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Mate: Traditionelle Heil- und Genusspflanze aus Südamerika

Mate-Tee
Anja

Anja

Ich gehe den schamanischen Weg, bin Bewusst-SEINS-forscherin, (Welten)Reisende und gesundheits-VER-rückt.

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Hello Pachamama

In den europäischen Breitengraden ist der Genuss von Yerba Mate, ein koffeinhaltiger, tonisierender, die kognitive Leistung anregender Tee, nicht besonders verbreitet. Wir sind gerade in Spanien und hier kann man ihn tatsächlich in manchen Supermärkten kaufen. Natürlich, denn der Tee ist in einigen der „ehemaligen” spanischen Kolonien in Südamerika DAS traditionelle Getränk. Wobei sich die Verbreitung besonders auf Chile, Argentinien, Paraguay, Uruguay, Bolivien und Brasilien konzentriert. Schon in Kolumbien kennt man Mate nicht mehr und trinkt ihn auch nicht. Wir haben den Tee kurz vor unserer Abreise aus Deutschland, über unseren chilenischen Freund, kennengelernt und in Paraguay dann gleich weiter getrunken. Martin sehr ausgiebig, ich musste, muss und will mich zurückhalten.

1. Yerba Mate – Ursprung und Merkmale

Mate stammt ursprünglich aus dem Urwald des Paranábeckens, einem bestimmten Gebiet rund um den Río Paraná.

Der immergrüne Matestrauch oder Matebaum wächst wild im Unterholz der Aurakarien-Wälder im westlichen Brasilien, Argentinien und Paraguay. Auch im Hochland zwischen den Flüssen Río Paraná, Río Uruguay und Río Paraguay und deren Zubringern ist er zu finden, jedoch nicht in Uruguay selbst.

Er gehört zur Gattung der Stechpalmen innerhalb der Familie der Stechpalmengewächse. Der Stamm erreicht einen Durchmesser bis zu 40 cm, wild kann der Strauch 12 – 18 Meter oder höher wachsen. Auf Plantagen wird er leider auf eine Höhe von fünf bis sechs Metern gestutzt, damit die Arbeiter die Blätter besser ernten können. 

Die Laubblätter werden 6 – 20 cm lang, 3 – 9 cm breit und weisen die, für Ilex-Arten, gesägten bis gekerbten Blätter auf. Der Matestrauch ist zweihäusig, was bedeutet, dass männliche und weibliche Sträucher einzeln wachsen und damit auch die Blüten auf den jeweiligen Sträuchern sitzen. (1)

2. Anbau und Ernte

Mate wird seit Ende des 19. Jahrhunderts vor allem in Paraguay, Argentinien und Brasilien auf Plantagen angebaut. Die gewerblich angebauten Pflanzen machen allerdings nur etwa die Hälfte des auf dem Markt befindlichen Mate-Tees aus. Der Rest wird weiterhin von wild wachsenden Sträuchern geerntet. (1)

3. Ein Getränk mit Tradition

Mate wird bereits seit Jahrhunderten (präkolumbianische Zeit) von den Ureinwohnern, die im Herzen Südamerikas leben, getrunken. Genauere Angaben konnte ich leider nicht finden. Vor allem die Guaraní, die in Paraguay, im südlichen Brasilien und in einigen Gebieten von Uruguay und Bolivien lebten und auch heute noch leben (in Reservaten und unterdrückt; vor allem von den Mennoniten) machten sich die Pflanze zunutze. Die Tupí übernahmen später diese Praxis. In den Anfängen kauten sie die Blätter, um Hunger, Müdigkeit und Stress zu reduzieren sowie Körper und Geist zu stimulieren. Sie nutzten sie also genauso, wie die Kokapflanze. (4) Später entwickelten die Guaraní die Technik des Aufgusses immer weiter: Sie legten die Blätter in ein, mit Wasser gefülltes, mati und tranken den Aufguss mit Strohhalmen aus Zuckerrohr. Der Name „Mate” stammt vom Begriff „Caa-mate” ab. Caa bedeutet Pflanze, Kraut. Mate entstammt dem Quechua-Wort „mati”, das „Trinkgefäß” bedeutet. (2)

