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Lavendel: Wirksame Inhaltsstoffe und heilende Eigenschaften 

Heilpflanze Lavendel
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Anja

Ich gehe den schamanischen Weg, bin Bewusst-SEINS-forscherin, (Welten)Reisende und gesundheits-VER-rückt.

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Hello Pachamama

Eine meiner allerliebsten Heilpflanzen ist der echte Lavendel (Lavandula angustifolia) und es wird Zeit, diesem wunderbaren Kraut einen Artikel zu widmen. Zu gerne würde ich einmal die ausgedehnten Lavendelfelder zur Blüte in der Provence besuchen. Mal sehen, wann wir das schaffen. 😉 Bis dahin vergnüge ich mich mit Lavendelprodukten, die nicht nur meine Sinne mit ihrem Duft betören, sondern auch wichtige Helferlein für meine Gesundheitsfürsorge sind. Ich kann nicht ohne Lavendel und nach diesem Artikel du hoffentlich auch nicht mehr! 

Inhaltsverzeichnis

1. Der echte Lavendel und seine Geschichte

1. 1. Lavendel im alten Ägypten

Schon die alten Ägypter verwendeten den echten Lavendel. Ich bin mir sehr sicher, dass sein Gebrauch noch wesentlich weiter zurückreicht, doch historisch gesehen geht es um Belege. Die ältesten sind ägyptische Mumien, wie diese von Tutanchamun und anderen Pharaonen, in denen Spuren von Lavendel gefunden wurden. Das deutet darauf hin, dass die alten Ägypter das ätherische Lavendelöl, das nicht nur gut riecht, sondern auch antimikrobielle Eigenschaften besitzt, zum Einbalsamieren ihrer Leichen verwendet haben. 

1. 2. Lavendel bei den Griechen und Römern

Auch im alten Griechenland und im römischen Reich wurde Lavendel sowohl als Heilpflanze, als auch als Parfum und Duftstoff verwendet. Und natürlich fand der Lavendel auch in unseren Breitengraden Anklang. So wird er im „Lorscher Arzneibuch” (ca. 795 n. Chr.) als Trunk mit Honig und weiteren Zutaten gegen Gicht, Unterleibserkrankungen und Epilepsie empfohlen. Das Lorscher Arzneibuch erwähnt auch den „Lavandula latifolia“, der in der deutschen Übersetzung als „Spica, der echte Lavendel oder der edle Speik“ bezeichnet wird. Nur L. angustifolia ist allerdings der wirklich echte Lavendel mit vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten. Im Mittelalter gehörte der Lavendel zu den angewendeten Heilpflanzen und wurde zur Behandlung von Schlafstörungen, Kopfschmerzen und Magen-Darm-Beschwerden verwendet. 

1. 3. Lavendel in Europa und den USA

Ca. im 16. Jahrhundert wurde der echte Lavendel in Europa als Zierpflanze kultiviert und in (Kloster)Gärten und Parks angepflanzt. 

Im 17. Jahrhundert begann der kommerzielle Anbau von Lavendel in Frankreich und sein wertvolles ätherisches Öl wurde zu einem wichtigen Exportprodukt. 

Seit dem 19. Jahrhundert genießt der echte Lavendel in Europa und Amerika wachsende Beliebtheit wegen seines ätherischen Öls, das nicht nur pur, sondern auch als Duftstoff für Seifen, Kosmetika und Reinigungsmittel verwendet wird.

1. 4. Lavendel in Asien

Auch in Asien erhält man mittlerweile Lavendel-Produkte. Vor allem ätherisches Öl, das unter anderem aus Australien importiert wird. In Vietnam wird in der Region der Stadt Da Lat seit dem Jahr 2000 sogar Lavendel angebaut. Ob die Franzosen (ehemalige Kolonialmacht) hinter dieser Entwicklung stecken ist nicht belegt. 

2. Heimat von Lavendel

Lavendel ist in Südeuropa beheimatet, und wächst dort besonders gern auf trockenen, sonnigen Hängen. Er wird jedoch auch in anderen Regionen der Welt angebaut, unter anderem in Frankreich, das den Lavendel aus dem Mittelmeerraum importiert hat, Spanien, China, Vietnam und den USA.

