Es gibt sehr viele andere, verträgliche Mittel.

4. 7. Mikronährstoffe zur Behandlung von erosiver Gastritis 

Mikronährstoffe leisten meiner Meinung nach einen wichtigen Beitrag bei der Behandlung und auch der Vorbeugung von Magenschleimhautentzündung, da sie den Körper einerseits in seinem Heilungsprozess unterstützen und andererseits selbst förderliche Wirkungen mitbringen. Besonders interessant sind in diesem Fall natürlich antioxidative, entzündungshemmende Mikronährstoffe. 

4. 7. 1. Organischer Schwefel (MSM)

Organischer Schwefel besitzt antientzündliche und antioxidative Eigenschaften. Ich habe mit dem losen Pulver bereits vor 10 Jahren chronische Magenbeschwerden behandelt. Presslinge sind mir allerdings lieber, da man diese nicht schmeckt. Die empfohlene Dosierung liegt bei 3 g täglich, das sind 3 x 1 Pressling. Bei einer Gastritis kann MSM direkt am Ort des Geschehens wirken und auch sonst tust du deinem Körper Gutes, da Entgiftungsprozesse angeregt und auch die Leber vor oxidativen Schäden und toxischen Einflüssen geschützt wird.

4. 7. 2. Quercetin

Quercetin ist ein starkes Antioxidans, das sich unter anderem in Olivenblattextrakt und Olivenöl findet. Im Magen reguliert Quercetin das Gleichgewicht zwischen Zellteilung der Magenzellen und deren eingebautem Zerstörungsmechanismus (Apoptose). Dieser kann zu Gewebeschäden (Entzündungen) führen, wenn zu viele Zellen „den Freitod wählen”. Kurzum: Quercetin schützt die Magenschleimhaut vor entzündlichen Veränderungen. Es schützt zusätzlich vor Gastritis, die durch Helicobacter pylori verursacht wird. **** Dosierung: 500 mg täglich gelten als gut verträglich über einen längeren Zeitraum. Kurweise anwenden.

4. 7. 3. Vitamin C

Vitamin C ist ein ein essenzielles Vitamin, das unser Körper nicht selbst produzieren kann. Wie müssen es also zuführen. Wirksame Dosierungen sind 1 – 3 g täglich. An den Zusammenhängen von Vitamin C-Mangel, dem Befall mit Helicoacter pylori und chronische-entzündlichen Magenerkrankungen wird bereits seit Jahrzehnten ausgiebig geforscht. Seltsamerweise ist wohl ein Großteil der initialen Forschungsergebnisse „verloren gegangen” … Jedenfalls steht ein Vitamin C-Mangel mit allen Formen der Gastritis (autoimmun, chemisch, infektiös) in Verbindung. Vitamin C eignet sich außerdem zur Bekämpfung von Helicobacter pylori. Protonenpumpenhemmer verschlimmern krankhafte Veränderungen im Magen, die mit Gastritis und dem körpereigenen Vitamin C-Stoffwechsel in Verbindung stehen. Natürliches Vitamin C schützt das Magengewebe, da es oxidative Schäden reduziert, krebserregende Verbindungen und freie Radikale unschädlich macht und die, durch H. pylori ausgelöste, Entzündungsreaktion abschwächt. Die Supplementierung mit Vitamin C scheint Blutungen bei Magengeschwüren zu reduzieren. *****

4. 7. 4. Omega 3-Fettsäuren

Die essenziellen Omega 3-Fettsäuren DHA und EPA, enthalten in Fisch- oder Algenöl, haben ebenfalls stark antioxidative und somit entzündungshemmende Eigenschaften. Die Tagesdosis beträgt 2 – 4 g DHA + EPA täglich. Achtung: Angaben wie „3 g Fischöl” sind irreführend, da das nicht 3 g DHA + EPA sind und darauf kommt es an. In Studien haben sich DHA + EPA zur Vorbeugung und Behandlung chronisch-entzündlicher Magen-Darm-Erkrankungen bewährt. Sie sind ebenfalls hochwirksam gegen H. pylori und können sogar kanzerogenen Veränderungen, die durch das Bakterium verursacht werden, entgegenwirken. ****** 

4. 7. 5. Astaxanthin

Astaxanthin ist das stärkste bekannte Antioxidans und hat sich in der Behandlung von Magenschleimhautentzündungen, auch durch H. pylori ausgelösten, bewährt. ******* Dosierung: 8 – 12 mg täglich über den Tag verteilt. 