Die Zubereitungs- und Genussarten variieren je nach Gebiet. In Paraguay ist es üblich, sich eine Kanne Mate aufzugießen. Diese ist dann den ganzen Tag dabei und getrunken wird aus dem mati, dem traditionellen Becher, der aus Kürbis hergestellt wird. 

Cecilio, unser Lieblings-Paraguayer und Pflanzenkenner (zum YouTube-Video) hat den ganzen Tag seine Kanne Mate dabei.

4. Geschmack der Yerba Mate – bitter oder herb und charakterstark

Wir haben bisher nur den geräucherten Mate probiert, der zunächst gewöhnungsbedürftig schmeckt. Er ist wirklich mit keinem Kräutertee zu vergleichen, den man jemals zuvor getrunken hat. Der Tee schmeckt in der geräucherten Variante rauchig herb und erinnert irgendwie an Zigarre. Ebenso riecht er. Man kann den Geschmack mit anderen Kräutern wie Minze oder Melisse etwas abrunden und auch ein wenig Honig mildert das starke Aroma. Eine Süßung beeinflusst allerdings die Bitterwirkung des Tees. Ungeräuchert ist bitter sein natürlicher Geschmack. Es gibt Yerba Mate auch als Mischung mit anderen Kräutern zu kaufen, die, wie bspw. Katuava, ebenfalls tonisieren, jedoch nicht unruhig machen oder unangenehm aufputschen, wie Kaffee. 

4. 1. Zubereitung Mate-Tee

Traditionell wird der Tee sowohl als Kalt- als auch Heißaufguss getrunken, wobei die Wassertemperatur für den perfekten Aufguss 60°C nicht übersteigen darf. Kalt getrunken heißt der Aufguss Tereré.

5. Inhaltsstoffe

Die Blätter besitzen eine Reihe gesundheitsförderlicher Inhaltsstoffe, die auch hilfreich für die Krebspräventation sind. Im Folgenden behandle ich einige wichtige Inhaltsstoffe und ihre Wirkungen auf den menschlichen Körper. 

5. 1. Polyphenole

Polyphenole sind sekundäre Pflanzenstoffe, die sich bei Obst und Gemüse bspw. vornehmlich in der Schale und den darunter liegenden Zellschichten befinden. 

Flavonoide (Pflanzenfarbstoffe) z. B. gehören ebenso wie Koffein zu den Polyphenolen. Flavonoide wirken antioxidativ, immunstärkend, entzündungshemmend, antikanzerogen, gefäß- und zellschützend, herzstärkend, krampflösend, diuretisch, etc. Mate enthält unter anderem die Flavonoide Quercetin und Rutin. (4)

Der Gehalt an Polyphenolen, die in einen Mate-Tee extrahiert werden können, hängt von der Sorte, dem Mahlgrad und der Mischung mit anderen Pflanzen ab. Durchschnittlich enthalten 1 g getrocknete Mateblätter 92 mg Chlorogensäure (Polyphenol). Mate-Teemischungen weisen einen sehr viel geringeren Gehalt auf. Mate (7,73 mg Chlorogensäure / ml Wasserextrakt) besitzt eine höhere Konzentration an Polyphenolen als grüner Tee (7,15 mg Chlorogensäure / ml Wasserextrakt) und somit eine höhere antioxidative Wirkung (90,45 % im Vergleich zu 88,36 %). Mate fängt also mehr freie Radikale in unserem Körper ab, als grüner Tee. (3)