3. Eigenschaften des echten Lavendels

(Lavandula angustifolia, L. officinalis) ist eine mehrjährige, stark duftende, krautige Pflanze aus der Familie der Lippenblütler. Die Wuchshöhe erreicht bis zu 60 cm, er hat lineal lanzettliche Blätter. Die Blütenstände sind lang gestielt mit einer 10 – 12 mm langen Krone, die blau-violett blüht. Blütezeit des echten Lavendels ist von Juni bis August. Die Gattung Lavandula beinhaltet 39 Arten, zu denen auch Lavandin (L. x intermedia Emeric ex Loisel) gehört. Achtung, denn mancher Händler möchte einem Lavandin, der eine Kreuzung von L. angustifolia und L. latifolia ist, als echten Lavendel verkaufen, was nicht korrekt ist. Von ihm wird nur das ätherische Lavandinöl verwendet und fast ausschließlich in der Kosmetikindustrie genutzt. Zudem enthält Lavandin weniger Flavonoide und dafür mehr Cumarine, die man nur in Maßen genießen soll. 

Ätherisch-Öl-Pflanzen duften besonders intensiv bei Sonnenschein und Wärme, da dann die ätherischen Öle ausdampfen. Auch Berührung bringt den Duft wunderbar zum explodieren. 

4. Verwendbare Pflanzenteile und Indikationen

In der Heilkunde finden die Blüten Verwendung, in denen sich die geballte Kraft des ätherischen Öls findet. Auch die Blätter enthalten ätherisches Öl, weshalb ich sie von meinen eigenen Pflanzen auch für Tee verwendet habe. Die Konzentration ist jedoch wesentlich geringer als in den Blüten, daher dienen die Blätter lediglich als Ergänzung für Zubereitungen aus Lavendel. Tatsächlich eignen sich auch die Stängel als Beigabe. Die Blüten werden kurz vor der völligen Entfaltung mit dem Kelch gesammelt und getrocknet. Die Blätter sammelst du zur gleichen Zeit. 

Lavendel ist eine wunderbare Heilpflanze bei Schlafstörungen, innerer Unruhe, Nervosität, depressiven Verstimmungen, Magen- und Verdauungsbeschwerden, Hautstörungen, Wunden, Verbrennungen, rheumatischen Erkrankungen oder bakteriellen Infektionen.

5. Inhaltsstoffe im echten Lavendel

Lavendel enthält diverse Inhaltsstoffe, von denen jedoch nicht alle phytotherapeutisch relevant sind. Doch wie immer gilt: Am besten wird die ganze Pflanze, besser gesagt, die potenten Pflanzenteile, verwendet, da die Wirkung sich immer aus der Summe ihrer Teile ergibt. Einzeln isolierte Wirkstoffe sind nicht dasselbe und entfalten im Körper nicht das volle Spektrum an heilsamen Eigenschaften. 

5. 1. Ätherisches Öl

Einer der Hauptwirkstoffe im Lavendel ist sein ätherisches Öl, das vor allem aus Linalylacetat und Linalool besteht. Es enthält außerdem Lamiaceengerbstoffe mit Rosmarinsäure und Chlorogensäure. Das ätherische Lavendelöl wirkt vor allem beruhigend, entspannungsfördernd, schmerzlindernd, entzündungshemmend, antibakteriell, antiviral und fungizid. 

83 Studien zu ätherischem Lavendelöl wurden zwischen 2002 und 2022 veröffentlicht, von denen sich die meisten mit den schmerzlindernden und angstlösenden Eigenschaften befassen. Sie alle dokumentieren die Wirksamkeit des ätherischen Öls. Einige Studien befassen sich mit den anti-psoriatischen (Schuppenflechte), anti-toxoplasmotischen (Infektion mit Toxoplasma gondii / Katzenparasit) und Wundheilungseigenschaften sowie der Schutzwirkungen gegen zerebrale Ischämie (Hirninfarkt). *