4. 7. 6. Kollagen

Kollagene sind eine Gruppe von Proteinen, die am häufigsten im menschlichen Körper vorkommen. Bisher sind 28 verschiedene Kollagen bekannt. Ca. ⅓ der Eiweiße im Körper besteht aus Kollagen. Du kennst es sicher aus der Werbung für angeblich verjüngende Hautcremes. Die Kollagenproduktion nimmt bereits ab dem 25. Lebensjahr ab. Eine Creme wird dir hier jedoch auch nicht helfen, also nimm es lieber oral ein. Kollagen ist ein essenzieller Bestandteil unserer Schleimhäute und damit auch des Magen-Darm-Systems, das komplett mit Schleimhaut ausgekleidet ist. Kollagene bestehen aus diversen Aminosäuren, darunter Glycin und Prolin. Glycin verbessert die Barrierefunktion der Darmwand und kann die sog. „tight junctions” stärken und reparieren, die Teil unserer Darmwandbarriere sind. Beschädigte „tight junctions” sind unter „Leaky gut” bekannt. Ein gesunder und starker Darm wirkt sich ebenso auf den Magen aus und anders herum. Prolin ist eine essenzielle Aminosäure, die der Körper nicht selbst herstellen kann. Sie wirkt unter anderem entzündungshemmend, weshalb sie bei Gastritis und Magengeschwür heilungsfördernd wirken kann. In der Magenschleimhaut befinden sich zudem große Mengen von Kollagen Typ I und III und an den äußeren Rändern von Magengeschwüren wurden Ansammlungen dieser beiden Kollagentypen gefunden, was darauf schließen lässt, dass sie eine wichtige Rolle im Heilungsprozess spielen. ********** Achte beim Kauf auf diese Merkmale: weidegefüttertes Rind + verschiedene Kollagen-Typen (I – V, X). Dosierung: 10 – 20 g täglich. Nicht in Essen oder Flüssigkeiten über 40°C geben. 

4. 8. Verdauungsenzyme

Verdauungsenzyme können sehr hilfreich sein, wenn der Magen bei Gastritis nicht mehr richtig arbeitet und die Nahrung nicht adäquat vorverdaut wird. Das führt zu Darmbeschwerden, schlechtestenfalls Dysbiosen und eben auch zu Magenreizungen. Da ich von verminderter Magensäureproduktion betroffen bin und gerade kein Betain HCL (Magensäureersatz) mehr einnehmen kann, nehme ich Verdauungsenzyme ein. Es gibt hier verschiedene Mixturen mit verschiedenen Enzymen für die Verdauung von Proteinen, Kohlenhydraten und Fetten. Meine enthält Bromelain, Protease, Lipase, Invertase, Diastase, Lactase, Cellulase und mehr. Das Präparat wird zu den Mahlzeiten eingenommen und kann auch mit Betain HCL kombiniert werden. Eine gute Orientierung für Inhalt und Dosierungen bietet dieses Produkt.

Nun kennst du viele Phytotherapeutika, Hausmittel und Mikronährstoffe, die sich sowohl in der Praxis als auch in Studien bei der Behandlung von erosiver Gastritis und sogar bei einer Infektion mit Helicobacter pylori bewährt haben. Und du siehst, dass man nicht in jeder Phase der Gastritis auf alle Mittel gleichermaßen zurückgreifen kann, da sie sonst auch kontraproduktiv wirken können. Wichtig ist, dass du auf die Reaktionen deines Magens achtest und deinen Behandlungs-Mix entsprechend dynamisch anpasst. 

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