5. 2. Caffeoylderivate

Sie gehören zu den Polyphenolen und sind ebenfalls Antioxidantien, die in Mateblättern hauptsächlich für deren antioxidative Qualität verantwortlich sind. Zu den Caffeoylderivaten in Mate zählen unter anderem Koffeinsäure, Chlorogensäure, 4-Dicaffeoylquinsäure und 5-Dicaffeoylquinsäure. Ilex paraguariensis besitzt den höchsten Anteil an Caffeoylderivaten. Insgesamt besitzen die diversen Mate-Arten eine sehr hohe Konzentration an Caffeoylderivaten und weisen daher sehr starke antioxidative Eigenschaften auf. (3)

5. 3. Xanthine

Xantine sind eine Klasse von Purinalkaloiden, die unter anderem auch in Tee, Kaffe oder Kakao vorkommen. Zu den Xantinen gehören unter anderem Theophyllin, Theobromin, Koffein und 2000 weitere. Theobromin ist in hohen Mengen in der Kakaobohne enthalten. Es entspannt die glatte Muskulatur (Organe) und wirkt daher unter anderem diuretisch und gefäßerweiternd. Koffein hat in den Mateblättern den höchsten Anteil, gefolgt von Theobromin. Theophyllin wurde lediglich in kleinen Mengen nachgewiesen. (3)

5. 4. Koffein

Ein Tasse Mate-Tee (150 ml / Menge an Mate keine Angabe) enthält etwa 78 mg Koffein. Eine Tasse Kaffee enthält etwa 85 mg. Allerdings wird Mate in Südamerika den ganzen Tag über getrunken, so dass die Menge auf 500 ml bis zu 1 l und die Koffeinaufnahme damit auf 260 mg und mehr steigt. Wie jeder andere Tee auch, werden Mateblätter getrocknet verkauft. Der Trocknungsprozess beeinflusst den Gehalt an Koffein, Farbstoffen und Chlorophyll jedoch erheblich. Die Trocknung des Tees erfolgt in drei Stufen, nach denen die Konzentration von Koffein um 30 % und die von Chlorophyll um 70 – 80 % in den getrockneten Blättern abnimmt. Obwohl der Koffeingehalt nach dem Trocknen nachweislich sinkt, wurde gleichzeitig nachgewiesen, dass der Infus aus getrockneten Blättern wiederum wesentlich mehr Koffein und Koffeinylquinsäuren enthält, als die frischen Blätter. Dieser paradox erscheinende Effekt hat mit chemischen Prozessen während und nach dem Trocknungsprozess zu tun. Mehr Infos zu Koffein findest du in diesem Artikel. (3)

5. 5. Saponine

Saponine sind pflanzliche Seifenstoffe und wasserlösliche Verbindungen, die unter anderem entzündungshemmend, antiviral, antibakteriell, antimykotisch, schweißtreibend und stoffwechselanregend wirken. Sie verleihen Mate nicht nur mutmaßlich und unter anderem seinen natürlich bitteren Geschmack (der Zigarrengeschmack entwickelt sich durch das Räuchern der Blätter), sondern werden auch als die bestimmenden Wirkstoffe hinter den entzündungshemmenden und hypocholesterolemischen (choloesterinsenkenden) Eigenschaften gesehen. Viele der Saponine, die in Ilex-Arten gefunden werden, besitzen antiparasitäre Eigenschaften. Bestätigt ist ebenfalls, dass bestimmte Saponine der Ilex-Arten antitrypanosomal und damit gezielt gegen den Parasiten Trypanosoma brucei wirken, der unter anderem die Schlafkrankheit verursacht. (3)