5. 1. 1. Beruhigende Wirkung von ätherischen Lavendelöl

Seine beruhigende Wirkung ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass das ätherische Lavendelöl die Produktion des Neurotransmitters GABA (Gamma-Aminobuttersäure) im Gehirn erhöht. GABA ist unser Entspannungshormon und super wichtig, da es beruhigend auf das Zentralnervensystem wirkt. GABA reguliert unseren Schlaf, Angst und Stress und so ist auch der Vagus-Nerv / das parasympathische System auf dieses Hormon angewiesen. Ich habe seit dem Burnout noch immer teils Probleme mit meinem GABA-Haushalt und setze auf ätherisches Lavendelöl zur Beruhigung. Mir hilft es abends oder nachts beim Schlafen, wenn ich zu nervös bin. Dafür nehme ich 2 Tropfen Öl und streiche sie pur auf meine Schläfen und Brust. Das hilft beim Einschlafen. Ätherisches Lavendelöl und Teebaumöl sind übrigens die einzigen ätherischen Öle, die man pur auf die Haut auftragen kann. Ausnahmen gelten für empfindliche Menschen. 

In einer Studie wurden Chemotherapie-Patienten, die unter Ängsten und Schlafstörungen litten, abends 3 Tropfen ätherisches Lavendelöl per Aromatherapie verabreicht. Der Schlaf besserte sich und die Ängste wurden gelindert. Ansonsten gab es keine nachteiligen Auswirkungen auf die Patienten. *

5. 1. 2. Schmerzlindernde Wirkung

Die schmerzlindernde Wirkung von ätherischen Lavendelöl geht auf seine Fähigkeit zurück, Prostaglandine, entzündungsfördernde Botenstoffe, zu hemmen. Das kann man sich vor allem für Einreibungen und Bäder bei rheumatischen Erkrankungen wie Arthrose, Arthritis oder chronischer Polyarthritis („Rheuma”) zunutze machen. In einer klinischen Studie wurde das Öl für 120 Frauen zur Schmerzlinderung bei der Geburt verwendet und die Ergebnisse zeigten eine positive Reaktion der behandelten Frauen. *

5. 1. 3. Entzündungshemmende Wirkung

Auch Zytokine, ebenfalls entzündungshemmende Botenstoffe, werden durch ätherisches Lavendelöl gehemmt. *

5. 1. 4. Antibakterielle und fungizide Wirkung von ätherischen Lavendelöl

Ätherisches Lavendelöl zerstört die Zellwände von Bakterien und Pilzen und macht sie so unschädlich. Es zeigt vor allem Affinität gegenüber gram-positven Bakterien (dicke Zellwand, oft resistent gegen Antibiotika) und Pilzen. Zudem hemmt Lavendelöl RNA, DNA, Proteinsynthese und Polysaccharide in Bakterien und die Enzymproduktion von Pilzen, was bedeutet, dass es Vermehrung und Funktion dieser Pilze und Bakterien verhindert und / oder hemmt. *

5. 1. 5. Wundheilungsfördernde Eigenschaften

Bzgl. seiner wundheilungsfördernden Eigenschaften fördert das ätherische Öl, neben weiteren Faktoren, die Kollagensynthese. Es regt die Interleukin-6-Bildung an (Zytokin, das für die gewebeheilenden Reaktionen verantwortlich ist) und erhöht die Produktion des vaskulären endothelialen Wachstumsfaktors, der den Wundverschluss über Gewebebildung fördert. *

Ich wende es selbst auch für Schnittwunden oder Verbrennungen an (passiert mir oft in der Küche) und es unterstützt wunderbar die Heilung. Schon nach einer Anwendung sieht man den Effekt. Achtung bei Schnittwunden: Sie müssen erst von selbst ausbluten und die Blutung gestillt sein. Noch zu offen brennt das Öl natürlich.

