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Kaffee macht dich unbewusst und hindert dich am Aufwachen

Kaffee und Koffein
Anja

Anja

Ich gehe den schamanischen Weg, bin Bewusst-SEINS-forscherin, (Welten)Reisende und gesundheits-VER-rückt.

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Hello Pachamama

Ich trinke nur sehr selten und dann sehr wenig Kaffee. Seit dem Burnout muss ich mit allen Stimulanzien immer noch vorsichtig sein. Normalerweise trinke ich morgens nur Ingwer-Kurkuma-Tee. Auch Ingwer macht wach und stimuliert. Der Mechanismus ist allerdings ein anderer: Er erwärmt die Verdauungs- und Geschlechtsorgane, bringt so den Blutfluss in Wallung und regt das Herz-Kreislauf-System an. Aus diesem Grund wird er auch als Aphrodisiakum eingesetzt. Manchmal habe ich allerdings Phasen, in denen ich auch gern etwas anderes trinke und zuletzt war das Kaffee. Anderthalb Jahre lang konnte ich weder Kaffee noch grünen Tee trinken. In Kolumbien habe ich mich, mangels Verfügbarkeit von Ingwer und Kurkuma, mit Microdosing wieder sehr langsam an Kaffee herangetastet. Momentan befinde ich mich wieder eine Phase, in der ich ihn nicht gut vertrage. Was ist passiert? Was ist mir bewusst geworden?

1. Überstimulation durch Kaffee trotz Mikro-Mengen

Auf eine normale Tasse Wasser mit ca. 300 ml nehme ich gerade mal einen knappen TL Kaffeepulver. Nicht gehäuft, einfach nur ein gestrichener TL. Das reicht mir vollkommen, denn ich reagiere mittlerweile sehr stark auf Kaffee. Dasselbe gilt für Alkohol, den ich deshalb so gut wie gar nicht mehr konsumiere. In den letzten Wochen habe ich jedoch bemerkt, dass sich etwas in meinem Körper geändert hat. Ich wurde nicht nur wacher, sondern ein Gefühl von Überforderung und Überstimulation sowie unterschwellige Ängste machten sich breit. Außerdem fiel mir bei genauerem Reinspüren auf, wie unbewusst Kaffee mich eigentlich macht. 

2. Unbewusst durch Kaffee?

Bewusstheit eröffnet sich in verschiedenen Stufen und wir müssen hart arbeiten, wenn wir Stufe um Stufe auf dem Weg zur Spitze, der totalen Erleuchtung, erklimmen. Bewusstheit findet in Meditation statt. Sie findet statt, wenn wir uns auf eine schamanische Reise oder eine mit Ayahuasca, psychoaktiven Pilzen oder anderen psychoaktiven Pflanzen und Substanzen begeben. Sie findet statt, wenn wir uns unser Selbst bewusst machen und im Moment präsent sind. Erleuchtung ist die direkte Folge von Bewusstheit und entwickelt sich in diesen Stufen mit ihr. Wenn wir es immerzu schaffen, uns unserer Selbst bewusst zu sein und zu bleiben, dann werden wir kristallklar und können vollkommen erleuchten. Das ist eine der schwersten Aufgaben überhaupt und sie erfordert viel Willenskraft, Aufmerksamkeit und wiederum Bewusstheit für die Sache selbst.  

3. Auch Koffein ist nur ein Stimulanz 

Koffein, ein Alkaloid und der Wirkstoff in Kaffee, gilt als ein Stimulanz wie Kokain oder Amphetamine mit einer anderen chemischen Struktur und Wirkweise. Daher muss es in seiner Natur liegen, uns unbewusst zu machen. Ich habe plötzlich gemerkt, wie ferngesteuert ich mich fühle, dass ich gar nicht mehr da bin, nicht mehr bei mir bin. Ich konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen und habe mich sehr weit weg von mir selbst gefühlt, was mich sehr betrübt hat. Alles, was ich nach dem Kaffeekonsum getan habe, war plötzlich nur noch ein leeres Abarbeiten von Aufgaben. Sehr wahrscheinlich war es das zuvor auch schon und ich mir dessen nur nicht bewusst.