5. 6. Mineralien

Mate enthält sehr viele anorganische Verbindungen, darunter Aluminium, Chrom, Kupfer, Eisen, Mangan, Nickel, Kalium und Zink. Was das Aluminium betrifft, so sind wir ihm über die Nahrungsaufnahme leider täglich ausgesetzt, da es als Mineral nun einmal natürlicherweise in unseren Böden vorkommt und so von Pflanzen, die wir essen, aufgenommen wird. Nicht mehr normal ist, dass der Mensch über seine Lebensweise die Luft, die Böden, das Umfeld und damit auch das Essen zusätzlich mit Aluminiumkonzentrationen belastet, die für unsere Umwelt und unseren Körper großen Schaden zur Folge haben. In Mate fanden die Forscher eine durchschnittliche Aluminiumkonzentration von 369 μg / g. Ein Gramm Mate enthält außerdem etwa 223 μg / g Mangan, was vor allem für die Aktivierung von Enzymen verantwortlich ist. Es ist an der Bildung von Sexual- und Schilddrüsenhormonen, Dopamin und Melanin, der Produktion von Insulin und vielen weiteren körperlichen Prozessen beteiligt. Die Bioverfügbarkeit des im Mate befindlichen Mangans ist wohl noch nicht abschließend geklärt. (3)

5. 7. Gerbstoffe

Mate enthält mit 117 mg / g getrocknetes Kraut einen sehr hohen Anteil an Gerbstoffen und damit mehr, als normaler Tee. (5) Neben den Saponinen (mutmaßlich) verleihen sie ihm seinen bitteren Geschmack. Gerbstoffe wirken unter anderem stopfend, zusammenziehend, austrockend, schleimhautschützend, keimhemmend (Pilze, Viren, Bakterien), reizmildernd, entzündungswidrig und antioxidativ. 

Nun sollte man meinen, dass Mate aufgrund des hohen Gerbstoffanteils stopfend wirkt, was er allerdings nicht tut. In diesem Abschnitt des Artikels erfährst du, wie Mate die Gallenproduktion und damit auch die Verdauung anregt. Koffein wirkt ebenfalls anregend auf den Stoffwechsel und die Verdauungsorgane. 

5. 8. Bitterer Geschmack ohne Bitterstoffe

Wie im Unterpunkt „Saponine” erläutert, wird davon ausgegangen, dass diese Mateblättern ihren bitteren Geschmack verleihen. Auch die genannten Gerbstoffe spielen hier eine große Rolle. Ebenso sollen die enthaltenen Xanthine Koffein, Theobromin und Theophyllin den bitteren Geschmack ausmachen. (6) 

Ich habe nirgends einen Hinweis darauf gefunden, dass Mate Bitterstoffe enthält, die direkt anregend auf die Gallenproduktion, die Leber und somit auf die Verdauung wirken. Trotz der fehlenden Bitterstoffe weist er all diese Eigenschaften auf, was uns einmal mehr vor Augen führt, dass die Wirkung einer Pflanze auf einem komplexen Zusammenspiel der Summe ihrer Teile beruht. 

5. 9. Blei

Leider wurden in Mate-Infusionen auch Bleikonzentrationen in Höhe von 7,6 – 8,9 μg / l nachgewiesen. Der Mittelwert liegt bei 8,1 μg / l . Der Grenzwert für Blei in Trinkwasser der US-Umweltschutzbehörde liegt bei 15 μg / l, der in Deutschland bei 10 μg / l. Dass diese Grenzwerte keinerlei Aussagekraft über die gesundheitlichen Folgen von Blei im Körper haben, sollte klar sein. (3)

6. Gepanschte Teemischungen

In diversen Studien wurde auch festgestellt, dass Mate nicht gleich Mate sein muss. So werden Teemischungen, die als Mate verkauft werden, mit anderen Ilex-Arten (Stechpalmenarten) oder den Früchten des Matestrauchs gestreckt, worunter die Qualität natürlich leidet, da so auch der Gehalt an wertvollen Inhaltsstoffen sinkt. Ein Indiz für eine Streckung ist, dass der Tee äußerst bitter schmeckt. (3)