5. 1. 6. Schutz vor Hirninfarkt

Neueste Forschungen an menschlichen Gehirnzellen deuten darauf hin, dass Linalylacetat das Gehirn vor Ischämien (Gehirninfarkt) schützen könnte. Der Grund hierfür ist, dass Linalylacetat die Hirngefäße vor kalziumbedingten Verletzungen schützt, also solchen, die aufgrund von Kalziumablagerungen in den Gefäßen entstehen. So halten sie indirekt eine normale Blut-Hirn-Barrierefunktion aufrecht. *

5. 1. 7. Hemmung von Toxoplasma gondii

In-vitro wurde das ätherische Öl von L. angustifolia auf seine Wirkung gegen den Katzenparasit Toxoplasma gondii getestet, in der es eine Hemmung dieses Parasiten zeigte. Es verhinderte seine Invasion und sein Wachstum durch die Veränderung seiner Zellmembran (siehe oben). Weitere Forschungen sollen folgen. *

5. 1. 8. Hilfe bei Schuppenflechte

In in-vitro-Tests reduzierten vor allem die Verbindungen Linalool und Linalylacetat die histologischen Veränderungen, die während der Psoriasis auftreten, signifikant. Linalylacetat förderte die Verringerung des Th-1-Zytokinspiegels, was bedeutet, dass eine vorliegende Entzündung oder Infektion zurückgeht, für die der Th-1-Zytokinspiegel ein Marker ist. Leichte Hautreizungen traten auf, wenn das Öl in einer Konzentration von 10% bzw. 2% verwendet wurde. *

5. 2. Flavonoide im echten Lavendel

Eine weitere Wirkstoffgruppe, die dem Lavendel seine heilenden Eigenschaften verleiht, sind die Flavonoide, die zu den Polyphenolen gehören. Sie verleihen dem Lavendel antioxidative, anti-inflammatorische und ebenso antibakterielle Wirkungen. 

5. 2. 1. Antioxidative Wirkung der Flavonoide in Lavendel

Antioxidantien schützen unsere Zellen vor freien Radikalen, die sie schädigen und so zu Erkrankungen und vorzeitigen Alterungsprozessen führen können. Unser Körper produziert auch selbst Antioxidantien, wie z. B. Glutathion, doch bei der hohen Toxinbelastung heutzutage braucht er meist Unterstüzung. Zu viele künstlich zugeführte Antioxidantien können in manchen Fällen jedoch auch destruktive Prozesse im Körper unterstützen. Oxidation ist wichtig für die Wundheilung, Entzündungsprozesse, Energiegewinnung oder auch die Funktion des Immunsystems. Diese Prozesse können durch ein Übermaß an zugeführten Antioxidantien gestört werden. Die Forschung hierzu ist jedoch erst am Anfang und die nötigen Mengen sind unklar. 

5. 2. 2. Entzündungshemmende Wirkung der Flavonoide

Die entzündungshemmende Wirkung der Flavonoide von Lavendel ist auf ihre Fähigkeit zurückzuführen, die Produktion von Zytokinen zu hemmen.

5. 2. 3. Antibakterielle Wirkung der Flavonoide

Wie auch die ätherischen Öle können die Flavonoide im Lavendel die Zellwände von Bakterien zerstören und sie somit unschädlich machen. 

Studien zeigen, dass Lavandula angustifolia, also der echte Lavendel, die stärksten antioxidativen Eigenschaften aller Lavendelarten besitzt. 

5. 2. 4. Chinesische Studie mit Fokus auf Flavonoide in Lavandula angustifolia

Eine chinesische Studie untersuchte die Effekte der, in echtem Lavendel enthaltenen, Flavoniode auf ihre antioxidativen, tumorbekämpfenden und anti-entzündlichen Eigenschaften, die bestätigt wurden. Aus dem Paper geht nicht ganz eindeutig hervor, welche Pflanzenteile verwendet wurden, doch es ließt sich, als ob die ganze oberirdische Pflanze mit Blättern, Stängeln und Blüten verarbeitet wurde. Der Anteil an Flavonoiden in den beforschten Pflanzen betrug ca. 53%, also mehr als die Hälfte aller Inhaltsstoffe. Sieben Flavonoide wurden isoliert, darunter Kaffeesäure, Rosmarinsäure, diverse Luteolinverbindungen und Apigenin. **

5. 2. 4. 1. Lavendula angustifolia ist wirksam gegen Leberkrebs- und Zervixkarzinomzellen