Nachdem ich das beobachtet habe, habe ich meine Kaffeephase beendet. Doch was passiert eigentlich nach Koffeinkonsum in Gehirn und Zentralnervensystem?

4. Koffein und seine Auswirkungen auf das Zentralnervensystem

Koffein gilt als Psychostimulanz, dem die gleichen Wirkungen auf das Zentralnervensystem zugeschrieben werden, wie Kokain und Amphetamin: Erregungs- und Verstärkungseffekte, Erhöhung der motorischen Aktivität. Die Effekte sind allerdings nicht so stark, wie die der beiden anderen Substanzen. Zudem besitzt Koffein einen anderen Wirkmechanismus. (1) Es durchdringt die Blut-Hirn-Schranke recht ungehindert, liefert einen schnellen Kick, der allerdings nicht lange anhält und im Anschluss ein Tief reißt. Auch das finde ich sehr unangenehm. Nicht umsonst trinken die meisten Kaffeekonsumenten mehr als eine Tasse pro Tag. 

4. 1. Dopaminstoffwechsel

Kokain und Amphetamin wirken direkt auf den Dopaminstoffwechsel im Gehirn, indem sie die Dopaminrezeptoren blockieren oder umkehren und damit einen Anstieg dieses Botenstoffs im extrazellulären Raum verursachen. Das passiert verstärkt in einer Hirnregion, die am Lernen von Belohnungsverhalten beteiligt ist. Wir fühlen uns nach dem Konsum dieser Substanzen super und wollen mehr. 

Koffein, oder die Koffeinpsychostimulation, wirkt zum einen über den Adenosinstoffwechsel. Genauer gesagt, den Adenosinrezeptor-Antagonismus. Es gibt vier Adenosinrezeptoren im Gehirn, Koffein tritt mit dreien in Verbindung und nimmt so über komplexe chemische Prozesse indirekten, anregenden, Einfluss auf den Dopaminhaushalt. Zum anderen setzt es Dopamin in einer ganz bestimmten Hirnregion („Schale des Nucleus accumbens”) frei. (1)

4. 2. GABA-Stoffwechsel

Koffein hemmt die GABA-Produktion. (1) GABA ist derjenige Transmitter, der für Ruhe und Ausgeglichenheit sorgt. Ich habe einen GABA-Mangel, was natürlich nicht gerade dafür spricht, Kaffee zu trinken. Zu meiner Verteidigung: Das habe ich erst bei den Recherchen zu diesem Artikel gelernt! 

4. 3. Dopingmittel Koffein 

Koffein regt außerdem die Ausschüttung von Serotonin, Adrenalin, Noradrenalin und Endorphinen an. Kurzum: Ein Feuerwerk der anregenden und verstärkenden Hormone in unserem Gehirn und unserem Körper! Bis Ende 2003 galt Koffein wegen all der genannten Effekte in Deutschland sogar als Dopingmittel. (2)

5. Weitere koffeinhaltige Pflanzen

Klar – Koffein ist auch in grünem und schwarzem Tee, Mate oder Kakao (100% reines Kakaopulver!) enthalten. Laut USDA enthält Kakao mit 230 mg / 100 g sogar mehr Koffein als 100 g aufgebrühter Kaffee mit 94 mg. Doch bei ebenfalls kleinen oder normalen Mengen dieser Pflanzen reagiere ich nicht so, wie auf Kaffee, dessen Koffeingehalt mit 600 – 1000 mg/l wesentlich höher ist, als beispielsweise der von Tee, der 300 – 500 mg/l Koffein enthält. (2)