7. Gesundheitsförderliche Eigenschaften von Mate-Tee

Mate wartet mit einer ganzen Reihe an gesundheitsförderlichen Eigenschaften auf. Ich bleibe dennoch beim guten alten Grundsatz „Die Dosis macht das Gift”, da es, wie wir nun gesehen haben, auch zu Verunreinigungen mit Schwermetallen kommen kann und ich der Meinung bin, dass zu viel Koffein auf Dauer nicht förderlich ist. Zudem gibt es auch Hinweise darauf, dass Mate manche Krebsarten fördert. Klar, in Südamerika wird Mate täglich ganztägig getrunken und blickt auf eine jahrhundertelange Tradition zurück. Doch was vor hunderten Jahren noch gesund war, muss es heute aufgrund all der neu hinzugekommen Faktoren im Spiel des Lebens, wie Umweltverschmutzung, Schwermetallbelastungen, Stress, Parasiten, Toxine, etc. nicht mehr sein. Die persönliche Konstitution und individuelle Verträglichkeit von Koffein inbegriffen. (3)

7. 1. Antioxidative Eigenschaften

Im Unterpunkt Polyphenole habe ich die antioxidativen Eigenschaften von Mate bereits angerissen. Antioxidantien fangen freie Radikale, die auf ganz natürliche Art aufgrund von Stoffwechselprozessen in unserem Körper entstehen. Es handelt sich hierbei um aggressive Sauerstoffmoleküle oder organische Verbindungen, denen ein Elektron fehlt, das sie sich unbedingt von vollständigen Molekülen zurückholen möchten. Sie greifen diese also an, um sich ihr fehlendes Elektron zu holen. So bilden sie neue Radikale, die wiederum anderen Molekülen ihr Elektron entreißen möchten und eine Kettenreaktion entsteht. Unser Körper bildet durchaus eigene Antioxidantien, wie Melatonin, Taurin oder Glutathion. Doch diese reichen bei der hohen Belastung an Schadstoffen, der wir mittlerweile ausgesetzt sind, nicht mehr aus. Es ist also sinnvoll, die Antioxidantienspeicher über Mikronährstoffe, Nahrungsergänzungsmittel oder Pflanzen, die diese enthalten, aufzufüllen. So kannst du vorzeitigen Alterungsprozessen entgegenwirken. Zumal die Oxidationsprozesse in unserem Körper mit dem Alter nur weiter zunehmen. Anti Aging mit Antioxidantien! 

Von allen getesteten Mate-Arten enthält I. Paraguariensis die höchste antioxidative Aktivität, die vor allem auf die hohe Konzentration von Caffeoylderivaten zurückzuführen ist. Die antioxidative Kapazität von Mate hängt stark mit seiner Polyphenolkonzentration zusammen. Polyphenole, also auch die Caffeoylderivate, wirken ähnlich, wie die 293 körpereigenen antioxidativen Enzyme und gelten daher als sehr gute Unterstützer. (3)  

7. 1. 1. Oxidativer Stress

Studien belegen, dass Mate-Extrakt ein starker Inhibitor für oxidativen Stress ist, der durch 

reaktive Sauerstoffspezies verursacht wird. Vor allem für die Leber und das Herz. Nach einem Herzinfarkt ist das Herz besonders anfällig für oxidativen Stress, der durch reaktive Sauerstoffspezies verursacht wird. Die Verabreichung von Mate-Extrakt verringert nachweislich die Lipidoxidation im Herzen. (3)

7. 1. 2. Nitrosativer Stress / Nitrostress

Es ist in Studien nachgewiesen, dass Nitrosativstress DNA-Schäden und Zelltod verursacht. Mate-Tee kann 95% eines bestimmten chemischen Prozesses, der unter anderem für Nitrostress verantwortlich ist (Proteinnitration) verhindern, was allerdings bisher nur unter Laborbedingungen getestet wurde. Das Ergebnis zeigt dennoch, dass er diesbezüglich potenter als grüner Tee und Rotwein ist. Zudem zeigt Mate die höchste Hemmung gegen Zytotoxizität im Vergleich zu grünem Tee und Rotwein. Diese Eigenschaft wurde in Bezug auf Schlaganfälle und Myokardischämie getestet. (3) 