Im in-vitro-Versuch zeigte die angefertigte, alkoholische Lösung aus Lavandula angustifolia eine zytotoxische Wirkung gegenüber Leberkrebs- und Gebärmutterhalskrebszellen. Eine Dosis des Lavendelextrakts von 10 mg / ml zeigte eine 80,60%-ige und 71,64%-ige Hemmung des Wachstums auf die verwendeten Leberkrebs- und Gebärmutterhalskrebszellkulturen. **

5. 2. 5. Lavendel bei Typ 2-Diabetes und Adipositas

Eine in-vitro-Studie aus Italien hat sich mit der Wirkung alkoholischer Lavendel-Auszüge auf Typ 2-Diabetes und Fettleibigkeit befasst. Die Ergebnisse sind vielversprechend hinsichtlich der Entwicklung von entsprechenden Nutraceuticals zur Behandlung von Stoffwechselstörungen wie Diabetes und Adipositas. ***

6. Phytotherapautische Anwendungen von echtem Lavendel

Lavendel kann in vielfältiger Form angewendet werden und sollte, wie alle Heilpflanzen, immer als Ganzes betrachtet werden. Isolierte Wirkstoffe aus Heilpflanzen sind niemals so potent, wie die zu verwendenden Teile der Pflanze, da die Natur sich etwas bei der Zusammensetzung gedacht hat. Die einzelnen Wirkstoffe bedingen sich zum großen Teil gegenseitig, was man den synergistischen Effekt nennt. Es ist eine Wirkverstärkung. Doch nicht nur das, sie spielen ganz einfach zusammen. Es macht also wenig Sinn, sich Präparate, die auf isolierten Wirkstoffen basieren, in der Apotheke zu holen. Verarbeite stattdessen die Pflanze. 

6. 1. Lavendeltee

Lavendeltee eignet sich wunderbar als abendlicher Schlummertrunk. Er wird aus den Blüten zubereitet, doch ich würde, wenn möglich, immer auch Blätter und Stängel hinzugeben, da sie ebenfalls die Wirkstoffe enthalten. Ein super praktischer Wirkverstärker für alle Kräutermixturen ist die Saponindroge Gänseblümchen. Saponine sind immer Wirkverstärker für alle anderen Pflanzeninhaltsstoffe. 

6. 1. 1. Zubereitung Lavendeltee

2 TL getrocknete Lavendelblüten (optional die ganze Pflanze) mit 250 ml nicht mehr kochendem Wasser übergießen. 8 Minuten ziehen lassen und eine Stunde vor dem Schlafengehen trinken. 

6. 2. Lavendeltinktur

Ich persönlich liebe Tinkturen und ziehe sie Tee vor, wenn es um eine dauerhafte Behandlung geht, da sie nicht so zeitraubend sind. Ein Beispiel für eine Lavendeltinktur findest du in diesem Artikel. 

6. 3. Oxymel mit Lavendel

Oxymel ist ein Sauerhonig, der unzählige gesundheitsförderliche Eigenschaften mitbringt. Apfelessig ist für das Oxymel besonders geeignet, da er vor allem die Magen-Darm-Gesundheit und unsere Darmflora unterstützt. Essig ist ein Ferment und am besten nimmst du den unbehandelten, nicht erhitzten Apfelessig aus dem Biomarkt, oder stellst ihn selbst her. Ein hochwertiger Imkerhonig enthält Antioxidantien, Enzyme, Mineralstoffe, Spurenelemente und Aminosäuren. Er wirkt antibakteriell, antiviral und fungizid und enthält sogar Probiotika, die eine gesunde Darmflora unterstützen. Mehr über Oxymel erfährst du in diesem Artikel und hier gibt es ein Rezept mit Lavendel.

6. 4. Ätherisches Lavendelöl

Mein absoluter Liebling unter den Anwendungsformen von Lavendel. Ätherische Öle sind deshalb so toll, weil sie extrem konzentriert sind und ein Vielfaches der Wirkkraft beinhalten. 1 Tropfen ätherisches Öl entspricht 30 Tassen Kräutertee. Aus diesem Grund sind sie allerdings auch mit Vorsicht zu genießen, da sie in Überdosierung toxisch wirken können. Nebenwirkungen beinhalten Haut- und Schleimhautreizungen (auch der Lunge und des Magens), Ausschlag, allergische Reaktionen bis hin zum anaphylaktischen Schock (kann potenziell bei allen Pflanzen auftreten) oder Photosensibilisierung. Vor allem für Kinder sind nur sehr wenige ätherische Öle in entsprechend niedrigen Dosierungen geeignet. 