Zu Burnout-Zeiten war Tee ebenfalls unmöglich, doch mittlerweile vertrage ich ihn wieder, wenn die Mengen gering sind. Ich trinke ihn dennoch nicht täglich. Bei Kakao kommt es ebenfalls sehr auf die Menge an. Hier darf ich auch nicht zu viel Pulver verwenden, da ich sonst fast schon high bin. In Kolumbien habe ich einmal zu viel Kakao erwischt, doch diese Heil- und Ritualpflanze werde ich in einem eigenen Artikel behandeln. Ein weiterer Unterschied zu Kaffee ist, dass mich diese Pflanzen nicht von meiner Essenz entfernen. Kakao bewirkt diesbezüglich sowieso genau das Gegenteil. Die Prozesse, die durch Koffein im Körper in Gang gebracht werden, und deren Auswirkungen hängen auch von der chemischen und energetischen Zusammensetzung und Beschaffenheit der ganzen Pflanze ab. 

6. Take-away

Aus den genannten Gründen beschränke ich mich in der Betrachtung auf Kaffee, der insgesamt eine andere Wirkung auf den Körper hat, als beispielsweise die genannten koffeinhaltigen Pflanzen. Die komplexen chemischen Prozesse, die Koffein im Gehirn bewirkt, habe ich hier sehr grob und vereinfacht angerissen. 

Das Take-away ist, dass die Substanz ordentlich in unseren (Hirn)stoffwechsel eingreift und uns nicht nur wach macht, sondern in ähnliche Erregungszustände versetzt wie Substanzen, die als Drogen deklariert sind, auf der roten Liste stehen und somit verboten sind. Das Absetzen von Kaffee kann außerdem Entzugserscheinungen wie Kopfschmerzen und den Drang, jetzt unbedingt Kaffee trinken zu wollen, hervorrufen. Er kann auf Dauer die Schlafqualität stören und das auch noch nach dem Absetzen. Je nachdem, wie empfindlich oder gewöhnt das Individuum ist. Das bedeutet nicht, dass ich Koffein auf der roten Liste sehen möchte und werfe an dieser Stelle die Frage in den Raum, warum ich Kaffee, aber keine Koka-Blätter aus Kolumbien nach Deutschland importieren darf … 

Ich ziele darauf ab dir vor Augen zu führen, dass täglicher Kaffeegenuss eine Suchtbefriedigung darstellt. Vor allem, wenn man mehr als eine Tasse Kaffee zu sich nimmt und den „Kick” braucht, um überhaupt in die Gänge zu kommen oder sich gut und glücklich zu fühlen. Suchtbefriedigung bedeutet immer auch Realitätsflucht. Selbst wenn es nur darum geht, der Realität einer zu großen Müdigkeit und Antriebslosigkeit für Arbeit zu entfliehen. Frage dich doch stattdessen lieber, was der eigentliche Grund für deine Antriebslosigkeit ist. 

Scheinbar besitzt Kaffee von all den koffeinhaltigen Pflanzen das größte Suchtpotenzial, da er in sehr vielen Ländern dieser Erde DAS stimulierende Getränk ist.

7. Speed, Koks oder Kaffee?

Stell dir vor, du ziehst täglich eine Line Koks oder Speed. Dann würdest du als drogensüchtig abgestempelt werden und jeder würde mir zustimmen wenn ich sage, dass man auf diese Art sehr schnell das Bewusstsein und sich selbst verliert. Ich habe genau diese Effekte bei mir nach Kaffeegenuss beobachtet und bin damit nicht allein. Martin geht es genauso. Schärft man sein Bewusstsein mehr und mehr, fallen einem immer mehr Feinheiten auf, die zuvor im Verborgenen lagen. 

Wenn du dich intensiv der Bewusstseinsarbeit widmen möchtest und Kaffeetrinker bist, beginne zu beobachten, was nach dem Konsum passiert. Ich sage: Verabschiede dich vom täglichen, großzügig dosierten, oder regelmäßigen Kaffeekonsum und betrachte ihn als Genussmittel, das du dir ab und zu mal gönnst. Probier einfach mal Mate oder Kakao. Du wirst dir auf dem Weg sicher vieler neue Dinge bewusst und dein Aufwachprozess wird leichter werden.

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