7. 2. Übergewicht und Adipositas: Mate hilft beim Abnehmen

In Studien wurde belegt, dass Mate bei der Gewichtsabnahme hilft, weshalb das Kraut nun auch als Nahrungsergänzungsmittel zugelassen ist. Bei fettleibigen Männern und Frauen, die Mate-Tee konsumiert haben, wurde eine Zunahme der Fettoxidation nachgewiesen. Ein Tee aus Mate, Guarana und Damiana führt zu einer verlangsamten Magenentleerung und sorgt so für ein längeres Sättigungsgefühl. Nach 45 Tagen Behandlung nahmen die Patienten erheblich an Gewicht ab. Es wird angenommen (randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte klinische Studie), dass die gewichtsreduzierende Wirkung von Mate auf die Koffeinkonzentration zurückzuführen sein könnte, die zur Saponinkonzentration beiträgt, den Cholesterinstoffwechsel beeinflusst und die Absorption von Nahrungsfetten über den Darm verzögert. Daneben nimmt Mate Einfluss auf weitere Fettstoffwechselprozesse, wie den Cholesterinstoffwechsel. Ratten, die eine cholesteringesättigte Diät erhielten, wurde Mate-Extrakt verabreicht, was zu einer Senkung der Konzentration von Cholesterin und Triglyceriden im Blutserum führte. 

Mate erhöht zudem den Gallenfluss, weshalb das Kraut eine gute Verdauungshilfe ist. (3) Galle spaltet im Dünndarm Fette, so dass sie weiterverarbeitet und aufgenommen werden können. Eine geregelte und regelmäßige Verdauung ist wichtig für die Gewichtsabnahme. 

7. 3. Antikanzerogene Eigenschaften

Mehrere in-vitro- und auch Tierstudien haben ergeben, dass Mate eine antikanzerogene (krebsverhindernde, krebshemmende) Wirkung besitzt. Im Vergleich zu grünem Tee, der ebenfalls antikanzerogen wirkt, schneidet Mate besser ab, da er eine höhere Konzentration der chemischen Substanzen aufweist, die zytotoxisch gegenüber menschlichen Krebszellen wirken. Nachgewiesen wurde das unter anderem mit Leberkrebszellen. Ebenso soll Mate die Proliferation von Dickdarm- Speiseröhren- und Blasenkrebszellen hemmen. (4) Eine in-vitro-Studie zum oralen Zellkarzinom zeigte, dass 375 μg festes Mate-Extrakt das Krebszellwachstum vollständig hemmte. Doch auch bei niedrigen Konzentrationen zeigt Mate eine signifikante Hemmung des Krebszellwachstums. (3)

8. Schattenseiten von Mate?

Kann eine Pflanze mit so vielen gesundheitsförderlichen Eigenschaften uns auch schaden? Es gibt in-vitro-Studien, die das vermuten lassen. Aber Achtung: Es handelt sich hierbei wirklich nur um in-vitro-Studien, die auch nicht an Tieren fortgeführt wurden. Auch die angeführten epidemiologischen Studien sind sehr uneindeutig und zeigen keine klaren Ergebnisse. 

8. 1. Genotoxizität 

Es gibt eine Studie, die sich mit den mutmaßlich toxischen Eigenschaften von Mateblättern befasst hat, doch diese sind umstritten, da es sich ausschließlich um in-vitro-Tests handelt. In ihnen zeigte sich Mate-Extrakt als genotoxisch in Bakterienzellen, indem es DNA-Reparatur und -Regulationsprozesse behinderte. Nachdem jedoch bestimmte Stoffe zugesetzt wurden, wurde der genotoxischen Aktivität des Mate-Extrakts entgegengewirkt, was darauf schließen lässt, dass sauerstoffreaktive Spezies für die Genotoxizität verantwortlich waren. (3)

8. 2. Erhöhtes Krebsrisiko durch Mate-Konsum?