6. 4. 1. Ätherisches Lavendelöl als Aromatherapie

Aromatherapie wirkt über die Riechzellen in der Nase, die den Reiz über den Riechnerv direkt in die Riechhirnrinde des Großhirns weiterleiten. Hier wird der Duft registriert. Im Hippocampus und limbischen System werden zuvor zusätzlich mit dem Geruch verbundene Gefühle und Erinnerungen wachgerufen, was die Hormonausschüttung anregt. Man sollte also besser positive Assoziationen mit dem gewählten Duft haben, da sonst neben der gewünschten hormonellen Wirkung auch Stress entstehen könnte. Den Duft der ätherischen Öle in Kräutern nehmen wir natürlich nicht nur über die Aromatherapie wahr, sondern auch über Auszüge und Tees.

Im Zerstäuber kannst du das ätherische Lavendelöl für die Beduftung deiner Räume, vor allem des Schlafzimmers verwenden. Gib hierfür in die vorgegebene Menge Wasser 3 Tropfen ätherisches Lavendelöl. Mischungen mit bis zu vier anderen Ölen sind auch möglich. Das gilt für alle ätherischen Öle. Probier aus, was dir zusagt. 

6. 4. 2. Einreibungen und Massagen mit ätherischen Lavendelöl

Ätherisches Lavendelöl kann pur auf die Haut aufgetragen werden. Individuelle Unverträglichkeiten sind zu beachten. Wenn ich abends zu nervös bin, reibe ich mir 2 Tropfen auf die Schläfen und die Brust. Neben den schlaffördernden, mache ich mir so noch die weiteren heilenden Eigenschaften des Lavendels zunutze. Ätherische Öle sind etwa 30 – 60 Minuten nach der Einnahme im Blutkreislauf nachweisbar. 

Du kannst das ätherische Öle auch mit einem Trägeröl mischen. Vor allem, wenn du weitere ätherische Öle verwendest, die nicht pur auf die Haut aufgetragen werden dürfen oder für eine Massage. Geeignet sind unter anderem Sesamöl, Olivenöl, Jojobaöl, Kokosöl oder Avocadoöl. Auf 3 Tropfen ätherisches Öl kannst du etwa 10 ml Trägeröl rechnen. 

6. 4. 3. Aromabad mit ätherischem Lavendelöl und / oder der ganzen Pflanze

Ein entspannendes Lavendel-Aromabad am Ende eines anstrengenden Tages. Klingt das nicht super? Um das ätherische Öl für ein Aromabad zu nutzen, brauchst du ebenfalls eine Trägersubstanz. Sehr gut eignet sich Sahne. Auf 10 Tropfen ätherisches Öl kannst du 3 EL Sahne rechnen. Diese Mischung gibst du dem Badewasser bei. Die Badezeit sollte 20 Minuten nicht übersteigen, da das den Körper schwächt. Ich z. B. halte es sowieso nie länger in der Wanne aus. Bäder mit ätherischen Ölen wirken auf zwei Wegen: Du atmest die Öle ein und sie gelangen direkt über die Haut in den Blutkreislauf. 

Wenn du die frische Pflanze verwenden möchtest, empfehle ich ebenfalls etwas Sahne zum Badewasser hinzuzufügen, da das eine gute Emulsion ergibt. Du brauchst hier natürlich entsprechend mehr Material. Ein guter Richtwert ist die Menge, die locker in deine, zur Schüssel geformten, Hände passt. Wenn du unsicher bist, fang mit weniger an. Ich bevorzuge das ätherische Öl, da man danach nicht die Wanne ausräumen muss.

6. 4. 4. Vaginale Anwendung von ätherischem Lavendelöl

Du hast richtig gelesen – ätherisches Lavendelöl kann auch vaginal angewendet werden. Wenn du dir als Frau eine Candida-Infektion zugezogen hast, kannst du folgendes tun: 

2 Tropfen Teebaumöl

3 Tropfen Lavendel fein

1 Tropfen Rose optional

10 ml Trägeröl (Kokosöl ist hier sehr gut, es sollte allerdings flüssig sein. Es ist selbst wirksam gegen Candida albicans und weitere Candida-Arten und unterstützt somit die Behandlung positiv)

10 Tropfen der Mischung auf einen Tampon geben, 3 x täglich wechseln. Anwendung so lange der Pilz weg ist. Das können auch mal Wochen sein, ist also etwas mühsam. 

Die Wirkung von ätherischen Lavendelöl als Verstärker für das Medikament Fluconazol gegen Candida Albicans, der zunehmend resistent gegen herkömmliche Fungizide wird, wurde in Studien nachgewiesen. Doch es braucht es gar kein Medikament, da Kokosöl das auch alleine schafft. **** *****

6. 4. 4. 1. Positiver Pap-Abstrich

Da sich echter Lavendel auch als wirksam gegen Gebärmutterhalskrebszellen erwiesen hat, kannst du diese Behandlung auch bei einem positiven Pap-Abstrich anwenden. Ab Stufe 4 rate ich allerdings dringend von Experimenten ab. Ich hatte 2021 selbst einen Pap IVa-p-Befund und habe nicht gefackelt. Zumal er kurz vor dem Start in unser neues Leben kam. Die OP (Konisation) ist ambulant und unkompliziert. Die Schleimhaut des Gebärmutterhalses wächst nach. Riskiere nicht dein Leben, nur weil im Internet viele von dieser OP abraten und unbedingt alles natürlich behandeln wollen. Manchmal geht das einfach nicht und schnelles Handeln ist gefragt. 

6. 4. 5. Getrocknete Lavendelbündel als Schutz vor Insekten

Wer kennt sie nicht, die Mottensäckchen aus Großmutters Kleiderschrank? Aus diesem Grund sehen viele Menschen Lavendel leider nur als Parfum oder Duft für Senioren. Da sind wir wieder bei den Erinnerungen, die mit Geruch verknüpft sind. Doch das tut dem Lavendel so Unrecht!

Die Vorteile der Beduftung habe ich oben bereits besprochen. Wenn du Lavendel in Bündeln zum Trocknen in deinen Wohnräumen aufhängst, profitierst du auch von seinem wunderbaren Duft. Zudem vertreibt er Motten, Mücken, Fliegen, Ameisen und auch Spinnen. Genau! Wenn du also möglichst die kleinen Achtbeiner von deinen Räumlichkeiten fernhalten möchtest, dann hänge Lavendel zum Trocknen auf. Ein Zerstäuber oder Raumspray (selbst gemacht) gehen natürlich auch, doch wenn die Bündel hängen, dann hängen sie.

6. 5. Lavendelhydrolat bei Verbrennungen und Insektenstichen

Hydrolate sind Nebenprodukte der Wasserdampfdestillation zur Gewinnung ätherischer Öle. Hydrolate enthalten die wasserlöslichen Bestandteile der Heilpflanze, ätherische Öle die fettlöslichen. Hydrolate sind milder als ätherische Öle und können äußerlich pur verwendet werden. Für die innerliche Anwendung sollte man sie ebenfalls verdünnen, da auch hier die Wirkstoffe in sehr konzentrierter Form vorliegen. 

Lavendelhydrolat kann bei Insektenstichen und Verbrennungen verwendet werden. So auch das ätherische Öl. Es ist ebenfalls für die Zugabe in Badewasser und natürlich als Raumspray oder für die Bettwäsche zum Einschlafen geeignet. Bei Halsentzündungen kann es in Wasser verdünnt gegurgelt werden.  

Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt und so gibt es unzählige weitere Anwendungen für diese tolle Heilpflanze: Lavendel-Likör, Lavendel-Schnaps, Lavendelsalbe, Körperbutter mit Lavendel, Lavendel-Limonade, Lavendelöl, etc.

Ich hoffe, ich habe dir jetzt so richtig Lust auf die Heilpflanze Lavendel gemacht. Ich liebe sie einfach und freue mich jetzt schon, wenn ich wieder ganz persönlich und praktisch mit ihr arbeiten kann.

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