Es existieren wohl auch epidemiologische Studien, die auf einen Zusammenhang zwischen Mate-Konsum und einem erhöhten Risiko für die Entwicklung bestimmter Krebsarten, wie Speiseröhren-, Mund-, Lungen-, Blasen-, Nieren- und weiteren Krebsarten, die Kopf und Hals betreffen. Diese Beobachtungen beziehen sich auf die oben genannten Regionen, in denen der pro-Kopf-Mate-Konsum sehr hoch ist. Es wird jedoch auch anerkannt, dass hier weitere Faktoren eine Rolle spielen, die in diesen Regionen kulturell verankert sind und weiträumig zu den täglichen Gewohnheiten zählen. Die Rede ist von Rauchen und Alkoholkonsum. Epidemiologische Studien zeigen dort erhöhte Raten von Plattenepithelkarzinomen, wo sehr viel Mate getrunken, aber gleichzeitig auch viel geraucht wird. 

Unter den gegebenen Umständen deuten diese Studien darauf hin, dass das Risiko für Krebsarten, die Kopf und Hals betreffen, sowie Lungenkrebs um das drei- bis fünffache erhöht sein kann, wenn man täglich mehr als 1 Liter Mate trinkt. 

Berichtet wird ebenso, dass der Verzehr von sehr starkem und heißem Mate-Tee das Risiko für Mundkrebs erhöhen kann. Dasselbe gilt allerdings auch für Kaffee und grünen Tee, die das Risiko um das Zwei- bis Vierfache erhöhen. Das legt die Schlussfolgerung nahe, dass das erhöhte Mundkrebsrisiko auf Verletzungen durch Hitze zurückzuführen ist.

Mate in Verbindung mit einem erhöhten Blasenkrebsrisiko wurde in Uruguay untersucht und ist dann vor allem relevant, wenn die Betroffenen auch Raucher sind. Es betrifft jedoch auch Nichtraucher. Das ist alles jedoch wenig definiert und diese Nichtraucher können ja auch jahrelange Passivraucher sein. In derselben Studie wurde aufgezeigt, dass auch Kaffee- und Schwarzteetrinker ein erhöhtes Blasenkrebsrisiko aufweisen. In Argentinien wurde ebenfalls eine Studie zu Mate und seine mögliche Verbindung zu Blasenkrebs durchgeführt, wobei jedoch die Studienteilnehmer alle Raucher waren. Es ist also völlig unklar, welcher Faktor und auf welche Weise nun ausschlaggebend für das erhöhte Vorkommen von Blasenkrebs war. 

Ebenfalls bei den Fallstudien zu Mate-Konsum und einer erhöhten Krebsinzidenz zu berücksichtigen ist, dass zu den Probanden immer auch Menschen gehörten, die sowohl Mate, als auch schwarzen Tabak als auch Wein konsumierten. Bei Personen, die dies in Kombination regelmäßig zu sich nehmen, gibt es augenscheinlich ein erhöhtes Mundkrebsrisiko. Wobei das theoretisch auch nur auf das Rauchen zurückzuführen sein kann. Die Studienlage diesbezüglich ist, wie du siehst, sehr unspezifisch und dünn. (3)

8. 3. Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe

Mate kann allerdings Verbindungen enthalten, die zu Krebs beitragen können. In einer Studie wurde die Korrelation zwischen Mate-Konsum und der Konzentration an polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) im menschlichen Körper nachgewiesen. In verschiedenen brasilianischen Mate-Proben wurden min. 15 PAK-Verbindungen in Konzentrationen von 600 – 2300 ng / l gefunden. Eine Studie mit 50 % Rauchern und 50 % Nichtrauchern ergab, dass es eine direkte Korrelation zwischen der konsumierten Menge an Mate und den PAK-Konzentrationen im Urin gab. Je höher der Mate-Konsum, desto höher die Konzentrationen. Bei den Rauchern waren die Werte zwar höher, doch nicht so viel mehr, als bei den Nichtrauchern. Es gibt zwar keinen Nachweis für den Zusammenhang von Mate-Konsum und der Entwicklung von Krebs, doch die Kontamination mit PAK kann eine Erklärung liefern, warum Mate-Trinker doch in höherem Maße von der Erkrankung betroffen sind. (3)

8. 3. 1. Warum enthalten die Blätter PAK?

Die PAK entstehen höchstwahrscheinlich erst bei der Verarbeitung der Mate-Blätter, denn sie werden meist über brennendem Holz geräuchert, wodurch diese Stoffe in den Blättern gebildet werden. (3) Daher auch der Zigarren-Geschmack. Zu dieser ganzen Thematik gibt es kaum Untersuchungen.

9. Fazit Mate-Tee

Wie ich obern bereits geschrieben habe, bleibe ich bei Paracelsus’ Devise, dass die Dosis das Gift macht. Wir können kleine Mengen Gift zu uns nehmen und so langsam eine Resistenz aufbauen, ohne, dass uns die Substanz schadet. Wenn wir eine bestimmte Schwelle überschreiten, kann sich der Effekt ins genaue Gegenteil verkehren. Dass Mate vermutlich aufgrund des Räucherungsprozesses potenziell krebsfördernd sein könnte, sollte man auf jeden Fall im Hinterkopf behalten. 

Es gibt diverse online-Shops, die auf Mate spezialisiert sind. Dort gibt es auch naturbelassene, ungeräucherte Sorten zu kaufen. Sie schmecken dann bitter, was bei den geräucherten Varianten gar nicht mehr durchkommt. Diese sollte man bevorzugt verwenden.

Für mich ist Mate wegen des Koffeins für den regelmäßigen Gebrauch tabu. Wie ich in meinem Artikel zum Kaffee erläutert habe, stellt er jedoch eine sehr gute und auch gesunde Alternative zu Kaffee dar, da er eine andere chemische Zusammensetzung mitbringt und insgesamt anders auf Geist und Körper wirkt. Die gesundheitsförderlichen Aspekte, zu denen auch entgiftende Eigenschaften gehören, (4) dürfen hier auf keinen Fall außer Acht gelassen werden. In Forscherkreisen kommt man zu der Conclusio, dass Yerba-Mate-Extrakt nachweislich gesundheitsfördernde Wirkungen aufweist, solange man nicht mehr als 2,5 l pro Tag trinkt. (4) Die Forschung spricht hier natürlich von den ungeräucherten Blättern.

Habe ich dir jetzt Lust gemacht, Mate zu probieren? 🙂

(1) Wikipedia: Mate-Strauch 

(2) Wikipedia: Mate-Tee

(3) Yerba Mate Tea (Ilex paraguariensis): A Comprehensive Review on Chemistry, Health Implications, and Technological Considerations / C.I. Heck, E.G. De Mejia / et al.

(4) Yerba Mate as a Source of Elements and Bioactive Compounds with Antioxidant Activity / Elżbieta Rząsa-Duran, Agata Kryczyk-Poprawa, Dawid Drabicki, Adrian Podkowa, Katarzyna Sułkowska-Ziaja, Agnieszka Szewczyk, Katarzyna Kała, Włodzimierz Opoka, Piotr Zięba, Maciej Fidurski, and Bożena Muszyńska

(5) [Factors which modify the nutritional state of iron: tannin content of herbal teas] / F Pizarro, M Olivares, E Hertrampf, T Walter

(6) Yerba Mate—A Long but Current History / Anna Gawron-Gzella, Justyna Chanaj-Kaczmarek, and  Judyta Cielecka-Piontek

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